So erfuhr die Ikone vom Suizid ihres Sohnes Tina Turner: «Ich weinte und schrie»

Im Sommer hat sich Tina Turners Sohn Craig das Leben genommen. In ihrer neuen Biografie beschreibt die Queen of Rock die traurigen Details rund um ihren Verlust.
Tina Turners Sohn Raymond Craig Suizid mit 59
© instagram

Tina Turner muss den Suizid ihres Sohnes Craig Turner, †59, verkraften.

Es war ein Schock für die 78-Jährige. Anfang Juli 2018 erfährt Tina Turner, dass sich einer ihrer Söhne umgebracht hat. Es handelt sich um Craig, um das erste Kind Turners, das sie zusammen mit Saxophonist Raymond Hill bekam. Ike Turner adoptierte Craig nach der Hochzeit mit Tina.

In ihrer neuen Biografie «My Love Story», welche dem «Sonntagsblick» vorliegt, schildert die Rock-Ikone nun, dass sie von Craigs labilem Geisteszustand wusste. Sein Suizid zog ihr jedoch den Boden unter den Füssen weg.

So erzählt Turner, dass Ehegatte Erwin Bach ihr die traurige Neuigkeit überbrachte - an ihrem fünften Hochzeitstag! Nachdem die beiden eine Modenschau von Giorgio Armani in Paris besuchten, erhielt Bach einen Anruf von Turners Berater. Der hatte ihn über Craigs Suizid aufgeklärt.

Tina Turner Erwin Bach
© Getty Images

Steht seiner Frau Tina Turner bei: Erwin Bach. 

Erst habe sie vermutet, Craig hätte einfach Probleme, die er beichten musste, oder dass er im schlimmsten Falle bei einem Autounfall ums Leben kam. Dass er sich erschossen hatte, schockierte Turner aber massiv. «Ich hörte zwar, was Erwin noch sagte, aber ich verstand es nicht. Ich war wie erstarrt», schreibt sie in der Biografie.

Galerie: Diese Stars sind 2018 von uns gegangen

Mit der Waffe von Tinas Mutter

Offenbar hatte sich der 59-Jährige mit der Waffe seiner Grossmutter umgebracht. Turner bezeichnet diesen Umstand als «schreckliche Ironie». Heute vermutet sie, dass er die Waffe beim Tod seiner Oma bereits mit dem Gedanken annahm, sich einmal damit das Leben zu nehmen.

«Bitte, lass es nicht wahr sein», habe Turner an diesem Abend gebetet. «Was dann geschah, weiss ich nicht mehr. Keine Ahnung, was ich dachte oder fühlte. Ich weinte und schrie, dass ich es nicht glauben könne. In meinem Herzen ein stechender Schmerz.» In der Nacht sei sie dann den schlimmsten Gefühlen ausgesetzt gewesen, die man sich nur vorstellen könne. Zudem fragte sie sich immer wieder «Warum nur? Warum?»

Ende Juli verstreute Turner Craigs Asche im Meer vor der kalifornischen Küste, wie sie es schon bei ihrer Mutter und Schwester getan hatte. Als letzten Gruss warf sie eine rote Rose zu ihm ins Wasser (Bild).

Turner macht sich Vorwürfe

Turner hatte eine enge Beziehung zu ihrem Sohn. Sie telefonierte ganze Abende mit ihm, er nannte sie «meine Liebe». Doch sie habe innerlich stets gewusst, dass er eine «verzweifelte Seele» war.

Als die Queen of Rock auf Tournee war, habe sich der kleine Craig immer nach seiner Mutter gesehnt. Auch im Erwachsenenalter habe diese Sehnsucht nicht abgenommen. «Ich glaube, diese Erinnerungen haben Craig sein Leben lang begleitet», schreibt Turner. Der Sohn verfiel Depressionen und dem Alkohol. Auch am Ort seines Suizids wurden offenbar leere Schnapsflaschen gefunden.

Man liest in der Biografie, dass Turner ein schlechtes Gewissen plagt. Nicht nur, dass sie als Mutter oft weg von ihrem Söhnchen war. Sie wirft sich heute auch vor: «Wenn ich doch nur einen Teil meiner Kraft an Craig hätte weitergeben können!» Aber eigentlich wünsche sie sich nichts weiter, als wieder die Stimme ihres Sohnes zu hören, wie er «meine Liebe» zu ihr sagt.

Die Biografie «My Love Story», geschrieben von US-Bestsellerautorin Deborah Davis und vom deutschen Journalisten Dominik Wichmann, erscheint in der deutschen Version am 15. Oktober.

Auch interessant