Seine Hobbys, sein Style, seine Ferien So tickt Bundesrat Parmelin abseits des Polit-Parketts

Am Mittwoch, um kurz vor 12 Uhr, war es so weit: Guy Parmelin schaffte im dritten Wahlgang den Einzug in den Bundesrat. SI online hat sich auf Spurensuche begeben und zeigt den Waadtländer ganz privat.

WERDEGANG
Guy Parmelin kam am 9. November 1959 in Bursins zur Welt, wo er noch immer lebt. Nach der Matura (in Englisch und Latein) machte er 1979 die Ausbildung zum Landwirt. Heute betreibt er in Bursins mit seinem Bruder Christophe, 53, den Bauernhof des Vaters. Christophe ist stolz auf das bekannte Familienmitglied. Aber ganz geheuer ist ihm der Medienrummel nicht, wie er beim Besuch der «Schweizer Illustrierten» verriet. In seiner Kindheit spielte der 56-Jährige im Fussballclub, später war er jahrelang Mitglied der freiwilligen Feuerwehr, schreibt die «NZZ»

FAMILIE
Der neue Bundesrat ist seit 20 Jahren mit seiner Ehefrau Caroline, 53, verheiratet. Sie arbeitet als Deutschlehrerin. Kinder hat das Paar keine. Die Söhne des Bruders helfen regelmässig auf dem gemeinsamen Bauernhof mit.

HOBBYS
Parmelin besucht mit seiner Frau regelmässig Klassikkonzerte. Die beiden besitzen die Saisonkarte des Orchestre de Chambre de Lausanne. «Ich liebe klassische Musik. Beethoven und Mozart sind meine Lieblingskomponisten», sagte er der «Aargauer Zeitung».  Zudem liest Parmelin gerne. Von Polizeiromanen über Biografien berühmter Persönlichkeiten bis Comics.

BESONDERES
Kurz vor der Wahl wurde dem Winzer ein Alkoholproblem nachgesagt. Dagegen wehrte er sich vehement. In der «Schweizer Illustrierten» sagte er: «Am Sonntag nehme ich gerne ein Glas Wein zum Mittagessen.» Unter der Woche würde er aber keinen Alkohol trinken. Und dem «Berner Oberländer» verriet er: «Meinen letzten Rausch hatte ich als Jugendlicher.»

STYLE
Ausgefallene Outfits und farbige Anzüge dürfen wir vom SVPler nicht erwarten. Der Politiker ist stets sehr klassisch - mit dunklem Anzug und Krawatte - gekleidet. Selbst zu Hause in der Küche posierte er beim «SI»-Besuch in Hemd und Anzugshose. In den Ferien darfs dann aber doch mal leger sein, wie ein Foto auf seiner Website beweist. Die Meinung der Experten von «SI Style»: «Er sollte darauf achten, dass der Anzug besser sitzt - für eine schöne Silhouette. Und auf die rote Krawatte zum weissen Hemd sollte er in Zukunft verzichten.»

WAS ER HASST
Ist Guy Parmelin ein typischer Schweizer? Beim Thema Pünktlichkeit definitiv. «Ich hasse unpünktliche Leute», sagte er im Gespräch mit SRF1.

WAS ER LIEBT
Gehts ums Essen, hat der Politiker eine besondere Vorliebe. «Mit gutem Schinken umwickelte Endivien» sei seine Leibspeise, erklärte er Bauernzeitung.ch. Was er sonst noch mag: die Kuhrasse Red Holstein - nicht auf dem Teller, sondern auf der Weide. Aber mit Hörnern: «Kühe ohne Hörner sehen immer ein bisschen traurig aus.»

FERIEN
Ferien in der Heimat? Nicht unbedingt. Oft fährt Parmelin mit seiner Frau in die Toskana, wo ihre Familie ein Haus besitzt. «Dort fröne ich dem dolce far niente», sagte er der «Bauernzeitung». Den Winter verbringt das Paar häufig in Villars, Waadt. Und: «Alle drei bis vier Jahre machen wir eine grosse Reise.» In Indien waren sie schon dreimal.

LIEBLINGSMANNSCHAFT
Fussball steht beim Westschweizer hoch im Kurs. Er ist ein grosser Fan von Lausanne Sports. «Dort bin ich auch Mitglied des Supporterclubs.»

MOTTO
Als Politiker kann man hier und dort anecken, das weiss auch Guy Parmelin. Deshalb lautet auch sein Credo: «On ne peut pas plaîre à tout le monde» - man kann nicht allen gefallen, wie er dem «Berner Oberländer» verraten hat.

So lebt der neue Bundesrat in Bursins: Der Hausbesuch der «Schweizer Illustrierten»

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