Heitere Open Air Zofingen Hecht: «Früher haben wir mehr getrunken»

Die Band Hecht ist bekannt für ihre starken Live-Auftritte. Am Heitere Open Air in Zofingen wagt Sänger Stefan Buck auf einem Brett sogar einen Höllenritt über die Menge. Wir haben sie Backstage getroffen und über ihren Erfolg geredet. 
Hecht Heitere Open Air 2018
© Remo Nägeli

Sie fehlen an keinem grossen Festival des Sommers: Die Band Hecht. Ihre Songs wie «Kawasaki», «Tanze, Tanze» oder «Adam + Eva» sind einfach dafür gemacht, von Tausenden voller Inbrunst mitgesungen zu werden. Paradedisziplin der Band: Live Auftritte. Dabei folgen sie einem Credo: Wir sterben für unsere Fans auf der Bühne. So auch am Heitere Open Air in Zofingen.

Drei Zugaben und ein Höllenritt

Drei Zugaben müssen Hecht nach fast 75 Minuten Programm spielen. Und die tanzenden Fans auf dem brütend heissen Festplatz danken es ihnen mit lautem Mitsingen und frenetischer Party-Stimmung. Heute wieder auf der Bühne gestorben? «Ja, definitiv, aber vor Hitze», sagt Sänger und Bandleader Stefan Buck, 38, direkt nach dem Auftritt hinter der Bühne. Die fünf Hechte stossen an, umarmen sich, der Schweiss fliesst. Alle sind k.o., aber glücklich.

«Die Bilder brennen sich ins Hirn ein. Heute war es wirklich krass», so Buck. Und das nicht nur, weil er sich noch einen besonderen Sommer-Wunsch erfüllte. Mit einem Stand-Up-Brett surfte er über die Menge. «Unser Lieblingsmoment. Wir waren alle gespannt: Fällt er runter oder nicht?», sagt Bassist Philipp Morscher, 38. Stefan schaffte den Ritt auf der Menge zum Glück sturzfrei und hatte seinen Spass bei der crazy Aktion. Er erkennt die Metapher dahinter: «Die Leute tragen uns wirklich bei so einem Konzert. Die Band und das Publikum bilden zusammen das Live-Erlebnis.»

Hecht Heitere Open Air 2018
© Remo Nägeli

Heitere Open Air: Nach 75 Minuten Euphorie sind Hecht durchgeschwitzt, aber happy. 

«Diese Momente da oben sind unser Lohn»

Auf der Bühne gibt die Band alles, vor der Bühne herrscht Hochstimmung: Konfettifetzen, Gruppentanz, rosa Jeansjacken: «Wir finden's einfach geil. Pressetermine, Selfies, Social Media; wir machen alles mit, um auf der Bühne sein zu können. Diese Momente da oben sind unser Lohn», erklärt Stefan Buck. Davon bekommt die Band nie genug. «Wir könnten jeden Tag an einem Festival spielen.» Auch um zu zeigen, was ihren Sound ausmacht. «Musik muss man nicht nur über Kopfhörer erleben, sondern live mit der ganzen Energie, dem Bass und uns auf der Bühne.»

Dabei ist die Band sympathisch normal. Drei Mitglieder sind sogar Familienväter, im Backstage spielt Bucks kleiner Sohn und in der Garderobe ist ein Kinderwagen parkiert. Keines der Bandmitglieder hat seinen Job als Banker, Lehrer oder Ingenieur aufgegeben. Trotz des Erfolges. «Wir sind im Moment alle sehr glücklich, so wie es ist», sagt Buck.

Der Erfolg hat sie nicht verändert

Bis Ende 2018 werden sie mehr als 40 Konzerte in einem Jahr gespielt haben. Der Erfolg hat ihre Freundschaft nicht verändert. «Wir sind einfach alle geile Sieche»,lacht Schlagzeuger Chris Filter, 30. «Und wir haben das gleiche Ziel und die gleiche Vision», ergänzt Gitarrist Christoph Schröter, 38.

Seit fast 20 Jahren machen die Männer zusammen Musik. Dass der grosse Erfolg jetzt erst kommt, sehen sie als Vorteil an. «Jeder weiss, wer er ist, macht seine Sachen mit und ohne Hecht. Das macht alles viel einfacher», so Buck. Aber eins hat sich in den Jahren doch geändert: das Bier direkt nach der Show. «Früher haben wir mehr getrunken, heute dafür besseres», muss Stefan Buck lachen.

Währenddessen folgt Keyboarder Daniel Gisler, 37, schon einem weiteren Ritual nach der Show. Dann trinkt die Band immer Gin Tonic zusammen. Und auch vor dem Konzert gibt es einen festen Ablauf. Nach dem Einspielen umarmen sich die Fünf und schreien laut «Charlotta». Früher spielten sie vor 50 Leuten, heute vor 10.000. Zu alten treuen Fans, sind neue dazugekommen. «Für uns ist ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen. Da schmeckt das Bier zehnmal so gut», sagt Buck.

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