«Prison Break»-Star äussert sich nach Facebook-Mobbing «Essen war das Einzige, worauf ich mich gefreut habe»

Stars werden oft zu Opfern von Internet-Scherzen. Doch der Grat zwischen Witz und Mobbing ist ein schmaler. «Prison Break»-Star Wentworth Miller findet, dass in seinem Fall eine Grenze überschritten wurde, und nimmt Stellung. 
Wentworth Miller im Magazin L'Officiel Hommes
© L'Officiel Hommes

Wentworth Miller hatte 2010 seinen Tiefpunkt erreicht. Doch er hat sich zurück gekämpft. Er spielte in der Serie «The Flash» mit und stand auch für das «Prison Break»-Sequel vor der Kamera.

Durchtrainierter Körper, mit Tattoos übersät, ein harter Kerl: So gab sich Wentworth Miller, 43, als Michael Scofield in der Serie «Prison Break». Im richtigen Leben war der Schauspieler nicht immer so stark. In der Zeit nach «Prison Break» nahm Miller stark an Gewicht zu. Das Online-Portal «The Lad Bible» veröffentlichte jetzt ein Meme mit dem Schauspieler: ein Bild des tätowierten Scofield neben dem gewichtigeren Miller von 2010. Dazu schrieb das Portal: «Wenn du aus dem Gefängnis ausbrichst und vom McDonald's-Monopol erfährst.»

 

Today I found myself the subject of an Internet meme. Not for the first time. This one, however, stands out from the...

Posted by Wentworth Miller on Montag, 28. März 2016


Nachdem Miller das Meme gesehen hatte, nahm er auf seiner Facebook-Seite ausführlich Stellung dazu. Er sei nicht das erste Mal Opfer solcher Internet-Scherze geworden, aber dieser hebe sich von allen anderen ab. «Im Jahr 2010 hatte ich mich aus verschiedenen Gründen zurückgezogen. Der erste und wohl wichtigste Grund war, dass ich Selbstmordabsichten hatte», schreibt Miller. Er leide seit seiner Kindheit an Depressionen. Miller kam mit seiner Homosexualität nicht klar, outete sich erst vor drei Jahren. «Es ist ein Kampf, der mich viel Zeit, Möglichkeiten, Beziehungen und Tausende schlaflose Nächte gekostet hat.» 

«Foto erinnert mich auch an mein Durchhaltevermögen»

Im Jahr 2010 habe er den Tiefpunkt in seinem Erwachsenenleben erreicht. «Ich habe mich dem Essen zugewandt. Es hätte alles sein können. Drogen. Alkohol. Sex. Aber Essen war das einzige, worauf ich mich gefreut habe.» Nur so habe er durchgehalten. Aber eben halt auch zugenommen. Das Bild im roten T-Shirt wurde bei einem Spaziergang in Los Angeles aufgenommen. «Als ich gegen meine psychischen Probleme kämpfte, war das das Letzte, was ich brauchen konnte. Aber lange Rede kurzer Sinn: Ich habe überlebt.»

Das aktuelle Meme schmerze ihn sehr. Aber er sei irgendwie auch froh darüber. «Ich sehe mich in dem T-Shirt mit einem Lächeln auf den Lippen. Es erinnert mich an meinen Kampf. An meine Ausdauer und mein Durchhaltevermögen allen Dämonen entgegen zu treten.» Mit seinem Statement möchte Miller die Menschen erreichen. «Wenn ihr jemanden kennt, der Probleme hat, es gibt Hilfe. Meldet euch bei der Person.»

Auch interessant