Evelinn Trouble Die Musikerin sprang auf Zug - und verletzte sich massiv

Nach einem Konzert vor eineinhalb Jahren ist Evelinn Trouble in Zürich auf das Dach eines Zuges gesprungen. Jetzt wurde die Popsängerin verurteilt, kam aber glimpflich davon - weil sie mit ihren Verbrennungen schon genug bestraft sei.
Evelinn Trouble Pressebild
© ZVG

Evelinn Trouble wurde am Donnerstag wegen ihres fatalen Sprungs auf einen fahrenden Zug verurteilt.

Es geschah am Morgen des 8. Juli 2012, kurz vor 9 Uhr. Evelinn Trouble, heute 24, befand sich nach einem ihrer Konzerte am Bahnhof Hardbrücke. Und kam da auf eine Idee mit verheerenden Folgen: Die Sängerin kletterte aufs Perrondach zwischen den Gleisen 2 und 3 - und sprang auf einen einfahrenden Zug. Dabei kam sie der unter Hochspannung stehenden Fahrleitung so nahe, dass ein gefährlich heisser Lichtbogen zwischen ihrem Körper und der Leitung entstand. Evelinn Trouble erlitt schwere Verbrennungen zweiten und dritten Grades, 32 Prozent ihrer Körperoberfläche war betroffen. Sie hatte Glück, dass sie rechtzeitig gerettet wurde.

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Strafuntersuchung ein, am Donnerstag wurde die Sängerin nun wegen fahrlässiger Störung des Eisenbahnverkehrs verurteilt. Warum sie auf die dumme Idee gekommen war? Sie habe sich nach dem Konzert «sehr aufgedreht» gefühlt, zitierte sie Staatsanwalt Jürgen Boll laut «20 Minuten» aus den Polizeiakten. Er sah von einer Bestrafung im Sinne des Artikels 54 des Strafgesetzbuches ab. Sie habe sich so schwere Verletzungen zugezogen, dass sie bereits genug bestraft worden sei. Auch einen Eintrag ins Strafregister bleibt der Musikerin erspart. Allerdings muss sie die Verfahrenskosten von über 1600 Franken tragen. Und die SBB werden einen Schadenersatz von mindestens 1083 Franken fordern.

Die Pendlerzeitung weiss von einer Bekannten der Sängerin: Evelinn Trouble hat sich inzwischen von den Verbrennungen wieder erholt. Sie tourt gerade durch die Schweiz und plant bereits neue Musikprojekte.

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