Guido Fluri Das bezweckt er mit Kauf der Miss-Organisation

Wer ist der Mann, der die Miss-Wahl vor dem Untergang rettet? Seinen Vater hat Guido Fluri, 46, nie kennengelernt. Seine Mutter leidet seit seiner frühen Kindheit an Schizophrenie. Er selbst litt an einem Hirntumor. Bevor er seine Millionen machte, jobbte der Zuger Unternehmer als Tankwart. Heute ist seine GF Group Holding AG mehrere hundert Millionen Franken wert.
Guido Fluri wäre stolz, würden seine Töchter bei der Miss-Schweiz-Wahl antreten würden.
© ZVG Guido Fluri wäre stolz, würden seine Töchter bei der Miss-Schweiz-Wahl antreten würden.

Schweizer Illustrierte: Misswahlen gehörten bisher nicht unbedingt zu Ihrem Kerngeschäft, Guido Fluri. Was bezwecken Sie mit dem Kauf der Miss-Schweiz Organisation?
Guido Fluri: Mein Ziel ist es, dass die Miss Schweiz wieder mehr Glaubwürdigkeit erhält. Die Marke hat sich in den letzten zwanzig Jahren in unserem Land etabliert. Jetzt benötigt sie eine Neuausrichtung. Die Organisation soll mehr Verantwortung für das gesellschaftliche Leben tragen.

Wie viel haben Sie für die Missen bezahlt?
Den Kaufpreis kommentiere ich nicht.

Was ist Ihrer Meinung nach schief gelaufen, dass die Organisation plötzlich kein Geld mehr hatte?
Diese Annahme ist so nicht richtig. Die Organisation ist ein gesundes Unternehmen und wurde von Christoph Locher behutsam geführt. Es wurde dann investiert, wenn die ganze Finanzierung gesichert war. Mit dem Ausstieg des Schweizer Fernsehens wurde die Finanzierung der nächsten Wahl kurzfristig schwierig.

Ihr Name ist bisher in den Medien eher selten aufgetaucht. Könnten Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen?
Ich empfinde mich als Macher und «Antizykler». Zu meinen Stärken gehört, dass ich in schwierigen Situationen oft Lösungen entwickeln kann. Nach meinem Grundsatz ist im Leben vieles möglich.

Sie haben eine bewegende Lebensgeschichte. Hat der Kauf der Organisation etwas mit dem Wunsch nach etwas Glamour zu tun?
Wenn Glamour bedeutet, dass man mit wertvollen Inhalten eine Öffentlichkeit erreicht, diese zum Nachdenken anregt und bestensfalls sogar zum Handeln bringen kann, dann ja.

Was wird sich in der Miss-Schweiz-Organisation ändern mit Ihnen an der Spitze?
Ich werde nur im Hintergrund mitwirken. Meine Aufgabe ist, ein starkes Team zu formen, was mit Thomas Russenberger und Karina Berger bereits gelungen ist. Jetzt helfe ich mit, starke Partnerschaften aufzubauen und zu pflegen. Die Miss Schweiz soll sich künftig für weniger privilegierte Menschen einsetzen.

Noch ist nicht klar, wann und wo die Miss-Schweiz-Wahl 2013 stattfindet. Gibt es einen TV-Sender, der sie ausstrahlt?
Wir prüfen derzeit verschiedene Konzepte. Geben Sie uns etwas Zeit. Wir werden früh genug informieren. Die Marke sollte sich aber nicht von einem Sender abhängig machen. Sie muss auch sonst bestehen können.

Ihre bisherige Lieblings-Miss-Schweiz?
Für mich muss immer die amtierende Miss Schweiz die stärkste Ausstrahlung haben. Persönlich will ich mich auf die kommende Miss freuen.

Was macht eine gute Miss Schweiz aus?
Interesse an gesellschaftlichen Werten, beherztes Engagement, Kommunikationsfähigkeit, Lebensfreude, die Fähigkeit, sich wichtigen Fragen zu stellen und ein bejahender Lebensstil.

Freut sich Ihre Frau, dass Sie sich in Zukunft öfter mit jungen, hübschen Damen umgeben werden?
Mit Barbara habe ich eine sensible, interessierte und hübsche Frau an meiner Seite. Sie kennt meine Wertvorstellungen. Mit den künftigen Missen werde ich, wie schon mein Vorgänger, wenig zu tun haben. Sie werden direkt durch die operative Führung betreut.

Sie haben drei Kinder. Wie fänden Sie es, wenn sich eine Ihrer beiden Töchter als Miss Schweiz bewerben würde?
Das fände ich in diesem Fall ungünstig. Wäre ich aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr Eigentümer, dann wäre ich stolz, wenn sie sich bewerben. Letztlich liegt diese Entscheidung aber nicht bei mir, sondern bei meinen Töchtern. Meine Aufgabe ist es, ihnen die entscheidenden Werte mit auf den Weg zu geben.

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