Sabina Schneebeli «Der alte Zopf musste weg!»

Neue Frisur, neuer Look: Sabina Schneebeli ist kaum wiederzuerkennen. Die 46-jährige Schauspielerin zeigt hier exklusiv Mode aus der Jimmy-Choo-Kollektion für H & M. Und spricht über ihre nonkonforme Liebesbeziehung und ihre super Figur.

Wäre Sabina Schneebeli ­Französin, dann wäre sie eine Femme fatale. «La Schneebeli» verfügt über die Mischung aus reifer Erotik und verletzlichem Jungmädchen-Charme – jetzt, mit der neuen, kürzeren Frisur, sowieso. Wie eine Catherine Deneuve hat die Zürcher Schauspielerin dieses dunkle Timbre in der Stimme, den gleichen melancholischen Blick.

Doch die Femme fatale hat die 46-Jährige nie gegeben. Die Schauspielerin ist – echt schweizerisch – abonniert auf patente Rollen. 1994 spielte sie die herzige Direktorin (ihr grosser Durchbruch) in der gleichnamigen TV-Serie, 15 Jahre später die sympathische Doktor Meret Frei in der mittlerweile abgesetzten SF-Ärzte-Soap «Tag und Nacht».

Einzig ihr Liebesleben riecht nach Pariser Bohème. Mit dem deutschen Schauspieler Bernhard Bettermann, 44, führt sie eine nonkonforme und moderne Beziehung. Im Luxushotel The Dolder Grand in Zürich posiert sie exklusiv für die Schweizer Illustrierte in der brandneuen Kollektion Jimmy Choo for H & M. Übrigens: Die Kollektion gibts ab 14. November in ausgewählten H & M-Filialen.
 

Frau Schneebeli, wie gefällt Ihnen die Jimmy-Choo-Kollektion von H & M?
Die Leggings, die ich in der Hotel-Bar trage, fand ich toll. Auch das Abendkleid! Die anderen Stücke sind glamourös.

Aber?
Ich würde gewisse Teile mit Casual-Kleidern kombinieren – den einheitlichen Look brechen. Ich mag es nicht, wie aus einem Guss auszusehen.

Zum Fototermin erscheint sie in einer graugrünen Cargo-Hose für 15 Euro, die sie in ihren Ferien am Gardasee in Italien gekauft hat. Und dazu eine klassische weisse Bluse von H & M und kamelhaarfarbene Prada-Stiefel im Biker-Stil.

Ihre Stiefel sind toll! Haben Sie einen Schuh-Tick?
Nein, meine Schuhsammlung hält sich in Grenzen. Lieber wenige, aber gute Modelle. Im Moment freue ich mich wie ein kleines Mädchen über ein Schnäppchen.

Zum Beispiel?
In einem Secondhand-Shop in Zürich habe ich für sechs Franken Wildlederpumps aus den Siebzigern gekauft – keine besondere Marke und wunderschön.

Wo kaufen Sie sonst noch ein?
Bei Grieder in Zürich. Unter einem Dach finde ich eine ganze Palette guter Marken. Aber ich bin keine Shopaholic.

Sie haben eine neue Frisur. Mit so kurzen Haaren hat man Sie noch nie gesehen.Man sagt, dass sich Frauen die Haare schneiden, wenn sie sich verändern. Was ist bei Ihnen passiert?
Bei mir wars das Ende der Trauer um die Absetzung von «Tag und Nacht». Der alte Zopf musste weg. Es waren genau zehn Zentimeter. Veränderungen gehören nun mal zum Leben. Und man muss sich ihnen stellen.

Auch Ihre Beziehung zu Bernhard Bettermann ist kein langer, ruhiger Fluss. 2004 gab es nach 16 Jahren Ehe eine Trennung. Bernhard zog aus. Dann zog er wieder ein. Dann hiess es, Sie seien nur gute Freunde, aber kein Paar mehr. Was ist nun wahr?
Wir leben zusammen, sind eine Familie (das Paar hat zwei gemeinsame Söhne: Tim, 18, und Luca, 14) und gehen liebevoll und respektvoll mit­einander um.

Aber sind Sie nun ein Paar?
Es ist eine Beziehung, die vielleicht nonkonform ist. Und sie ist lebendig!

Lassen Sie uns über Ihr umwerfendes Äusseres reden. Sie scheinen die Gesetze der Schwerkraft ausser Kraft zu setzen.
Ach was, das Alter geht an niemandem vorbei. Und das ist auch gut so. Ich habe vielleicht gute Gene, trotzdem muss ich auch auf meine Ernährung achtgeben. Zum Beispiel esse ich nicht mehr so viel Butter, dafür mehr Gemüse und Früchte.

Nur von Äpfeln und Rüebli kriegt man aber keinen so definierten Körper. Treiben Sie Sport?
Ich bin keine sportverrückte Kalorienzählerin, aber ich liebe es, im Wald zu joggen, das hat zusätzlich auch den positiven Nebeneffekt, dass es den Kopf befreit und beflügelt.

Würden Sie vom Schönheitschirurgen an sich herumschnippeln lassen?
Jetzt kann ich mir das nicht vorstellen. Aber vielleicht denke ich mit 60 anders, wer weiss? Ich verurteile niemanden, der sich verschönern lässt. Wenn man sich danach besser fühlt, ist es doch wunderbar. Persönlich gefallen mir Menschen besser, die ihre Natürlichkeit behalten. Ein trauriges Beispiel ist Meg Ryan. Wie hübsch war doch diese Frau, und jetzt erkennt man sie kaum noch.

Lassen Sie uns noch über die Schau­spielerei reden. Sie gehen zurück auf die Bühne – ins Casinotheater Winterthur.
Ja, ab 26. Dezember übernehme ich eine Rolle in Martin Suters «Business Class». Ich habe mich gern dazu überreden lassen, obwohl ich mir vor zwanzig Jahren wegen meines Lampenfiebers schwor, nie mehr auf die Bühne zu gehen. Tempi passati. Heute traue ich es
mir wieder zu, ich bin ja ein kleines Stück reifer ­geworden.

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