Mario Grossniklaus Ein schwuler TV-Mann, na und?

Ab nächster Woche ist Mario Grossniklaus regelmässig als «Tagesschau»-Sprecher im Schweizer Fernsehen zu sehen. Dass der Mann schwul ist, sorgt plötzlich für Gesprächsstoff - dabei ist er damit ja gar nicht allein.

«Schwulen-Magazin outet Tagesschau-Sprecher» - so lautete die Schlagzeile im gestrigen «Blick». Gemeint ist der Berner Mario Grossniklaus, 33, der ab 15. März die «Tagesschau» moderieren wird. Grossniklaus äussert sich im Artikel zur Aussage: «Ja, est stimmt! Ich habe kein Problem mit meiner sexuellen Ausrichtung. Ich stehe dazu.»

Und wo ist dann das Problem? SI online fragte einen, dessen sexuelle Orientierung ebenfalls schon Thema in den Medien war. Kommunikationsberater Patrick Rohr, 41: «2001 war ich auf der <Blick>-Titelseite mit dem Bekenntnis: <Ich liebe einen Mann>. Mich hat schon damals verwundert, dass dieses Thema überhaupt eine Schlagzeile wert war. Umso mehr denke ich, dass das heute, im Jahr 2010, doch wirklich niemanden mehr erschüttern sollte», findet Rohr.

Das Thema Homosexualität sollte meiner Meinung nach kein Thema mehr sein sein, «nicht in Zeiten, in denen zum Beispiel in Zürich zwei von neun Stadtratsmitgliedern homosexuell sind», ergänzt der Kommunikationsexperte. Vielmehr sei es schade, dass sich die Leute in gewissen Metiers immer noch nicht zu ihrer wahren Sexualität äussern könnten: «Ein grosses gesellschaftliches Defizit haben wir noch: Im Sport scheint es auch heute noch nicht möglich, offen homosexuell zu sein, das ist sehr schade», sagt Rohr abschliessend.

Dass Mario Grossniklaus beim TV in bester Gesellschaft sein wird, sehen Sie in unserer Bildergalerie.

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