Zoë Jenny Jetzt wehrt sich ein Lehrer gegen ihre Missbrauchs-Vorwürfe

Nach den schweren Anschuldigungen von Autorin Zoë Jenny setzt sich nun die Schule zur Wehr. Von Pädophilie will sie nichts gewusst haben. 
Autorin Zoë Jenny
© Thomas Buchwalder

Zoë Jenny klagt ihre einstige Schule an. Es hätte sich niemand daran gestört, dass ein Lehrer den Mädchen im Unterricht in den Haaren wühlte oder «auf dem Schulausflug ins Badezimmer reinkam und uns beim Abtrocken half», sagt die Autorin.

Es war zwischen 1982 und 1984. Laut Zoë Jenny, 39, musste sie als Schülerinnen über Selbstbefriedigung reden. Dass, obwohl sie gerade mal neun Jahre alt war. Schwere Vorwürfe, die die Schriftstellerin unter anderem gegen ihre einstigen Lehrer erhebt.

Jetzt spricht Matthias Held, Co-Leiter der Schule für Offenes Lernen. Bei der SOL, die aus der von Jenny beschuldigten Freien Volksschule Basel hervorgegangen ist, zeigt man sich total überrascht von den Anschuldigungen der ehemaligen Schülerin. «Was Zoë Jenny da beschreibt, wäre für uns absolut inakzeptabel», sagt Held. Er hat noch das letzte Jahr an der Freien Volksschule als Lehrer unterrichtet und miterlebt. Nach internem Knatsch zwischen Lehrern, Eltern und Schülern hatte diese aber 1990 ihre Türen schliessen müssen. Auslöser seien jedoch nicht die jetzt erhobenen Pädophilen-Vorwürfe gewesen, sondern grundsätzliche Differenzen betreffend der basisdemokratischen Ausrichtung der Schule. 

Als SI online Zoë Jenny mit den Aussagen des Lehrers konfrontiert, meldet sie sich aus ihrer Schreibklausur zu Wort. «Herr Held kenne ich nicht. Er war kein Lehrer von mir. Offenbar ist er erst viele Jahre später an diese Schule gekommen. Wir kann er also wissen, was ich durchgemacht habe?» Seine abwehrende Haltung empfinde sie als Ignoranz. «Anstatt vorsichtig zu sein, lieber mal alles abstreiten. Wäre die Schulleitung seriös, würde sie Abklärungen treffen. Oder kann eine Schule die ‹offenes Lernen› heisst, keine dunkle Vergangenheit haben?»

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