Weltwoche TV Roger Köppel will SRG mit eigener News-Sendung angreifen

Er sieht sich als Retter der News. «Weltwoche»-Chef und SVP-Politiker Roger Köppel lanciert mit «Weltwoche Daily» eine neue News-Sendung, die er selber als Alternative zu den «etwas eingefärbten» Nachrichten der SRG bezeichnet. 

«Wir liefern ihnen ab heute jeden Tag, naja fast jeden Tag, pointierte News aus einer anderen Sicht», kündigt Roger Köppel, 52, am Montag seine neue Nachrichtensendung auf Youtube an. Montag bis Donnerstag will der SVP-Politiker seine Zuschauer mit Informationen versorgen, die weniger «eingefärbt» sind, als die der SRG. 

Für tägliche News wollte der Weltwoche-Chef seine freien Tage dann wohl doch nicht opfern. Nach einer kurzen Erklärung, wie die Show ablaufen soll, geht es auch schon los: Köppel analysiert die Wichtigkeit des WEFS in Davos.

WEF, No Billag und GroKo

Das Weltwirtschaftsforum sei wichtig für den Abbau von Vorurteilen, denn Medien berichteten nur einseitig, sinniert Köppel und zitiert sich dann auch grad selber: «Wie ich kürzlich in einem Artikel schrieb, beginnt Zivilisation dort, wo die Menschen miteinander reden.» Und das sei am WEF der Fall. 

Weiter führt er ein Interview mit NZZ-Chefredaktor und Eric Gujer, 55. Der hat sich in der Vergangenheit hart gegen die SRG geäussert und gilt als Befürworter der «No Billag»-Initiative. Ausserdem spricht Köppel mit dem deutschen Autor Dirk Schümer, 55 über die Grosse Koalition zwischen der CDU und SPD.  

Schweizer Politiker nutzen neue Kanäle

Köppel sieht seine Internet-News als «Ausbalancierung der Dauerberieselung durch das zwangsgebührenfinanzierte Radio und TV». Damit reiht er sich in die Riege der Politiker ein, die versuchen, über eigene Kanäle ihre Sicht auf die Aktualität zu verbreiten. 

Alt-Bundesrat Christoph Blocher, 77, produziert bereits seit zehn Jahren «Blocher TV», SVP-Nationalrat Thomas Matter, 51, hat eine Youtube-Sendung mit dem klingenden Namen «In den Sümpfen von Bern» und der SP-Politiker Cédric Wermuth, 31, diskutiert regelmässig auf Facebook mit einem Live-Publikum über aktuelle Themen. 

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