Die Rothenbühler Kolumne «Wir sind Ihnen sehr dankbar, Peter Freiburghaus»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal Komiker Peter Freiburghaus vom Duo Fischbach, der wegen Hautkrebs momentan nicht mehr auf die Bühne kann.
Rothenbühler duo fischbach
© Herve Le Cunff

Ärzte des Unispitals Zürich behandeln momentan den Hautkrebs von Peter Freiburghaus. Rechts seine Partnerin Antonia Limacher.

Lieber Peter Freiburghaus,

Auch ich bin geschockt. Schon wieder ein Grosser, der von der Bühne abtritt. Abtreten muss. Wegen Hautkrebs, wie Sie selbst mitgeteilt haben. Das ist hart. Nie mehr Duo Fischbach! Nie mehr die keifenden Ernst und Lilian. Echt traurig. Das heisst, wenn es den Ärzten gelingt, Sie zu retten, dürfen wir vielleicht mit einem Comeback rechnen? Ich hoffe es.

Übrigens: ich war überrascht, festzustellen, dass Sie schon siebzig sind. Dachte ich doch immer, dass Sie diesen alten Stürmi nur spielen. Und Ihre Partnerin Antonia Limacher, mit der sie lange verheiratet waren, ist auch schon 63! Ich meinte, sie sei kaum vierzig. Ihr beide habt das keifende Ehepaar so gut gespielt, dass wir euch gerne noch lange zugeschaut hätten.

Ich habe mich immer gefragt, wie Sie zwei wohl privat miteinander umgehen. Habe gelesen, dass Sie tägliche Reibereien privat gar nicht schätzen. Ich auch nicht! Zweimal begleiteten Sie den Circus Knie, die schönste Auszeichnung für hiesige Komiker, der Oscar der Humorszene.

Mit grossem schauspielerischem Talent, und ohne vulgäre Sprüche, fast eine Rarität heutzutage

Sie sollen wissen, dass wir Ihnen sehr dankbar sind. Sie beide haben uns als Duo Fischbach so oft erheitert. Mit grossem schauspielerischem Talent, und ohne vulgäre Sprüche, fast eine Rarität heutzutage. Die Grimassen von Antonia sind unvergesslich!

Im Kino haben Sie schon mehrmals den todkranken Mann gespielt, als späte Entdeckung des Schweizer Films für tragische Rollen. Ausgerechnet bei Ihnen hat die Tragik der schweren Krankheit nun real zugeschlagen. Wenn es doch nur ein schlechter Gag wäre, der aus dem Programm gestrichen werden könnte...

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler

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