Lynette Federer «Roger hat sich verändert»

Sie unterstützt den Schweizer Tennis-Star, wo sie kann. Und versucht trotzdem, ein so normales Leben wie möglich zu führen. In einem Interview spricht Roger Federers Mutter Lynette über den Wandel ihres Sohnes aufgrund seiner Popularität und über ihre Enkelinnen Myla und Charlene.

Für die begehrte Olympia-Goldmedaille, die der Weltnummer 1 im Tennis in ihrem riesigen Repertoire an Trophäen noch fehlte, reichte es auch dieses Mal nicht. Roger Federer, der am 8. August seinen 31. Geburtstag feiert, verlor am Sonntag im Finale gegen seinen Widersacher Andy Murray, 25, und sicherte sich damit immerhin Silber. Grund, um Trübsal zu blasen, verspürte der erfolgsverwöhnte Schweizer Tennis-König nicht. «Andy war einfach besser als ich. Entweder kann ich das in fünf Minuten akzeptieren oder in fünf Jahren. Ich habe mich für die fünf Minuten entschieden», sagte er im House of Switzerland und feierte mit seinen Fans den zweiten Podestplatz.

Ob Sieg oder Niederlage - auf seine Anhänger kann der Schweizer Tennis-König immer zählen. Und auf seine Familie: Seit Jahren ist seine Ehefrau Mirka bei jedem Tennis-Match vor Ort. Kurz vor dem Olympia-Finale ist zudem Mama Lynette nach London gereist, um ihrem Roger die Daumen zu drücken. Ein paar Tage zuvor hatte sie im Interview mit der «GlücksPost» noch ihre Zuversicht betont. «Obwohl mir natürlich bewusst ist, das Olympia etwas anderes ist als ein Grand Slam.» War das eine leise Vorahnung?

Lynette Federer kennt Roger wohl so gut wie niemand sonst. Auch wenn in der Öffentlichkeit immer wieder betont wird, wie normal der Tennis-Profi trotz seines Weltruhms geblieben ist, sie weiss: Er hat sich in den Jahren verändert - «sicher hat er das», stellt sie nüchtern fest. Und mit seiner Popularität habe er ebenso das Leben seiner Eltern massgeblich beeinflusst. Lynette und Robert Federer müssen zahlreiche Stellvertreter-Aufgaben für ihn wahrnehmen, zum Beispiel bei der Preisvergabe für den ‹Sportler des Jahres›, wenn ihr berühmter Sohn mit seiner Familie jeweils in Dubai weilt. «Aber im Grossen und Ganzen versuchen mein Mann und ich, unser Leben so normal wie möglich weiterzuführen.»

Das versuchen sie auch Rogers dreijährigen Zwillingen Myla und Charlene zu vermitteln. Die beiden haben bei ihnen keinen höheren Stellenwert als ihre zwei anderen Grosskinder. «Ich möchte hier betonen, dass ich vier Enkel und Enkelinnen habe. Unser Tochter Diana hat auch zwei Kinder, und zwar wie Roger und Mirka ebenfalls Zwillinge, Ramon und Emily», sagt Lynette Federer im Gespräch. Sie ist es auch, die darauf achtet, dass Rogers Töchter möglichst viel Schweizerdeutsch sprechen. Da die beiden mit ihren Eltern viel unterwegs seien, kämen sie nämlich hauptsächlich mit der englischen Sprache in Kontakt. Grossmutter Lynette findet: «Sie sollen ihre Schweizer Wurzeln schon von früh auf kennenlernen.»

 

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