Sommerserie: 26 Stars, 26 Kantone, 26 Lieblingsorte Lisa Stoll paddelt und schiesst in Schaffhausen

Musikalisch ist Alphornspielerin Lisa Stoll geerdet und traditionsbewusst. Privat sucht sie aber die Action. In ihrem Heimatkanton Schaffhausen schwimmt sie erst oben auf und trifft dann ins Schwarze. 
Lisa Stoll
© Pascal Mora

Flusstour Lisa Stoll und Bootsführer Reto Brun paddeln dem Schaffhauser Ufer des Rheins entlang.

«Drei, zwei, eins!» Kräftig stösst sich Lisa Stoll, 21, vom Boot ab und springt in den Rhein. Als sie wieder auftaucht, lacht sie. Nach der Soft-Rafting-Tour auf ihrem Lieblingsfluss hat sich die Schaffhauserin besonders auf das erfrischende Bad gefreut.

Lisa Stoll
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R(h)ein ins kühle Nass! Zur Raftingtour gehört auch ein Badestopp: «Das Wasser ist mega angenehm.»

Ist das jetzt Schaffhausen?

Mit Bootsführer Reto Brun, 61, ist sie bis nach Rüdlingen gepaddelt, vorbei an Naturschutzgebieten und grünen Wäldern. Nur das Ufer gibt Rätsel auf: «Ist das jetzt Schaffhausen?» Der Rhein markiert die Grenze zwischen Schaffhausen, Zürich und Deutschland. «Unser Kanton ist in der Schweiz viel zu wenig bekannt. Er liegt am Rand. Wir sind eben ein Geheimtipp», sagt Lisa. Eine Bootstour wie diese liebt sie: «Der Rhein zieht mich im Sommer magisch an. Manchmal lasse ich mich mit meinen Freunden drei Stunden im Gummiboot treiben. Wir singen und baden», erzählt sie.

Nächste Station in der Weinregion ist der Lindenhof in Buchberg. Die Bauersfamilie Simmler züchtet hier Rinder, und in der herzigen Besenbeiz mit Blick auf den Rebberg lässt die Alphornspielerin gern solche Sommerabende mit ihren Freunden ausklingen. «Wir treffen uns in einem Rebhüsli und bräteln. Wirklich idyllisch.» Mit Aussicht übers ganze Klettgau.

Lisa Stoll
© Pascal Mora

In der Besenbeiz testet die Musikerin die Hausspezialitäten: Rindsbratwurst und Hacktätschli.

Die tiefste Alp der Schweiz

Lisa schwärmt von Wanderungen zwischen den Reben und dem Restaurant Babental auf der tiefsten Alp der Schweiz. Ihr Tipp für Familien: der Seilpark in Schaffhausen. Den hat die sportliche Musikerin natürlich schon ausprobiert. «Ich bin aber eher die Rennvelofahrerin.» 

Sucht sie hingegen die Ruhe, steigt sie mit ihrem Alphorn allein auf einen Hügel, spielt, geniesst die Weitsicht. Das brauche sie manchmal. «Schaffhausen ist meine Heimat, in der ich mich wohlfühle. Die Menschen hier stehen zu dem, was sie haben. Sie sind stolz auf ihr Dorf und pflegen es. Das ist toll.» 

Lisa Stoll hat Fernweh

Die traditionsbewusste Frau zieht es aber immer wieder in die Ferne. Nach der Matur reiste sie nach Neuseeland, im Winter arbeitete sie in Graubünden als Serviertochter. Im Engadin wird sie nun eine Tourismusfachschule besuchen. Dabei läufts musikalisch bestens, Lisa kommt rum: Sri Lanka, Japan, Schweden. «Dieses Jahr ist extrem. Im Ausland ist das Alphorn sehr gefragt.»

Dass sie damit mehr kann, als langsam und getragen zu spielen, zeigt sie bei einem kleinen Konzert im Garten des Lindenhof. Heute mal in Jeans statt Tracht. Zum Abschluss des actionreichen Nachmittags steht ein Bogenschiess-Kurs bei Experte Marco Senn, 49, an. Schon beim fünften Versuch trifft Lisa in die Mitte und jubelt.

Lisa Stoll
© Pascal Mora

Schuss am Maisfeld. In ihrer ersten Probestunde trifft Lisa Stoll die Zielscheibe schon ganz gut.

Drei Tipps von Lisa Stoll zum Kanton Schaffhausen

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