«Das persönliche Interview» mit FDPler Christian Wasserfallen «Ich liebe Hardrock und Metal-Musik»

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen gilt als heisser Kandidat fürs Präsidium seiner Partei. Ob er das auch will, verrät der 34-Jährige im «SI»-Interview noch nicht. Dafür aber, dass ihn Rosenkohl glücklich macht, dass er Tattoos ziemlich doof findet und an seiner Beerdigung AC/DC gespielt werden soll. 
Christian Wasserfallen Twitter Freundin privat persönliches Interview
© Kurt Reichenbach

«Reisen bildet mehr als alles andere», so Christian Wasserfallen.

Schweizer Illustrierte: Christian Wasserfallen, falls man Ihr Leben verfilmt: Wer soll die Hauptrolle spielen?
Niemand. Ich mag es nicht, wenn mich jemand nachmacht. Und eine so dominante Nase wie ich hat sowieso niemand.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Wenig. Ich arbeite viel im Home-Office, was das Pendeln erspart, fahre wenig, aber mit einem effizienten Auto und wohne in einer verdichteten Liegenschaft in einer normal grossen Wohnung. Ich reise viel, gerne und weit. Dort ist sicher Potenzial drin, aber diese Erfahrungen und Eindrücke möchte ich niemals missen. Reisen bildet mehr als alles andere.

Welches Gemüse sollte verboten werden? Und was wären Sie für ein Gemüse?
Verbieten? Alles ausser Rosenkohl, der ist nämlich köstlich. Und ich wäre eine Kartoffel: vielseitig, fein, geerdet und robust.

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Ich bastle immer an Weihnachts- und Geburtstagsgeschenken für meine Partnerin herum. Dort hat dann alles eine Bedeutung und eine Botschaft.

Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Christian ist für mich der perfekte Vorname. Zusammen mit Wasserfallen so ein richtig langer, Formulare sprengender Name.

Was hat Ihre Mutter Ihnen als Kind immer gesagt?
Iss viel Rosenkohl, der macht stark und glücklich.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen. Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Grundlegendes Design aus Skandinavien. Dann Stoffe aus Südamerika, beispielsweise die aus der Region Chiapas sind herrlich. Und erst die Keramik aus Korea. Auch Schweizer Möbelbauer sind top. Das Büro von USM, na klar.

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr PC?
Ein eigenes Foto aus der Kategorie kitschiges Kalenderbild von Eiger, Mönch und Jungfrau vom vergangenen Traumherbst.

Sind Sie Organspender?
Ja. Und finde es schade, dass das nicht automatisch so ist. Man könnte vielen Menschen helfen.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Ich liebe Hardrock und Metal-Musik. Warum nicht «Hells Bells» von AC/DC?

Haben Sie ein Tattoo?
Nein, ich finde das doof und in 30 Jahren noch doofer. Tattoo-Entfernung wird ein blumiges Geschäft werden.

Können Sie sich vorstellen, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen?
Ja, wenn es Sinn macht. Bei schweren Krankheiten ist diese Möglichkeit für alle Beteiligten oft nicht die schlechteste.

Über welche Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
Er war einer von denen, die in den Stadien waren, als YB und SCB im gleichen Jahr die Meisterschaften im Fussball und Eishockey gewannen und dabei sagte: «Daran wird sich die Schweiz gewöhnen dürfen.»

Die bisher dümmste Idee Ihres Lebens?
Ein jämmerlicher und talentfreier Versuch, Keyboard spielen zu lernen.

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu designen: mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Ich bitte um die Spielübersicht und die technischen Fähigkeiten von Hockey-Legende Wayne Gretzky. Ist doch einfach,oder?

Welche Bücher, Musik, Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Es waren mehr die Reisen, die mich beeinflussten. Mein Schüler-Austausch 1998 nach Olomouc in Tschechien hat mir die Augen geöffnet, welch tolles Leben wir in der Schweiz haben. Und die Biografie von Angela Merkel ist echt spannend. Wie sich eine in der DDR aufgewachsene Frau in Deutschland so erfolgreich durchsetzt - das verdient grossen Respekt.

Was wird man in hundert Jahren über die aktuelle Epoche sagen? Wofür wird man uns loben, wofür verurteilen?
Lob gibt es für die rasante Technologieentwicklung. Tadel gibt es für die eher eingeengte Optik, alles auf der Welt aus dem Glashaus Schweiz heraus zu beurteilen.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Viel Technik und gute Werkzeuge, die ich noch heute verwende. Unverzichtbar ist auch ein kleines Unihockeygoal - bis heute.

Was hatten Sie als Kind für einen Spitznamen?
Wasi nennen mich bis heute die Unihockeykollegen, und das ist auch in meinem Twitter-Account so verewigt.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Nach einem Referat erhielt ich eine Flasche Ardbeg Single Malt Whisky, genau die rauchige Gattung Whisky, die mir am Wochenende zuvor ausgegangen war.

Im Dossier: Weitere persönliche Interviews

Auch interessant