Plus-Size-Model Tess Holliday «Mein fetter Arsch ist derzeit überall im Netz»

Zu klein und zu dick, um ein Model zu sein. Wie oft sich Tess Holliday diesen Satz wohl anhören wohl musste. Doch es ist ihr egal. Sie steht zu ihren Kilos und kämpft für mehr Akzeptanz.
Tess Holliday Munster Plus Size Model Instagram Blog
© via Instagram.com

Tess Holliday fordert: Frauen sollen zu ihren Pfunden stehen.

Sie kommt aus Los Angeles, ist 29, Model und seit Januar bei der renommierten Modelagentur MiLK unter Vertrag. In dem Business keine Selbstverständlichkeit. Denn Tess Holliday hat keine klassischen Modelmasse. Sie misst 165 Zentimeter und trägt Kleidergrösse 52 - und ist damit das dickste Plus-Size-Models, das jemals in einer Kartei aufgenommen wurde.

Seit ihrem Modelvertrag reissen sich Radio- und TV-Stationen und andere Medien um Holliday, die früher Munster hiess. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie: «Ich bin, glaube ich, total im Trend. Mein fetter Arsch ist derzeit überall im Netz zu finden. Tut mir leid, dass es mir nicht leid tut.»

Holliday nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um ihren Körper geht. Sie sieht sich als «Body Positive Activist», will das gängige Schönheitsideal verändern und fordert mehr Toleranz gegenüber dicken Menschen. Sie selbst wurde und wird oft abgelehnt. «Menschen neigen dazu zu vergessen, dass auch ich ein Mensch bin. Warum soll es in Ordnung sein, mich schlecht zu machen aufgrund meines Gewichts? Das ist diskriminierend. Muss sich eine Person, die nur halb so dick ist wie ich, dasselbe anhören? Wohl kaum. Denkt darüber nach.» Und auf ihrer Website fügt sie an: «Bloss weil ich nicht Kleidergrösse 38 habe, heisst das nicht, dass ich ein weniger lebenswertes Leben führe. Ich bin ein grosses Mädchen und liebe mein Leben.»

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Tess Holliday ist Mutter eines neunjährigen Jungen und verlobt.

Im Gespräch mit «People» erzählt sie von ihrer schwierigen Kindheit. Sie sei in einer kleinen Südstaaten-Ortschaft aufgewachsen und ständig gemobbt worden. «Man hat mich beschimpft und eingesperrt.» Zur «New York Daily News» sagt sie: «Es hat lange gedauert, bis ich darüber hinweg kam.» Trotzdem hatte sie schon früh den Traum, als Model zu arbeiten.

Eine erste Agentur habe sie aber wegen ihre Masse zurückgewiesen. Ihre Mutter habe sie dann ermutigt, weiterzumachen. Vor vier Jahren wurde sie schliesslich entdeckt. Es folgten mehrere Aufträge, sie war Thema in unzähligen Blogs. Die italienische «Vogue» zählte sie zu den besten Plus-Size-Models. Und jetzt der Vertrag bei MiLK Model Management. «Das ist ein Meilenstein in meiner Karriere.» Und ein weiterer Schritt in ihrem Kampf für mehr Akzeptanz, der im Netz unter #EffYourBeautyStandards zu finden ist.

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