Papas ganzer Stolz René Rindlisbachers Sohn Nico träumt von der Formel 1

Er ist talentierter Rennfahrer und träumt von der Formel 1: Nico, der Sohn von Komiker René Rindlisbacher. Seine Familie unterstützt ihn am Streckenrand. Und finanziell.
Rene Rindlisbacher (Schule) mit Sohn Nico und Familie
© Thomas Buchwalder

Er kanns nicht lassen: René Rindlisbacher blödelt auch beim Selfie mit Sohn und Pokal.

Samstag, kurz vor Mittag. Die flirrende Hitze über dem Nürburgring ist fast schon mit Händen greifbar. «Im Cockpit herrschen rund sechzig Grad», sagt Nico Rindlisbacher, 20, und schält sich aus seinem Rennanzug. Nach dem Qualifying liegt er auf Rang zwei.

Die ganze Familie begleitet den jungen Aargauer zum Porsche Sports Cup auf der berühmten deutschen Rennstrecke: Mutter Monika, 54, Schwester Laura, 23, und sein Vater, Komiker und TV-Moderator René Rindlisbacher, 53. Er war es, der seinem Sohn im Primarschulalter einen eigenen Gokart versprach, sobald der Sohnemann auf der Kartbahn Spreitenbach eine schnellere Zeit hinlege als der Papa. Nico war zehn Jahre alt, als es ihm gelang. René hielt Wort. Rindlisbacher junior entpuppte sich als Talent, landete bereits bei seinem fünften Rennen auf dem Podest. Mit 16 wechselte er in den Motorsport und fuhr Formel-4-Rennen. Nebenher schloss Nico vor Kurzem die Matura ab. Und entschied, sich vorerst ganz auf den Rennsport zu konzentrieren: «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Drei Uhr nachmittags. Nico rollt in seinem Porsche Cayman GT4 aus der Box. Als wenig später beim Start des Sprint-Rennens die Motoren aufheulen, hüpft Moni Rindlisbacher am Streckenrand vor Aufregung auf und ab. Nico hat bereits zwei Plätze verloren, als er in der achten Runde den vor ihm liegenden Italiener Gabriele Piana streift, der daraufhin ausfällt. Nico fährt weiter. Für den Schaden am Cayman muss er selbst aufkommen.

Gut eine Viertelmillion Franken hätte eine weitere Saison in der Formel 4 gekostet. Geld, das die Rindlisbachers nicht haben. «Entgegen gewissen Meinungen sind wir keine Millionäre», sagt der einstige «Wer wird Millionär?»- und «Die Millionen-Falle»-Moderator René Rindlisbacher. Man entschied, auf den etwas günstigeren Porsche Sports Cup auszuweichen. «Günstiger» bedeutet in dem Fall ab 100 000 Franken pro Saison. Ohne Reisekosten und Versicherungen. Nur für Material und Personal, welches Nicos Team, der luxemburgische Rennstall Momo-Megatron, zur Verfügung stellt. «Alles in allem rechnen wir mit 200 000 Franken pro Jahr», sagt René. Drei Viertel davon werden vom Hauptsponsor Data-Hub übernommen, einem Schweizer Datensicherungszentrum. Den Rest tragen kleinere Sponsoren – und Nicos Familie. «Klar ist es bei der Sponsorensuche ein Vorteil, dass ich bekannt bin», gibt René zu. So profitieren die Geldgeber eben auch ein bisschen von Nicos berühmtem Vater, der im Gegenzug zum Beispiel mal einen Firmen-Event moderiert.

16 Uhr. Das Rennen ist vorbei. Nico ist Vierter, die Enttäuschung riesig. Trotzdem geht er zuerst in die Box von Gabriele Piana, den er unabsichtlich «abgeschossen» hat, um sich zu entschuldigen. Als er zurückkommt, kann er bereits wieder lachen. «Er meinte, das sei schon okay. Es gebe Schlimmeres.» Nicos Porsche hat aber einiges abbekommen, jetzt müssen die Mechaniker ran. «Hauptsache, dir ist nichts passiert», sagt Moni.

Familie Rindlisbacher hält zusammen

Angst habe sie keine um ihren Sohn. «Nico weiss, was er macht», sagt René. Diese Gelassenheit hat auch etwas mit seiner eigenen Geschichte zu tun. Operationen an Herz und Hirn, Depressionen - dem Comedy-Star ist gesundheitlich nicht viel erspart geblieben. Vor gut einem Jahr erlitt er im Auto einen epileptischen Anfall, kam von der Strasse ab und bretterte über ein Feld. Seinen Fahrausweis musste er daraufhin abgeben. Bald erhält er ihn zurück. «Der Gedanke, dass René sich wieder ans Steuer setzt, beunruhigt mich mehr, als wenn Nico in den Rennwagen steigt», sagt Monika Rindlisbacher. Allzu oft werde er das nicht tun, beruhigt René. Es sei ganz angenehm, sich von Frau oder Tochter herumchauffieren zu lassen.

Apropos: Was hält eigentlich Laura davon, dass die Eltern so viel Zeit und Geld in die Karriere ihres Bruders investieren? «Das finde ich in Ordnung. Ich bin schliesslich Nicos grösster Fan.» Dass Familie Rindlisbacher zusammenhält wie Pech und Schwefel, steht als Tattoo auf Lauras rechtem Fuss geschrieben: «Family First»! Laura war acht, als sie nach einer Herz-OP erstmals um ihren Vater bangte. «Wir sind heute alle gesund. Das ist alles, was zählt.»

Fünf Uhr nachmittags. Die Hitze lässt nach. Nico wurde zur Rennleitung gerufen. Mit breitem Grinsen kommt er zurück in die Box. Der Zweit- und der Drittplatzierte des Rennens sind wegen Fehlstarts disqualifiziert. Nico schaffts aufs Podest, kann seinen zweiten Rang vom Qualifying halten. Tags darauf fährt er abermals zweimal aufs Podest.

Nicos Ziel: «Vom Motorsport leben zu können.» Sein grosser Traum: die Formel 1. Und solange es finanziell irgendwie drinliege, sagt René Rindlisbacher, tue er alles, damit dieser Traum vielleicht eines Tages wahr wird.

Rene Rindlisbacher (Schule) mit Sohn Nico und Familie
© Thomas Buchwalder

Die Rindlisbachers: René mit Frau Moni, Sohn Nico und Tochter Laura.

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