Zum zweiten Mal «Auf und davon» Jetzt gehts für die Familie Blum ins Outback

Familie Blum liebt das grosse Abenteuer. Bereits 2013 zeigte die SRF-Auswanderserie «Auf und davon» die Davoser bei ihrem Abenteuer in Kanada. Jetzt gehts für die Blums mit Kamelen durch die australische Wüste.
Familie Blum Auf und Davon
© Geri Born

Familie mit Fernweh: Sabrina und Markus Blum mit ihren Kindern Naira (l.) und Amira. In der Mitte schläft Neuzugang Kater Udlu.  

Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht? Das könnte man angesichts des Abenteuers von Familie Blum fragen. Ihr kühner Plan: ein halbes Jahr in Südaustralien Kamele trainieren und mit ihnen dann drei Monate durchs Outback ziehen. 1600 Kilometer in einem Wagen. Anstatt ausgebildete Tiere zu nehmen, zähmten Markus, 43, und Sabrina, 37, erst Wildkamele.

Dabei liessen sie sich von den «Auf und davon»-Kameras begleiten. Für die Zuschauer ist es ein Wiedersehen: Schon 2013 zeigte das SRF die Familie, damals noch zu dritt mit Tochter Amira, 9, bei ihrer Auswanderung in die Wildnis von Kanada. Dort boten sie Pferdetouren an.

Um besser Kunden gewinnen zu können, kehrten sie in ihre Heimat Davos zurück. Nach der Geburt entwickelte ihre Tochter Naira dann eine Rosshaarallergie. Aber mit Tieren unterwegs sein, diese Lebensweise faszinierte die Familie weiter. So sattelten sie 2016 um: vom Ross aufs Kamel.

Familie Blum Auf und Davon
© SRF

Durch die Wildnis: 2012 wanderte die Familie nach Kanada aus und lebt in einer Hütte als Selbstversorger.

Man muss reisen, um zu lernen (Mark Twain). Für die Familie war die Australienreise vor allem eine intensive Familienzeit. Mit glänzenden Augen erzählen Amira und Naira, 5, von der Wildnis. «Wir haben viele Kängurus gesehen und Dingos noch viel mehr», sagt Amira. Einer dieser Wildhunde lief gar nachts mal mitten ins Lager der Abenteuer-Familie. Trotz Gefahrenbewusstsein – Angst hatten sie in der Wildnis nie. «Mit Schlangen habe ich Mitleid. Die haben keine Beine», sagt Naira ganz pragmatisch.

Die Aussicht ist unserer Fernseher

Respekt vor der Natur ist bei den Blums ein wichtiger Wert. Der Alltag in der Schweiz stellt in den Augen von Mama Sabrina an die Kinder viele Anforderungen: still sitzen, Schulaufgaben, benehmen. In Australien durften Amira und Naira mehr Kind sein. Während der drei Monate auf dem Wagen beschäftigten sie sich oft selbst, vermissten weder Spielzeug noch Internet. «Das Wort langweilig fiel nicht einmal», sagt Sabrina. «Amira brachte es mal auf den Punkt: Die Aussicht ist unser grösster Fernseher.»

Die Blums waren schon immer Abenteurer. «Hier gibts keine Aufregung», sagt Markus zu seinem Leben in der Schweiz. «Ich brauche den Reiz und will etwas erleben. Je mehr man reist, desto mehr verändert man sich.» Herausforderungen sucht der gelernte Hochbauzeichner und Schneesportlehrer nicht im Job. Er setzt sich ehrgeizig lieber eigene Ziele. Schon in seiner Schulzeit zog es ihn in die Wildnis, Abenteuergeschichten faszinierten ihn.

Familie Blum Auf und Davon
© Geri Born

Kamelfans: Auf ihrem Australienabenteuer lassen sich die Blums mit ihren Kindern von «Auf und davon» begleiten (ab 5. 1., 21.00, SRF 1).

Nach seiner Ausbildung ging er nach Neuseeland. Sabrina traf der Abenteurer dann in einem Schweizer Cafe in Cairns im Norden Australiens. Sie stammt aus Davos Wiesen, lebte als Kind mit ihren Eltern und als junge Frau einige Jahre Down Under. «Sabrina hat mir sofort total gefallen», schwärmt Markus.

«Wir müssen den Kindern die Welt zeigen»

Zwei Jahre später liefen sie sich in Davos wieder über den Weg und aus den zwei mit Fernweh wurden in der Heimat ein Paar. Die Reiselust legte sich auch nach der Geburt der Kinder nicht. Im Gegenteil: «Wir müssen ihnen doch die Welt zeigen und wollen ihnen Flügel geben», sagt Sabrina. «Die Reisen sind kein Egotrips von uns», ergänzt Markus. Solange die Kinder Lust hätten, werde die Familie immer wieder aufbrechen.

Familie Blum Auf und Davon
© Geri Born
Von Davos ins Abenteuer: Die Welt ist ihr Zuhause: Markus und Sabrina Blum.
 
 

Was immer nur funktioniert, ist kein Abenteuer (Armin Müller-Stahl). «Klar gab es Tiefs, aber wir zweifelten in sechs Monaten Kameltraining nie daran, dass wir es eines Tages hinkriegen, die Tiere einzuspannen», sagt Markus zum Umgang mit den Wüstenschiffen, die manchmal störrischer sein können als ein Esel. Und unterwegs lief auch nicht alles glatt: Der Wagen blieb im Schlamm stecken oder kapitulierte an Hügeln.

Familie Blum Auf und Davon
© HO
Durch die Wüste: Mit den Kamelen Teddy und Molly reisten die Blums drei Monate durchs Outback.
 
 

Trotzdem würde die Familie jederzeit wieder so reisen. Auch wenn sie wissen, dass sie nach dieser intensiven Zeit nicht alle Bekanntschaften wiedersehen werden. «Dass die Kinder lernen, loszulassen, ohne Angst zu haben, etwas zu verlieren, ist uns sehr wichtig», sagt Sabrina. Wie es den Kamelen Teddy und Molly heute geht, wissen sie leider nicht.

Familie Blum Auf und Davon
© Geri Born

Mitbringsel: Seit der Australienreise spielt Markus Didgeridoo.

In Davos tollt Amira gerade im Schnee im Garten. Bei den Blums ist seit der Rückkehr im August 2017 der Alltag eingekehrt. Sabrina arbeitet als medizinische Masseurin, näht Kinderkleidung und backt Knäckebrot, das sie im Dorfladen verkauft.

Markus kümmert sich ums Familienbusiness «blumundweg» und arbeitet in einem Sportgeschäft. Frühestens 2019 wollen sie die nächste Reise antreten. Wohin? «Ich weiss es nicht. Wir sind spontan», lacht Sabrina. Denn: Menschen unternehmen keine Abenteuer, die Abenteuer nehmen sich der Menschen an ( John Steinbeck).

«Auf und Davon» mit der Familie Blum startet heute Freitag, 5. Januar um 21.00 Uhr auf SRF1.

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