«Ich renne alle fünf Minuten aufs WC» Mimi Jäger leidet am Reizdarmsyndrom

Mirjam Jäger macht in manchen Nächten kein Auge zu. Ihre Verdauung spielt hin und wieder verrückt. Mit SI online spricht die Moderatorin über ihr Reizdarmsyndrom und erklärt, wie die Krankheit sie im Alltag einschränkt.
Mimi Jäger mit Sohn Louie Jäger beim SI Shooting für Muttertagsausgabe vom 11.05.2018 SI Nr. 19 / 2018
© Fabienne Bühler

Vor fünf Jahren wurde bei Mirjam Jäger das Reizdarmsyndrom diagnostiziert.

Mirjam Jäger, 35, ist mit ihrem Leiden nicht allein: Laut dem Berner Inselspital sind 10 bis 15 Prozent der Schweizer Erwachsenen vom Reizdarmsyndrom betroffen. Das «Irritable Bowel Syndrome», kurz «IBS», ist eine funktionelle Störung des Verdauungstraktes und kann sich unterschiedlich äussern. Manche IBS-Patienten haben starke Bauchschmerzen und Blähungen, andere werden von Durchfall oder Verstopfung geplagt.

Ihre Symptome seien mit einer Magen-Darm-Grippe vergleichbar, erklärt die Moderatorin und Mutter: «Ich habe starken Durchfall. Bei einer Attacke renne ich alle fünf Minuten aufs WC.» Bei der Influencerin macht sich das Reizdarmsyndrom ca. alle sechs Wochen bemerkbar. «Meistens dauert der Spuk 24 Stunden. Danach bin ich wieder relativ beschwerdefrei.»

 

In ihrem Darm nisteten sich Parasiten ein

Seit Jahren ist der Darm ihr Sorgenkind. «Ich hatte schon immer Probleme mit meiner Verdauung.» Ungefähr fünf Jahre vor ihrem Rücktritt aus dem Spitzensport infizierte sie sich in Brasilien mit Amöben. «Ich wurde mit 41 Grad Fieber ins Spital eingeliefert», erinnert sich die Ex-Freestyle-Skifahrerin. Mit Antibiotika-Kuren gelang es den Ärzten, die Parasiten, die sich in ihrem Darm eingenistet hatten, abzutöten.

Mimi Jäger mit Sohn Louie Jäger beim SI Shooting für Muttertagsausgabe vom 11.05.2018 SI Nr. 19 / 2018
© Fabienne Bühler

Mirjam Jägers Sohn Louie wird am 21. Februar 2019 zwei Jahre alt.

«Ich bin gesund, aber überempfindlich»

Doch auch danach war Mimi Jäger in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt. «Von Durchfall geplagt konsultierte ich einen Gastroenterologen und unterzog mich einer Magen- und Darmspiegelung.» Im Jahr 2013 erhielt sie schliesslich den Befund Reizdarmsyndrom. «Mein Darm ist gesund, aber überempfindlich.»

Obwohl ihr die Attacken sehr zu schaffen machen, bemitleidet sich die Influencerin selbst nicht: «Es gibt definitiv schlimmere Krankheiten. Sofern mein IBS nicht plötzlich häufiger auftritt, kann ich gut damit leben.»

«Manchmal schadet mir schon ein Glas Wein»

Trotz verschiedener Abklärungen und Tests weiss die 35-Jährige bis heute nicht, was genau ihre Attacken auslöst. «Meine Unverträglichkeit ist ein Rätsel. Manchmal schadet mir schon ein Glas Wein. Ein anderes Mal vertrage ich den Alkohol bestens», sagt sie resigniert. Auch Stress könne bei ihr akuten Durchfall hervorrufen, so Jäger.

Louie und Benji müssen auf Spielgefährtin Mimi verzichten

Wenn sich der gereizte Darm bei ihr bemerkbar macht, gibt es laut Jäger nur eines: «Man muss da durch. Den Umstand akzeptieren und nach vorne schauen.» Ihre Krankheit lehrte sie, dass es manchmal wichtig ist, auf sich selber zu schauen: «An solchen Tagen liege ich einfach nur flach auf der Couch.» Jäger wohnt mit Sohn Louie, 20 Monate, Freund Rafael Beutl, 32, und Hund Benji in einer Wohnung im Kanton Zürich. «Das Bedürfnis, ständig auf die Toilette gehen zu müssen, verunmöglicht es mir, mit Louie und Benji auf den Spielplatz zu gehen», bedauert sie.

Dann müsse sich ihr Sohn halt mit sich selbst beschäftigen. «Ich habe dann jeweils ein extrem schlechtes Gewissen. Ich würde lieber mit Louie und Benji draussen herumtollen. Aber mein Körper zwingt mich dazu, in der Nähe einer Toilette zu bleiben.»

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