Nach Elefanten kommen Geissen Chris Rui Knie übt für die Manege

Ein Jahr nach dem Elefanten-Aus geht für Chris Rui Knie der Traum in der Manege weiter. Im neuen Knie-Programm darf der Junge mit zwölf herzigen Ziegen auftreten.  
Familie Knie Stammbaum Zirkus Manege Vermögen
© Fabienne Bühler

Tierlieb: Chris Rui Knie mit dem knapp einjährigen Zieglein Fanta.

Es schneit vor dem 55 Jahre alten Knies Kinderzoo in Rapperswil SG. Im Winterquartier des National-Circus laufen schon die Vorbereitungen für die 99. Saison (Premiere: 23. März). Hier trainiert Chris Rui Knie, 10, mit einem Dutzend Ziegen. Der Sohn von Linna, 38, und Franco Knie junior, 38, strahlt und lacht. «Das sind meine neuen Elefanten.» Wie bitte? «Ja, ich trete mit zwölf jungen Geissen aus Schweizer Zucht im neuen Programm in der Manege auf. Zusammen mit meinen Eltern.» 

Eine ältere Geiss schleckt die Hand von Chris Rui. «Das ist Schlecki. Sie ist fast so alt wie ich», sagt der junge Zirkusmann, der zur 8. Knie-Generation gehört. «Sie hat mir immer die Hand abgeschleckt. Darum nenne ich sie Schlecki.» Aus der Tierfreundschaft ist jetzt noch mehr geworden. «Sie brachte uns auf die Idee, mit Ziegen aufzutreten.» In der Trainingsmanege des Winterquartiers übt Chris Rui schon seit Längerem Kunststücke. «Jeden Tag vor und nach der Schule über zwei Stunden. Die Arbeit mit den Geissen macht riesigen Spass, sie lernen schnell und viel.» Jede Geiss hat einen Namen. «Sie hören schon hin, wenn ich sie rufe», erklärt Chris Rui ganz stolz.

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© Fabienne Bühler

Winterfest: Chris Rui (l.) wird von Vater Franco Knie junior beim Üben mit den Tieren tatkräftig unterstützt.

Der Zirkus ist seine Leidenschaft: Schon mit anderthalb Jahren, als er gerade richtig laufen konnte, stand er erstmals – vereint in
 drei Generationen mit Papa und
 Grosspapa – in der Manege. Die
 Zirkusatmosphäre und das Pub
likum haben ihn von Anfang an 
begeistert. «Ich mag die Leute.» Viele arbeiten schon 30 Jahre bei
 Knies. «Aber am liebsten bin ich bei den Tieren und pflege sie gerne.» Wenn es ihnen gut geht, gehe es ihm auch gut, fügt Chris Rui mit einem breiten, zufriedenen Lächeln im Gesicht an. 

Es ist bitterkalt. Darum kommen ein paar Innenaufnahmen mit den Eltern gerade recht. Chris Rui aber freut sich vor allem auf das Käsefondue, das ihm sein Vater versprochen hat. Und schon gehts zu Tisch. 
«Die Käsemischung kommt aus dem Freiburgischen», sagt Franco Knie junior. «Immer wenn wir in dieser Region gastieren, decken wir uns für die Wintermonate ein.» Vor drei Jahren hat Franco junior die technische Leitung des Zirkus übernommen.Von seinem Vater Franco Knie, 62, der sich seither um den Kinderzoo kümmert und hier nach thailändischem Vorbild einen Elefantenpark mit Restaurant aufgebaut hat.  «Schon mein Grossvater Rolf Knie hat seine Laufbahn damals nach dem Zirkus im Kinderzoo beendet», erinnert sich Franco Knie junior.

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© Fabienne Bühler

Fondue-Plausch: Chris Rui (l.), Linna und Franco Knie geniessen feinen Käse aus dem Freiburgischen.

«Der Entscheid, mit den Elefanten aus der Manege in den Kinderzoo zu gehen, hat uns am Anfang sehr wehgetan», gibt Linna Knie-Sun offen zu. «Umso glücklicher sind wir, dass wir mit unseren Ziegen etwas Neues, ganz anderes zeigen dürfen.» 1999 kam Linna mit der Liaoning Acrobatic Art Troupe aus China zum Knie als Velo- und Teller-Artistin. Linna und Franco junior verliebten sich schnell, heirateten 2003: «Er ist mein Traummann. So charmant, interessant und lustig.» 

Erst im Alter von 22 Jahren hat Franco junior, der vorher in der IT-Branche tätig war, die Leidenschaft für den Zirkus entdeckt. Zärtlich nimmt er seine Frau in die Arme, erwidert die Komplimente: «Linna ist eine wundervolle Frau und eine liebende immer sich kümmernde Mutter.»

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