Francine Jordi und Tony Rominger Momente des Glücks

Du bist mein, ich bin dein! Francine Jordi und Tony Rominger haben geheiratet - ganz heimlich und mit nur dreissig Gästen. Danach sind die beiden Verliebten direkt nach Südfrankreich in die Flitterwochen gereist.

Regen am Morgen, Sonnenschein am Nachmittag – wie in einem Text von Schlager-Königin Fran­­cine Jordi. Genauso präsentierte sich das Wetter auch an ihrem schönsten Tag.

Es ist am vergangenen Montag, 14 Uhr, im verschlafenen Winzerdörfchen Luins VD oberhalb des Genfersees. Eine Kulisse, so schön, dass sie fast ein wenig kitschig wirkt. Eine Limousine fährt langsam die schmale Strasse hinauf zur kleinen Kirche Saint-Pierre aus dem Jahr 1674. Darin sitzen Fran­cine Jordi, 31, und Tony Rominger, 48. Sie kommen gerade aus dem nahe gelegenen Yverdon, wo sie sich am Vormittag im Hôtel de Ville standesamtlich trauen liessen.

Als Francine aus dem Auto steigt, schimmert ihr kastanienbraunes Haar in der Sonne. Sie hat es zu einem Pferdeschwanz mit Zapfenlocke frisieren lassen. Tony schaut sie zärtlich an. Elegant hebt sie die Schleppe des Hochzeitskleides und schreitet mit ihrem Tony durchs Hauptportal der Kirche, erwartet vom reformierten Pfarrer Hansruedi Spichiger.

Ein bisschen Märchenprinzessin, ein bisschen Dame aus der Belle Époque. Das Corsagekleid mit Schleppe, das die Sängerin für diesen Tag wählt, ist aus cremefarbener Seide und am Rücken geschnürt. In den Händen hält sie ein Hochzeitsbouquet aus Tibet-­Rosen. Eine weisse Rose steckt auch in Tonys oberster Vestontasche. Der Bräutigam setzt auf Schwarz – mit Anzug und Hemd. Die Krawatte lässt er ganz weg. Schmuck genug ist das Seidensatin-Revers des Vestons, das sich dezent abhebt.

Wer unter den Gästen Stars aus der Schlagerszene oder dem Radsport erwartet, hat sich getäuscht. «Wir wollen das Fest im Stillen geniessen», sagt Francine. Das Paar hat alles getan, um seine Hochzeit geheim zu halten. «Top secret», lautete die Devise. Sogar bei der Kirchenverwaltung ist nicht der Name der Brautleute, sondern ein anderer eingetragen.

«Es sollte unser gemein­samer Tag sein.» Darum haben Francine und Tony lediglich dreissig Leute aus dem engsten Familienkreis eingeladen. Darunter Francines Eltern Franz und Margrit Lehmann sowie die beiden Schwestern Nicole und Tanja. Als Trauzeugin wählte Francine ihre beste Freundin aus Schulzeiten, Annette. Auch Tony Romingers Trauzeuge ist ein guter Freund.

Der intime Rahmen passt zu den beiden. Francine und Tony sind keine Partylöwen. Lieber gehen sie mit dem Labrador-Rüden Pego (er ist ebenfalls an der Hochzeit anwesend) spazieren, als sich an Cüpli-Partys die Beine in den Bauch zu stehen. Dieses Paar geniesst es, zusammen zu sein: «Wir lieben gemeinsame Abende.» Dann kocht Francine oft Zürcher Geschnetzeltes und Rösti – Tonys Lieblingsessen.

Die Berner Sängerin und Komponistin und der Giro-d’Italia-Sieger 1995 sind seit Weihnachten 2002 ein Paar. Fran­cine und Tony haben sich ein Jahr zuvor im Gasthaus Kreuz in Dürrenroth BE an einem Anlass zum ersten Mal gesehen. Sie interessiert sich nicht für Velosport, er sich nicht für Schlager. Doch Tony weiss sofort: Diese Frau passt zu ihm.

Er wirbt um Francine mit Liebes-SMS. Sie hingegen gehts langsam an. Es sei nicht Liebe auf den ersten Blick ge­wesen, sagt sie rückblickend. «Die Sympathie entwickelte sich langsam.» Für Tony ist es die zweite Ehe. Er war 14 Jahre verheiratet und hat zwei Kinder.

In der Kirche oberhalb Luins geben sich Francine und Tony das Ja-Wort. Als sie sich die Ringe anstecken, singt Jeanne Roth – Francines Gesangslehrerin – ein klassisches spanisches Lied. Auf ein Stichwort des Pfarrers hin betreten die Männer des Keiser Chörli die Kirche. Eingefädelt hat diese Überraschung Francines Mutter.

«Wir wollten das Fest im Stillen geniessen. Es sollte unser gemeinsamer Tag sein»

Das Chörli – es sind Freunde der Familie – stimmt Francines liebsten Jodel an: «Dä gschänkti Tag». Danach springen Francines Schwestern Tanja und Nicole auf und stimmen in das Lied «Das Glöckchen» ein. Francine ist gerührt.

Es folgt ein bodenständiger Apéro im Schloss Luins: Bauernplatte, Pinot Gris und Merlot. Weiter gehts feiner und sinnlicher. Der 19-Punkte-Koch (GaultMillau) Philippe Rochat, auch er ein Freund des Paares, erwartet die Gästeschar in seinem Restaurant de l’Hôtel de Ville in Crissier bei Lausanne. «Ich habe das Hochzeitsmenü mit Liebe gekocht», sagt Rochat.

Es gibt Languste, Seezunge, Kalbsfilet mit Erbsli und Kartoffelstock. Die Hochzeitstorte – ­keine mehrstöckige – ist ein süsser Traum aus Schokolade, garniert mit frischen Früchten. Um Mitternacht endet das Hochzeitsfest. Das Paar bricht in die Flitterwochen nach Südfrankreich auf.

Darf man bald mit Nachwuchs rechnen? Tony Rominger hat einmal gesagt, dass er aus einer Generation stamme, für die das Heiraten vor dem Kinderkriegen komme. Das lässt alles offen. Auf jeden Fall freuen sich die Frischvermählten aufrichtig auf ge­meinsame Stunden – ob zu zweit oder mit Baby.

In einer offiziellen Stellungnahme zur Hochzeit zitieren sie Johann Wolfgang von Goethe: «Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe.»

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