Röbi Koller Auszeit: Der Moderator erfüllte sich einen Traum

Zehn Wochen sind «Happy Day»-Moderator Röbi Koller und seine Frau Esther durch fremde Länder gereist. Manchmal einfach, manchmal luxuriös - und einmal mit vielen Mücken.

Träume erfüllen, Menschen zusammenführen und Personen, die ein schweres Schicksal haben, glücklich machen: Röbi Koller, 55, hat als Moderator von «Happy Day» einen der schönsten TV-Berufe. Anlässlich des 50. Geburtstages seiner Frau Esther Della Pietra, erfüllte sich das Paar nun selbst einen Traum. Sie investieren Geld und Zeit und gönnen sich eine zehnwöchige Auszeit.

Bananen, Sternfrucht und Limetten direkt am Strassenrand. Ihre Reise hat sie an einen Früchtestand auf der Karibikinsel Grenada geführt. Röbi Koller riecht an einer Mango. «Das ist unbezahlbar. Das Fernsehen liefert dir Ton und Bild, doch die Gerüche erlebst du nur vor Ort.» Lokale Märkte sind in fremden Ländern für Koller und seine Frau ein Muss. Dort komme man mit den Einheimischen richtig in Kontakt. Eine ehemalige Arbeitskollegin des Paars gehört mittlerweile zu den Grenadern. Die ehemalige «10 vor 10»-Chefin Jana Caniga, 52, hat sich hier mit ihrem Mann Dieter Burkhalter, 50, das Marina- und Boutique-Hotel Le Phare Bleu aufgebaut.

Auf dem Wohnzimmertisch der Ferienvilla liegt ein Stück Heimat: Jasskarten des Schweizer Radio und Fernsehens, dem Arbeitgeber von beiden. Vor 17 Jahren lernen sich Moderator Koller und Regisseurin Della Pietra bei der Sendung «Quer» kennen. Vor elf Jahren haben sie geheiratet. «Ich habe die beste Frau, die es für mich auf der Welt gibt», sagt Koller, der zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe hat.

In ihr Leben geben sie selten Einblicke. Auch wenn Della Pietra weiss, dass Geschichten über ihn zur Ehe dazugehören. «Ich arbeite ja selbst bei den Medien.» Zu Hause führen sie eine gemeinsame elektronische Agenda. Verbucht der eine einen Abend, wird das vom anderen akzeptiert. «Steht ‹Abendessen zu Hause›, weiss ich, dass ich nichts abmachen sollte», so Koller. Gestritten wird auch gelegentlich, da beide einen sturen Kopf und zu vielem eine Meinung haben. «Doch Röbi ist sehr echt, verstellt sich nicht. Ich weiss bei ihm, woran ich bin. Und das ist eine echte Qualität.»

Zehn Wochen nur zu zweit in fremden Kulturen, das kann für Spannungen sorgen. Ständig ist der Partner da, und Ausweichmöglichkeiten fehlen. «Du musst dich als Paar zuerst finden. Das dauert eineinhalb Wochen, und da musst du durch!», sagt er. «Sonst sind wir uns jedoch nur selten auf den Wecker gegangen.»

Ecuador, Galapagos, Kuba und Grenada - auf ihrer Reise haben sie ganz andere Dinge gemeistert. Für das Hilfswerk Bethlehem Mission Immensee, für das Koller als Botschafter tätig ist, haben sie im ecuadorianischen Coca - in der Nähe des Rio Napo - einen Film gedreht. Die Unterkunft im Amazonas-Gebiet mitten im Regenwald war ein bescheidenes Zimmer mit fliessendem kaltem Wasser. «Wir können beide sehr einfach reisen, aber auch luxuriös», sagt Della Pietra. Doch als sie an einer Grippe erkrankt und sich Röbis 50 Moskitostiche an den Waden entzünden und Blasen bilden, sind sie besorgt. «Die Beine sahen fürchterlich aus, wir waren wirklich beunruhigt», sagt er. Das Paar sucht ein Krankenhaus auf, Röbi bekommt Antibiotika und muss für die Spitalrechnung 9 Dollar hinblättern. «Danach war ich erleichtert und konnte entspannt weiterarbeiten.»

Ihre Reise-Rechnung ist aufgegangen. «Was wir an Vielfalt, Abenteuer und Ländern sehen und erleben konnten, ist unvergesslich», sagt er. Auf den Galapagos-Inseln erfüllte sich für «Tier- und Naturfreak» Esther ein Traum. In Ecuadors Hauptstadt Quito mieteten sie sich eine Wohnung und versuchten, die lokalen Spezialitäten mit Maniok, Baumtomaten und Aji-Sauce nachzukochen. Und auf Kuba sahen sie sich mit unerwarteten Gefühlen konfrontiert. «Es war ein richtiger Flash. Wir haben nicht damit gerechnet, dass die Geschichte Kubas uns so beschäftigt», sagt er. «Eigentlich ist es eine Bildungsreise. Wir haben nonstop gelernt.»

Zürcher Rotlicht-Milieu, Berner Gefängnis, karibischer Inselstaat. Im «Phare Bleu» ist Happy Hour - Zeit für die ehemaligen Arbeitskollegen Koller und Caniga, sich an früher zu erinnern. «Jana ist ‹fadegrad›», sagt Koller und erzählt die Anekdote, als Caniga während ihrer 24-Stunden-Reportage an der Langstrasse in einem Sexshop landete. «Sie sagte: ‹Do ine bini s erscht und s letscht mol gsi!» - «Du willst wohl meine Prüderie ansprechen», kontert Caniga. «Fadegrad», das ist sie geblieben, auch unkonventionell. «Was sie und Dieter mit dem Auswandern gewagt haben, ist eindrücklich», sagt Della Pietra.

Die am Strassenstand gekaufte Mango ist inzwischen auf dem Teller gelandet. Von ihrer Veranda aus geniesst das Paar direkte Sicht aufs Karibische Meer. «Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt», sagt Koller. Die Sorglosigkeit, genug zu verdienen, keinen Stress, einen erfüllenden Job, gute Freunde, eine tolle Familie und eine wunderbare Beziehung. «Auf unserer Reise habe ich Röbi richtig entspannt und glücklich erlebt», sagt Della Pietra. «Und plötzlich magst du auch in der Sonne stehen!» - «Ich liebe die Sonne, dann gibts Schatten.» - «Ach, du bist so ein Schwafli!»

Das Paar freut sich nun auf ihr Zuhause, ihre Katze, die Arbeit. Eine längere Reise ist so schnell nicht wieder geplant. Jetzt sind zuerst wieder andere mit ihren Träumen dran.

«Happy Day» läuft am Samstag, 7. September, um 20.05 Uhr auf SRF 1.

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