DJ Energy (†) Die Schweizer DJ-Szene ist schockiert

Am Samstagnachmittag spielte er noch an der Street Parade, kurz darauf starb Roger Beglinger alias DJ Energy. Ein Schock für die Schweizer Musikszene, wie DJ-Kollegen gegenüber SI online erklären.

Am Sonntag machte die traurige Meldung die Runde: Roger Beglinger, bekannt als DJ Energy, ist in der Nacht im Alter von 37 Jahren gestorben. Ein Insider erzählt SI online, dass es dem Trance-DJ schon länger gesundheitlich nicht gut gegangen sei, sogar gespürt haben soll, dass mit ihm etwas nicht stimme. Trotzdem schockiert die Nachricht die Schweizer DJ-Szene. Philipp Braccini alias DJ Toxic spielte nur kurz nach Energy auf der Jubilée Stage an der Street Parade: «Er hat sein Set super durchgezogen, danach ist er gegangen, von Aussen habe ich ihm nichts angemerkt», sagt er zu SI online.

Dass Beglinger ein Drogenproblem gehabt habe, sei ein offenes Geheimnis, meint er. DJ-Kollege Roland Bunkus alias Mr. Da-Nos kann sich vorstellen, wie es Beglinger gegangen ist: «Energy war ein Gott in der Trance-Szene, irgendwann aber liess der Hype um ihn nach, er stürzte in ein Loch.» Vor drei Monaten hat er zuletzt mit ihm gesprochen, «da hat er einen guten Eindruck gemacht». Und auch wenn man sich in der Szene vor allem von Partys kennt, ist für Bunkus klar: «An die Beerdigung gehe ich auf jeden Fall, das ist Pflicht.» Nicht so für DJ Toxic: «Roger hat meine Karriere von Anfang an begleitet, er war mal sowas wie mein Idol, trotzdem sollte die Beerdigung den nächsten Angehörigen vorbehalten bleiben. Ich werde im Stillen trauern.»

Für DJ Mr. P!nk war DJ Energy für die Trance-Musik das, «was DJ Antoine für die House-Musik war»: «Er war ein Pionier und verkaufte auch nach 20 Jahren noch CDs. Spätestens nächstes Jahr an der Street Parade wird man bemerken, dass er fehlt.» Mr. P!nk, der mit bürgerlichem Namen Andreas Hohl heisst, mutmasst, dass Energy «einfach viel zu lieb war»: «Viele profitierten von ihm und liessen ihn einfach stehen. Damit kam er nicht klar, das schlug ihm ziemlich aufs Gemüt.» Das letzte Mal traf P!nk Energy im Frühling zum Nachtessen. «Seit 20 Jahren standen wir in Kontakt. Dass ich zur Beerdigung gehe, ist keine Diskussion.»

Die Meldung vom Tod von Roger Beglinger erreicht DJ Christopher S. per SMS. Er kennt Energy schon seit rund 14 Jahren, überrascht war er aber nicht: «Es tut mir sehr leid, dass er so jung sterben musste und mein ganzes Mitgefühl geht an seine Familie und Freunde. Das Leben als DJ kann sehr anstrengend sein. Darum ist es umso wichtiger, dass man sich einen Ausgleich schafft. Das musste ich mir letzten Sommer auch eingestehen und besser auf mich und meine Gesundheit achten.»

Die Gründe für den plötzlichen Tod des DJs sind nach wie vor nicht bekannt. Wie Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, gegenüber SI online sagt, dauern die gerichtsmedizinischen Abklärungen rund eine Woche. «Vermutlich liegt ein medizinisches Problem vor.»

DJ Tatana, mit der DJ Energy 2003 die CD zur «Energy»-Party aufnahm, war für SI online bisher nicht zu erreichen.

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