Philipp Fankhauser «Ich bin ein stolzer Schwuler»

Seit er als Coach bei «The Voice of Switzerland» amtete, kann der Bluesmusiker Philipp Fankhauser kaum mehr unerkannt auf die Strasse. Doch der Ruhm hat auch Schattenseiten. So ärgert sich Fankhauser darüber, wie respektlos teilweise über das Ende seiner Liebe mit seinem brasilianischen Ehepartner berichtet wurde.
Dank «The Voice of Switzerland» ist Philipp Fankhauser mehr in den Schlagzeilen als zvor. Das hat auch negative Seite, wie er seit der Trennung von seinem Ehe-Partner weiss.
© Thomas Buchwalder Dank «The Voice of Switzerland» ist Philipp Fankhauser mehr in den Schlagzeilen als zvor. Das hat auch negative Seite, wie er seit der Trennung von seinem Ehe-Partner weiss.

Schweizer Illustrierte: Philipp Fankhauser, was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie auf die Zeit bei «The Voice of Switzerland» zurückblicken?
Philipp Fankhauser: Die vielen tollen Leute, die ich kennen lernen durfte. Es haben sich während dieser Zeit Freundschaften entwickelt.

Haben Sie noch Kontakt zu den Talenten aus Ihrem Team?
Ja, natürlich. Wir haben eine Whatsapp-Gruppe eingerichtet, und Iris, Gisel und Ricardo werden bei meiner Tour auch mal mit mir zusammen auf der Bühne stehen.

Können Sie ihnen bei ihrer Musik-Karriere behilflich sein?
Ich weiss nicht, ob das nötig ist. Im Moment brauchen sie vor allem eines: den festen Willen, es zu packen. Das gilt insbesondere für Iris, die schon so lange an ihrer Karriere arbeitet. Eine nationale Plattform, um sich zu präsentieren, hatte sie ja jetzt.

Gilt das auch für Sie? Die Präsenz am TV hat Sie einem Publikum näher gebracht, das Sie vorher wohl nicht kannte.
Das stimmt. Meine Konzerte waren zwar auch vor «The Voice» jeweils gut besucht bis ausverkauft. Aber es ist frappant, wie viel öfter ich auf der Strasse erkannt und angesprochen werde. Die Leute winken mir aus dem Auto zu, sogar beim Überholen auf der Autobahn.

Gefällt Ihnen das?
Klar, ist es als Künstler toll, wenn man erkannt wird. Aber es gibt auch Tage, an denen muss ich es nicht unbedingt haben, alle paar Meter angesprochen zu werden. Da bleibe ich dann halt lieber zu Hause. Oder ich nehme ein Taxi, um unerkannt irgendwohin zu kommen.

Auch über Ihr Privatleben war vorher eher wenig bekannt. Jetzt interessiert sich plötzlich die ganze Schweiz für Ihre Trennung von Ihrem langjährigen Partner.
Daran bin ich ja ein Stück weit selbst schuld. Ich habe mich in der Radiosendung «Doppelpunkt» verplappert. Nun haben sich ja Baschi und Katy Winter auch getrennt, so waren meine Schlagzeilen schnell vergessen.

Hat es Sie überrascht, dass sich die Medien so auf Ihre Trennung «gestürzt» haben?
Ich war vor allem über die Tonalität geschockt, die da teilweise herrschte. Marcelo und ich waren sieben Jahre zusammen und lebten vier Jahre lang in einer eingetragenen Partnerschaft. Das ist das korrekte Wort dafür - nicht «Homo-Ehe»! Ich finde es übel, dass gewisse Blätter solche despektierlichen Ausdrücke schreiben dürfen. Als stolzer Schwuler empfinde ich das als homophob!

Sie sind gerade auf Tour. Hat sich Ihr Publikum nach «TVOS» geändert?
Ein bisschen schon, ja. Es kommen zum Beispiel mehr Familien mit Kindern. Das freut mich sehr, denn da gibt es jetzt eine neue Generation, die mich dank «The Voice» kennt. Meine Zukunft ist gesichert! (Lacht)

Bei der Castingsendung mitzumachen war also ein guter Entscheid für Sie?
Zweifelsohne. Ich hatte grossen Spass. Ich hoffe, es gibt eine zweite Staffel - und ich werde wieder angefragt, dabei zu sein. 

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