Die Rothenbühler Kolumne «Lustig, dass Sie die gleiche Story erzählen wie der Papa»

Peter Rothenbühler schreibt jede Woche Persönlichkeiten, die aufgefallen sind. Dieses Mal der Unternehmerin und SVP-Politikerin Magdalena Martullo-Blocher.
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© Peter Schneider / Keystone

Ganz der Papa: SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher ist bereit für den Bundesrat.

Liebe Magdalena Martullo-Blocher

So, so. «Im Notfall» würden Sie sich also doch in den Bundesrat wählen lassen. Nachdem Sie immer gesagt hatten: Nö, ich doch nicht.

«Wenn die EU uns plötzlich unerwartet stark unter Druck setzen würde, würde ich das Amt in Betracht ziehen, sonst nicht», sagen Sie jetzt. Das heisst so viel wie: Ich will, sobald Ueli Maurer Platz macht. Fast schon lustig, dass Sie die gleiche Story erzählen wie der Papa. Nein, in den Bundesrat will ich nicht, sagte er immer wieder. Bis ihn der – göttliche? – Auftrag ereilte, als Retter in der Not nach Bern zu eilen.

Genau wie sein politischer Ziehsohn Roger Köppel, der auch nur zur Wahl in den Nationalrat antrat, weil ja irgendwer in Bern zum Rechten sehen musste. 

Lustig, dass Sie die gleiche Story erzählen wie der Papa

Amüsant: Man schimpft bei den Blochers und ihren Adlaten stets über die Classe politique, versucht aber doch immer, an oberster Stelle mitzumischen. Mit dieser fast biblisch anmutenden Ausrede, die langsam etwas abgelutscht klingt: Man sei bereit, im Notfall das schwere Kreuz eines hohen politischen Amtes zu tragen, um das Volk vor dem Schlimmsten zu bewahren. Und zwar vor allem, weil ja alle anderen Politiker nur herumschlawinern, sich am Taggeld und am Ämtli erfreuen und hinterhältig den schleichenden Beitritt zur EU, also den Ausverkauf der Heimat, vorbereiten, gell? 

Jetzt halten also auch Sie sich für eine von höherer Warte Auserwählte. Nach dem heiligen Christoph muss die heilige Magdalena – im Notfall – das Land retten. Fragt sich nur, was das Parlament für den schlimmeren Notfall hält. Den zunehmenden Druck von der EU oder noch einmal ein Blocher im Bundesrat? 

Mit freundlichen Grüssen
Peter Rothenbühler

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