Die rotzfreche Göre aus «Papa Moll» ganz privat Lou Vogel opferte ihre Haare für die Filmrolle

Schnipp, schnapp, Haare ab! Für ihren Traum, einmal in einem Film mitzuspielen, musste Lou Vogel Haare lassen. Dafür hat die 12-Jährige aus Zug nun aber auch einen echt kanonenmässigen Auftritt.
Lou Vogel Papa Moll
© Bernard van Dierendonck

Sympathisch: Lou Vogel in ihrem Zimmer daheim. Die Zahnspange gab es erst nach dem «Papa Moll»-Dreh.

Eines vorweg: Die rotzfreche Göre von Papa Molls Chef ist im richtigen Leben wohlerzogen. Die Rolle der fiesen Jackie spielt Lou Vogel nur in der Kinoverfilmung des Kinderbuchklassikers. Das aber absolut überzeugend.

Auf den Mund gefallen ist Lou definitiv nicht. Im Gegensatz zu vielen Gleichaltrigen erzählt sie offen und übersprudelnd von ihrem Filmabenteuer. Selbstbewusst. Ohne Scheu. Aus 600 Bewerbern wird sie vor anderthalb Jahren in einem Casting ausgewählt. Für die 12-Jährige erfüllt sich damit ein lang gehegter Traum. «Ich wollte schon immer in einem Film mitmachen.»

Lou Vogel Papa Moll
© ZODIAC PICTURES/PASCAL MORA

Filmisch: Lou Vogel (Mitte) mit ihren ebenfalls jugendlichen Schauspielkollegen.

Keine Extrawurst gibts für Lou in der Primarschule. Zwar bekommt sie zwei Wochen frei für die Dreharbeiten, aber sie muss den Stoff genauso büffeln wie ihre Gschpänli, Hausaufgaben machen und Prüfungen absolvieren. «Ich habe entweder abends nach Drehschluss gelernt oder an freien Nachmittagen», erzählt sie. Stets dabei – egal, ob am Drehort in Bad Zurzach, Görlitz oder Köln: Mutter Nicole, 40, oder ihr Vater. Wobei Letzterer strenger sei, wie Lou grinsend anmerkt.

Orange Haare und Fransen

Eingeweiht hatte sie vorab nur ihre beste Freundin, dass sie die Rolle der Jackie in «Papa Moll» spielt. «Ich wollte nicht angeben, ausserdem durften wir auch von der Produktionsfirma aus nichts verraten.» Erst als die Dreharbeiten starten, rückt Lou vor der Klasse mit der Sprache heraus – als kleine Vorwarnung für ihre Kollegen.

Eine haarige Sache im wahrsten Sinn des Wortes hält die Maskenbildnerin am ersten Tag für Lou bereit. «Sie meinte: Okay, dann verpassen wir dir mal orange Haare und Fransen. Ich dachte erst, sie scherzt – merkte aber schnell, dass es ihr ernst damit war.» Lou muss einmal kurz schlucken, denn an ihren langen Haaren hängt sie doch sehr. «Dass ich sie orange färben sollte, fand ich ja noch lustig, aber Fransen?» Die versteckt sie in den folgenden Wochen vor ihren Mitschülern unter einem Stirnband.

Lou Vogel Papa Moll
© Bernard van Dierendonck

Musikalisch: Neben Klavierunterricht besucht Lou auch noch eine Gesangs- und Tanzschule.

Sie hat schon Zukunftspläne. «Entweder mache ich weiter mit Schauspielerei», sagt Lou, deren grösstes Vorbild die amerikanische Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence ist. Oder aber sie schlägt eine Wissenschaftskarriere als Bio-Chemikerin ein. Beim Nationalen Zukunftstag hatte sie Gelegenheit, in einem Medizinlabor Wissenschaftlern bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. «Das war mega spannend und gefiel mir total!»

Lou Vogel Papa Moll
© Bernard van Dierendonck

Heimisch: Mutter Nicole begleitete Lou jeweils zu den Drehs. Die Weltkarte zeigt alle Reiseziele der Familie.

Ihr Lieblingshobby ist Singen. Lou nimmt deshalb auch einmal pro Woche Gesangs- und Tanzunterricht, geht zudem in die Klavierstunde – und wenn ihr dann noch Zeit bleibt, zeichnet sie gern oder hüpft im Sommer auf dem grossen Trampolin herum. Sport sei sowieso ihr Lieblingsfach, Mathe findet sie dagegen zum «Fortschiessen». Apropos Schiessen: Im «Papa Moll»-Film schiesst Lou den Vogel ab – in einer Szene, in der sie als lebende Kanonenkugel durch den Zirkus fliegt. Mehr sei nicht verraten …

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