Exklusiv: Das grosse Interview mit Georges Riederer Jetzt spricht der Vater der neuen Miss Schweiz

Seit vergangenem Samstag sorgt die neue Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer für Schlagzeilen. Besonders das Schicksal ihrer zerbrochenen Familie bewegt. Im Interview mit SI online nimmt ihr Vater Georges Riederer zum ersten Mal Stellung.
Jastina Doreen Riederer Vater der Miss Schweiz 2018 Georges Riederer
© zVg

Georges Riederer ist der Vater der neuen Miss Schweiz Jastina Doreen Riederer.

Jastina Doreen Riederer, 19, ist erst seit vier Tagen Miss Schweiz. Seither hat sie viele Interviewtermine hinter sich gebracht. Mit einer Aussage über ihre Familie hat Riederer eine regelrechte Medienwelle ausgelöst. «Mein Vater war sehr unfein zu meiner Mama. Dann musste er gehen. Seit da spreche ich nicht mehr mit ihm und will auch nichts mehr mit ihm zu tun haben», sagte die junge Miss gegenüber «Blick».

Im Interview mit SI online nimmt Georges Riederer nun erstmals Stellung zu den Vorwürfen seiner Tochter.

Herr Riederer, Ihre Tochter ist Miss Schweiz. Freut Sie das?
Ich bin wahnsinnig stolz und glücklich, dass Jastina gewonnen hat. Ich habe mitgeschwitzt und Tränen vergossen, als der Entscheid verkündet wurde.

Sie waren in dem Moment nicht anwesend. Wieso?
Ich habe Jastina am Telefon gratuliert. Meine Frau war im Saal anwesend und da wir uns zurzeit im Trennungsprozess befinden, hätte meine Teilnahme an der Wahlnacht einen Konflikt provoziert. Daher habe ich mich im Vorfeld entschieden, die Wahl nicht im Trafo mitzuverfolgen.

Jastina Doreen hat in mehreren Medienberichten gesagt, dass sie seit einem Jahr keinen Kontakt mehr zu Ihnen habe. Wie kommen Sie mit dieser Situation klar?
Zunächst muss ich etwas klarstellen: Aufgrund der Tatsache, dass Jastina noch bei ihrer Mutter lebt, wird ihre Sichtweise auf die Dinge von meiner Frau beeinflusst. Zudem ist eine Scheidung für die gemeinsamen Kinder sehr emotional. Als Vater muss ich Jastina etwas Zeit geben, die Situation zu verarbeiten. Es ist korrekt, dass ich und meine Frau uns vor einem Jahr getrennt haben und ich aus dem gemeinsamen Zuhause ausgezogen bin. Sechs Monate herrschte zwar Funkstille zwischen mir und Jastina, wir hören und sehen uns aber seit Längerem wieder. Ich habe gerade heute Mittwochmorgen über 30 Minuten mit ihr telefoniert. Ich stehe zu ihr und biete Unterstützung. Der Rummel um ihre Person nimmt sie zurzeit sehr mit. Dass die Trennung von mir und meiner Frau so stark aufgebauscht wird, macht ihr enorm zu schaffen. Sie ist mit den Nerven am Ende und hat daher das Gespräch mit mir gesucht.

Miss Schweiz 2018
© David Biedert

Die Familie Riederer ist mächtig stolz auf Jastina Doreen (m.). Ihre Nichte Julissa (v. l.), 9, Schwägerin Jocelyne, Bruder Tommy, 34, Mutter Teresa, 56, und das Grosi Dorothea kamen alle in die Trafohalle in Baden AG.

Es hiess auch, Sie hätten nach Ihrem Wegzug Jastina Doreens Nummer gesperrt.
Das stimmt nicht. Diese Aussage in den Medien macht mich unglaublich wütend. Jastina hat während der Lehrzeit ein paar Mal ihre Nummer gewechselt. Ich habe keine einzige dieser Nummern blockiert oder gelöscht.

Was hat Sie dazu veranlasst, Ihre Familie zu verlassen?
Die Trennung war kein Entscheid, den wir von heute auf morgen fällten. Es war ein Prozess, der über acht Jahre dauerte. Während dieser Zeit haben meine Frau und ich mehrmals versucht, uns wieder anzunähern. Wir waren 34 Jahre verheiratet. Das wirft man nicht einfach weg. Trotz aller Versuche klappte es nicht mehr mit uns. Meine Frau und ich hatten uns einfach zu stark auseinandergelebt. Ich wartete mit dem Auszug, bis Jastina volljährig war.

Wie war das Zusammenleben, bevor Sie ausgezogen sind?
Die letzten Jahre haben wir viel gestritten. Ich habe vor 30 Jahren mein eigenes Transportunternehmen gegründet. Die Arbeit ist mein ganzer Stolz und beansprucht sehr viel Zeit. Aufgrund meiner Tätigkeit kam ich abends oft erst spät nach Hause. Meine Frau kam mit dieser Situation nicht klar.

Erzählen Sie von Ihrer Beziehung zu Jastina.
Ich habe früher viel Zeit mit meiner jüngsten Tochter verbracht und sie schon immer in ihren Träumen, Model zu werden, unterstützt. Gemeinsam haben wir dutzende Model-Agenturen abgeklappert. Wegen ihrer langen Haare wurde sie leider oft abgelehnt. Als Kind hat sie zudem eine Modelschule bei Charly Werder gemacht. Dort lernte Jastina das professionelle Laufen und Posen. Für die Modelschule fuhr ich sie jede Woche nach Cham ZG.

Jastina Doreen wurde in ihrer Kindheit Opfer von Mobbing. Wo waren Sie in diesen Momenten?
Immer an ihrer Seite. Jastinas Mutter und ich waren damals noch ein glückliches Ehepaar, wir haben in dieser schweren Zeit gemeinsam viel geweint. Als Vater war ich das Sprachrohr der Familie und viel im Kontakt mit den Lehrpersonen, dem Psychologen und den Ärzten.

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