«Das persönliche Interview» mit Gerhard Pfister Darüber regt sich der CVP-Nationalrat auf

Gerhard Pfister will CVP-Präsident werden. Und findet das die beste Idee seines Lebens. Oder die dümmste. «Das sehe ich in nächster Zeit.» Im persönlichen Interview verrät der Nationalrat ausserdem, wieso er viele Götter hat. Und was er in seiner Jugend überlebte.
CVP Nationalrat Gerhard Pfister Interview
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Gerhard Pfister reist leidenschaftlich gerne.

Schweizer Illustrierte: Gerhard Pfister, wo am Körper tuts Ihnen weh?
Wenn man mal über 50 ist, merkt man, dass der Körper nicht einfach eine beschwerdelos funktionierende Sache ist. Konkret bei mir: Rücken, Magen. Aber mittlerweile nehme ich diese Warnsignale ernst, und ändere dann - kurzfristig - meine Lebensweise. Bis zum nächsten Zwicken.

Was in Ihren Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern?
Meine Reisen. Ich besuche leidenschaftlich gern andere Länder, liebe Flugreisen. Meine Ökobilanz wird da wohl miserabel sein.

Welches Gemüse sollte verboten werden? Und was wären Sie für ein Gemüse oder was für eine Frucht?
Wieso ein Gemüse verbieten? Meine Frau findet ohnehin, ich esse zu wenig Gemüse, und sie hat recht, denn es ist gesund. Meine Wahlfrucht: natürlich ein «Zuger Chriesi», lieber schwarz als rot.

Bei wie viel Franken pro Liter Benzin wäre für Sie die Schmerzgrenze erreicht?
Ich finde, die Autofahrer werden ohnehin bereits jetzt über Massen belastet. Deshalb kämpfe ich dafür, dass die Schmerzgrenze nicht höher wird.

Wie hätte Ihr Vorname als Mädchen gelautet?
Weiss ich nicht. Ich verdanke meinen Namen meiner deutschen Mutter. Als Kind hatte ich Mühe mit diesem Namen, heute finde ich ihn schön.

Als Sie Kind waren, was haben Ihre Eltern Ihnen da immer gesagt?
Meine Mutter ist verstorben, als ich sehr klein war. Mein Vater pflegte mir immer zu sagen: «Mach aus deinem Leben, was du willst, aber mache es gut und immer mit Leidenschaft.»

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Jesses, keine Ahnung. Ich vermute, ich habe Selbstgebasteltes als Primarschüler verschenkt. Waren sicher furchtbare Basteleien.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ich finde Oberägeri einen wunderbaren Ort, so wie er ist. Wenn Sie da mal vorbeikommen, werden Sie verstehen, warum.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie Ihren Teller nicht leer essen?
Ich rege mich enorm über Leute auf, die sich zu viel auf den Teller schöpfen und dann Lebensmittel so bedenkenlos übrig lassen. Ein Zeichen miserabler Erziehung.

Was für ein Hintergrundbild hat Ihr PC?
Ein Bild der Kirche San Giorgio in Venedig. Zur Erinnerung, dass ich immer wieder dort hinmuss, aus Gründen der Psychohygiene. Möglichst einmal jährlich.

Sind Sie Organspender?
Nein. Ich kann keinen vernünftigen Grund dafür angeben.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens? Und die dümmste?
Die beste Idee: Parteipräsident der CVP werden zu wollen. Die dümmste: eventuell die gleiche Idee. Das sehe ich demnächst.

Welche Ihrer Eigenschaften möchten Sie Ihren Kindern vererben? Welche keinesfalls?
Ich habe keine Kinder. Meine negativen Eigenschaften gehen zum Glück alle mit mir ins Grab.

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu designen. Mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten soll er Sie erschaffen?
Ich bin mit meinen Eigenschaften, vor allem aber mit meinem Leben so zufrieden, dass es arrogant wäre, etwas anderes vom lieben Gott zu verlangen. Man solls nicht übertreiben mit Wünschen, gerade wenn man das Glück hat, in der Schweiz leben zu können.

Welche Bücher, Musik, Filme haben Ihr Leben massiv beeinflusst?
Ich kann diese kaum alle aufzählen. Ich bin in Sachen Kunst ein Polytheist, habe da viele «Götter». Wenn ich mich schweren Herzens auf einen Titel beschränken muss, wäre es das Buch «Langsame Heimkehr» von Peter Handke.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welcher Schauspieler soll die Hauptrolle spielen?
Eine Fangfrage, die die Eitelkeit berührt. Wenn schon, riskiere ich eine anspruchsvolle Antwort: Cary Grant. Der sah um einiges besser aus als ich. Aber das wäre in einem Film über mich ja erlaubt.

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Ich lebte damals in einem Internat in Disentis. Das war kein Zimmer, sondern ein Schlafsaal, spartanisch eingerichtet: ein Bett, ein Kleiderkasten. That was it. Aber mir hats nichts ausgemacht. Wer das überlebt hat, den kann nachher wenig erschrecken.

Wer ist Ihre beste Freundin?
Meine Frau. Sie ist mehr als meine beste Freundin, aber das ist sie auch.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Über die Geschenke, die ich zu Weihnachten erhalten habe. Besonders über das Geschenk meines 14-jährigen Göttibubs: ein Jahreskalender mit tollen Fotos von ihm und seiner Familie.

Im Dossier: Weitere bereits erschienene persönliche Interviews

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