Zu Hause beim «Bauer, ledig, sucht...»-Moderator Marco Fritsche: «Ich bin ein Landei»

Er zielt mit Liebespfeilen auf Schweizer Landwirte: Marco Fritsche moderiert seit zehn Jahren die Erfolgssendung «Bauer, ledig, sucht …». Hausbesuch bei dem Mann, der als tätowierter Hipster einst für Aufruhr sorgte, aber eigentlich ein stolzes Landei ist.
Marco Fritsche Bauer, ledig, sucht... Moderator Shooting SI Ausgabe 32/2018
© Geri Born

Naturnah: Der «Bauer, ledig, sucht...»-Moderator auf der Terrasse seiner Lieblingsbeiz Schlössli in Appenzell Steinegg mit Blick auf Bogartenmannli, Marwees und Ebenalp.

Karierte Hemden trägt «Amor» nur bei seiner Arbeit. Privat hingegen mags Marco Fritsche, 42, der Kuppler der Schweizer Landwirte, sportlich und locker-launig. Seit zehn Jahren moderiert der Appenzeller bereits das TV-Erfolgsformat «Bauer, ledig, sucht...» beim Privatsender 3+.

Seit vier Wochen läuft die 14. Staffel mit «neuen romantischen Liebesgeschichten vom Lande», so die Eigenwerbung. Fritsche legt dieses Mal als «Liebesgott Amor» mit seinen Pfeilen unter anderem auf den bisher ältesten Liebe suchenden Bauern Martin, 80, aus Nidwalden an. Ob er ins Herz des Seniors trifft, wird sich zeigen.

Getroffen hat der Liebesgott aus Appenzell in der Vergangenheit schon einige Male. Bisherige Bilanz der Kuppelshow:

  • 17 Hochzeiten
  • 11 Verlobungen
  • 23 Babys!

«Mein Job ist es, alle bei Laune zu halten während der Dreharbeiten»

Fritsche selbst sieht sich eher als eine Art «Club Med»-Animateur denn als Kuppler der Nation. «Mein Job ist es, alle bei Laune zu halten während der Dreharbeiten. Sowohl die Bauern als auch die Filmcrew.» Was die Auswahl der Landwirte und ihrer Hofdamen angeht, ist der Moderator im Vorfeld gar nicht involviert. «Erst wenn ich auf die Höfe gehe, lerne ich die Bauern kennen.»

Marco Fritsche Bauer, ledig, sucht... Moderator Shooting SI Ausgabe 32/2018
© Geri Born

Rustikal: Marco Fritsche lebt als Appenzeller so, wie es sich gehört – in einem alten Appenzeller Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert.

Als Paradiesvogel wird Marco Fritsche in der Schweizer TVLandschaft einst bekannt. Er gehört zu den ersten Moderatoren beim Musiksender Viva, wo er neben seiner frechen Klappe vor allem mit seinen tätowierten Armen und orangen Haaren auffällt. Später reist er für die SRF-Sendung «Eiger, Mönch & Maier» durch die Schweiz. Heute kommt er fast schon so seriös daher wie die Bauern, die er an den Mann oder die Frau bringt.

Der Moderator ist selbst glücklich vergeben

Seine Liebe hat er längst gefunden. An Silvester vor bald fünf Jahren heiratet Fritsche den Architekten Martin Arnold, 34. Das Paar führt eine Wochenendbeziehung, «weil Martin in Zürich arbeitet». Marco und Martin haben in der Stadt noch eine zweite Wohnung. Doch am wohlsten fühlt sich Fritsche auf dem Land – in Appenzell. «Für mich schliesst sich da ein Kreis», sagt er.

Seine Mutter hat zwölf Geschwister. «Alle meine Onkel und Tanten sind in der Landwirtschaft tätig. Ich habe von daher schon das Gefühl, diese Menschen auch zu verstehen.» Dass er früher als «Partymaus» und «Hipster» galt, versteht er bis heute nicht so ganz. «Ich bin ein Landei», sagt er – und er sagt es mit Stolz.

Marco Fritsche Bauer, ledig, sucht... Moderator Shooting SI Ausgabe 32/2018
© Geri Born

Abgehoben? Nein! Marco Fritsche galt als Partymaus und Hipster. Aber: «Ich bin ein Landei!», sagt er stolz.

Hätte er sich träumen lassen, zehn Jahre «Bauer, ledig, sucht …» zu moderieren? «Ich habe vorher nie etwas länger als fünf oder sieben Jahre gemacht», sagt er und fügt lachend an: «Die Frage müsste eher lauten, ob ich damals überhaupt zum Casting gegangen wäre, wenn ich geahnt hätte, diese Sendung so lange zu moderieren.»

Die Bauern sind ihm ans Herz gewachsen

Ans Aufhören denkt Fritsche, obwohl nun schon länger als sieben Jahre dabei, noch lange nicht. «Spätestens wenn alle Bauern verheiratet sind, mache ich Schluss», sagt er scherzhaft. Und etwas nachdenklicher fügt er hinzu: «Der Gedanke, dass ich aufhören müsste und die Sendung weitergeht, macht mir schon Probleme.» Warum? Weil Fritsche die Bauern, mit denen er zu tun hat, wirklich mag. «Und weil ich glaube, dass ich schon einen besonderen Draht zu ihnen habe.»

Marco Fritsche Bauer, ledig, sucht... Moderator Shooting SI Ausgabe 32/2018
© Geri Born

Neugierig: Sein Zuhause hat Fritsche bis ins Detail geplant – inklusive Stauraum unter der Treppe.

Auch Trauzeuge ist «Amor» Fritsche bei einigen Landwirten schon gewesen. «Wenn es sich anbietet und ich gerade eh in der Nähe unterwegs bin, besuche ich die Bauern aus vergangenen Staffeln. Dann erfährt der Liebesstifter das neuste Liebesgeflüster. «Die sind untereinander bestens vernetzt und wissen, wo es bei wem kriselt und wer was macht.»

So ist der Schweizer Liebesgott beziehungsweise Kuppler der Nation immer bestens informiert, wo seine Pfeile voll ins Herz getroffen haben.

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