«I bi de René - I säge nüt» Der Schweizer Mime René Quellet ist gestorben

Er war der erste Schweizer Mime und ein Vorreiter der visuellen Kunst. Einer grossen Öffentlichkeit bleibt er vor allem als kultiger «René» in der Sendung «Spielhaus» in Erinnerung. Jetzt ist René Quellet 86-jährig friedlich eingeschlafen.

«I bi de René - I säge nüt» - dies war der Standardsatz von René Quellet in der Sendung «Spielhaus». Um die fünfzig Mal trat er als kultiger «René» von 1973 bis 1994 neben Franz Hohler, 74, im Schweizer Fernsehen auf. Am Donnerstag ist René Quellet 86-jährig im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Dies teilte sein Sohn Stéphane mit.

Tournéen weltweit

René Quellet gilt als der erste Schweizer Mime und als Vorreiter der visuellen Kunst und des Körperausdrucks. Geboren wurde er am 4. August 1931 in Solothurn, wuchs anschliessend in Le Landeron NE auf. Schon als Jugendlicher führte er Marionettentheater auf, für die er Handlung, Bühnenbild und Kostüme kreierte. Als Mime war Quellet Autodidakt. Nach der Lehre als Goldschmied und einigen Jahren im Beruf machte er sich 1963 als Bühnenkünstler selbständig.

Er entwickelte seine Figur «Türlü», auf der sein erstes Soloprogramm mit etwa zwanzig Nummern aufbaute. Tournéen führten ihn durch ganz Europa. Dank seiner Bekanntheit in Frankreich kamen auch Touren im Indischen Ozean, Afrika und Französisch-Polynesien zustande.

5'000 Aufführungen in 39 Ländern

1973 inszenierte er sein Stück «Le Fauteuil» und in den 1980ern die Tragikomödie «Max». Damit tourte er auf allen Kontinenten und unterrichtete daneben in Schulen mit dem Programm «Mime & Co» Körperausdruck. Nach 40 Jahren Karriere und 5'000 Aufführungen in 39 Ländern ging Quellet 1996 in den Ruhestand.

René Quellet und Franz Hohler im «Spielhaus» - Sendung vom 17. Oktober 1978

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