Mascha Santschi Luzerns schönste Rose

Neuer Job, neue Stadt, neue Wohnung. Jetzt engagiert sich Ex-Vize-Miss Mascha Santschi auch noch für Benachteiligte - als Rosenkavalierin für MS-Kranke.
Mascha Santschi im Wohnzimmer ihres Mietshauses in Meggen LU, das sie gemeinsam mit Freund Daniel Kallay bewohnt.
Mascha Santschi im Wohnzimmer ihres Mietshauses in Meggen LU, das sie gemeinsam mit Freund Daniel Kallay bewohnt.

Bei Mascha Santschi, 28, dürfte mancher Anwalt und mancher Gauner ins Stottern geraten. Nicht nur ihrer Schönheit wegen, sondern weil die ehemalige Miss Bern und Vize-Miss-Schweiz von 2000 echt Köpfchen hat: Sie schloss ihr Studium mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Zivilrecht ab.

Ihr Anwaltspatent machte die Bernerin Ende vergangenen Jahres als eine der Besten. Es ist ihr fast ein wenig peinlich, darüber zu sprechen. Dabei hat sie hart dafür gearbeitet, sich zeitweise ganz abgeschottet, um für die schwierige Prüfung zu büffeln. Seit Januar ist Mascha Gerichtsschreiberin am Obergericht Luzern. Dort möchte sie Erfahrung sammeln. Im Moment spielt sie erst mal mit dem Gedanken, eventuell eine Dissertation zu schreiben oder das Notariatspatent anzuhängen. Zudem ist sie seit zwei Jahren in der Jungen Wirtschaftskammer Schweiz (JCIS) aktiv. «Ich will etwas für die Allgemeinheit tun», begründet sie ihr Engagement.

Einen echten Coup landeten Mascha Santschi und ihre Mitstreiter jetzt. Für eine Aktion zugunsten der MS-Gesellschaft klopften die JCIS-Anhänger beim ehemaligen Formel-1-König Michael Schumacher an. «Unsere Bitte war sicher ungewöhnlich. Wir wollten ein Büschel Haare von ihm!» Und? Mascha nicht ohne Stolz: «Schumi stellte es uns tatsächlich zur Verfügung.» Die Haare werden in diesen Tagen zu einem Diamanten verarbeitet. «Der Edelstein wird versteigert. Der Erlös kommt der MS-Gesellschaft zugute», erklärt Mascha.

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Die Wahl-Luzernerin selbst wird am Pfingstsamstag als eine von Hunderten in der ganzen Schweiz Rosen verkaufen - ebenfalls, um Geld für MS­Betroffene sowie für die Erforschung von Multipler Sklerose zu sammeln. «Ich werde in Luzern als Rosenkavalierin Blumen an den Mann bringen.»

«Mascha hat uns bei der Organisation des Rose Day sehr geholfen, prominente Rosenverkäufer zu finden», lobt Peter Langenegger, Projektleiter und ehemaliger Nationalpräsident der JCIS. Er schätzt vor allem die Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit von Santschi. Und: «Sie drängt sich nie in den Vordergrund, sondern agiert eher zurückhaltend. Wo sie gebraucht wird, ist sie zur Stelle.»

Ihr Job als Juristin, das Engagement bei der Jungen Wirtschaftskammer: Könnte sich Mascha vorstellen, irgendwann in der Politik aktiv zu werden? Sie überlegt - lange. «Ich müsste für mich klären, ob ich wieder in der Öffentlichkeit stehen will.» Sie weiss, wie das ist. «Es ist gar nicht so erstrebenswert, im Rampenlicht zu stehen.»

Aus der Glamourwelt, in der sie sich als Schönheitskönigin tummelte, hat sie sich zurückgezogen. Wenn überhaupt, begleitet sie ihren Freund Daniel Kallay, 42, Chef von Red Bull Schweiz, an VIP-Anlässe. Eine Freundin aus dieser Zeit hat sie nicht. «Das ist auch keine Welt für Freundschaften», sagt sie rückblickend. Jahrelang schaute sie sich nicht mal mehr die Miss-Schweiz-Wahl am TV an. «Letztes Jahr verfolgte ich die Wahl erstmals wieder. Mir kam das so surreal vor, dass ich da selbst mal mitgemacht habe.» Ihr Miss-Bern-Krönchen, das sie behalten durfte, verstaubt heute irgendwo auf dem Estrich. «Vielleicht zeige ich es irgendwann mal meinen Kindern.»


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