Campino Über Drogen: «Wir haben alles ausprobiert»

Er war noch nie ein Kind von Traurigkeit und hat in seinen jungen Jahren so ziemlich jede Droge konsumiert, die ihm in die Quere gekommen ist. Heute jedoch ist Campino von den Toten Hosen ruhiger und auch vernünftiger geworden. Selbst Alkohol vor den Konzerten ist tabu.

Sie waren wild und in ihrer 30-jährigen Bandgeschichte den Drogen ganz und gar nicht abgeneigt. Das zeigt die Dokumentation «Nichts als die Wahrheit», die am Samstag auf ARD ausgestrahlt wird und sowohl den Erfolg als auch die Exzesse der Punkband Die Toten Hosen beleuchtet.

Besonders Aufsehen erregt in dem zweistündigen Film, wie sich der damals noch junge Frontmann Campino, 50, im Tourbus ein weisses Pulver mit einem gerollten Geldschein durch die Nase zieht. Ob er Speed oder gar Kokain konsumiert, wird nicht weiter ausgeführt. «Ne zeitlang gingen wir sehr euphorisch gemeinsam ab, haben alles ausprobiert», erzählt Campino im Film. Doch irgendwann streikt der Körper: «Ich wurde in Hannover in eine Klinik eingewiesen. Dieser Arzt brauchten mir nur einmal in den Hals gucken, der wusste sofort, was los war. Dem brauchte ich nicht zu verschweigen, was für Substanzen ich da genommen hatte.» 

Dass sein Sohn Lenn, 9, diesbezüglich bloss nicht seinem Vater nacheifern sollte, erzählte der Düsseldorfer am vergangenen Donnerstag ARD-Sendung «Beckmann». Der Vorzeige-Punk hat aus seinen Drogenerfahrungen gelernt und möchte seinem Kind diese ersparen: «Ich würde meinem Sohn definitiv Dinge verbieten, die ich gemacht habe. Und ich würde ihm natürlich strengstens verbieten zu kiffen, wenn er nicht volljährig ist.» Zwar könne er nicht verhindern, dass junge Leute irgendwann damit konfrontiert werden, aber man könne sie darauf vorbereiten. «Und da kann ich meinem Sohn meine Erfahrungen mitgeben.»

Die Dokumentation «Nichts als die Wahrheit» läuft am Samstag, den 8. Dezember, um 23.40 Uhr auf ARD. Darin erzählen Die Toten Hosen ehrlich und schonungslos über ihr Leben auf der Überholspur und die damit verbunden Folgen.

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