Schon sieben Stunden nach der Geburt Präsentierte Kate ihr Baby zu früh der Öffentlichkeit?

Ein paar Mal Pressen, Baby flutscht raus, Krone richten, Lippenstift nachziehen und den jüngsten Nachwuchs topfit im knallroten Kleidchen den Medien präsentieren. So geht royales Gebären, offenbar. Zumindest was den Auftritt von Herzogin Catherine mit ihrem dritten Kind angeht. Normale Frauen gebären anders. Die meisten zumindest, sagt SI-Familienbloggerin Sandra C.
Kate und William mit dem kleinen Prinzen
© Getty

Das erste Bild des jüngsten Sohns von Herzogin Kate und Prinz William.

Eins vorweg: Es ist tatsächlich möglich, ein Kind innerhalb von relativ kurzer Zeit ohne grosse Schmerzen zu gebären und danach schnell wieder einigermassen fit zu sein. Eine Freundin von mir schaffte es tatsächlich nicht mal in den Kreisssaal und brachte ihre Tochter auf dem Spitalgang zur Welt! Aber das sind Ausnahmen. Normalerweise ist eine Geburt vor allem eines: Unglaublich anstrengend. Egal auf welche Art und Weise das Kind zur Welt kommt. Und Mutter und Kind sehen auch Tage danach noch entsprechend aus.

Geburt von Herzogin Kate

23. April 2018, 9.22 Uhr:
Catherine, Herzogin von Cambridge, schwanger mit dem dritten Kind, checkt mit Wehen ins Spital ein.

12.01 Uhr:
Ihr Sohn wird geboren.

19 Uhr:
Strahlend, top frisiert, geschminkt und gestylt im roten Kleidchen verlässt sie zusammen mit ihrem Mann, Prinz William, und dem neugeborenen Söhnchen das Krankenhaus und fährt nach Hause.

Kate und William mit dem kleinen Prinzen
© Getty

So ein süsser kleiner Bub, der Royal-Nachwuchs!

Geburt von SI-Familienbloggerin Sandra C.

29. August 2004, 6.50 Uhr:
Ich stehe gebeugt an der Reception des Spitals, aufrecht stehen kann ich nicht mehr, und verfluche das Personal, welches tatsächlich das Gefühl hat, es sei genau der richtige Zeitpunkt, um eine Trillion Versicherungs-Formulare auszufüllen. Es gibt einen Grund, warum diese Dinger „Wehen“ heissen!

10.33 Uhr:
Meine Tochter wird geboren. (Gut, Kate war eine gute Stunde schneller, aber soooo schlecht war ich auch nicht!)

17.33 Uhr:
Ich schaue in den Spiegel und stelle verzweifelt fest, dass meine verweinten Augen wohl für immer unschminkbar bleiben werden. Mindestens vier der letzten sieben Stunden habe ich geheult. Vor Glück, vor Rührung und vor Schmerzen. Ich erspare euch die Details, aber so eine Dammnaht ist nichts Hübsches, und dass ein Baby, das noch keine Zähne hat, seiner Mutter die Brustwarzen abkauen kann, hab ich genausowenig gewusst, wie dass der Milcheinschuss recht hohes Fieber auslösen kann. Die zehn Kilo mehr, die ich zu meiner riesigen Enttäuschung immer noch drauf habe, hülle ich in ausgeleierte Trainerhosen und ein riesiges T-Shirt des Kindsvaters – das ich mir am liebsten vom Leib reissen würde, denn jede kleinste Berührung mit dem Stoff malträtiert meine Brustwarzen noch mehr. Und auch mein Baby sieht noch nicht wirklich fit aus zu diesem Zeitpunkt: Bläulich bleich, weil sie noch nie Sonnenlicht gesehen hat und offensichtlich erschöpft von der Geburt.

Kates Schwangerschaft in Bildern

 

Die Royals gehören dem Volk

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, das Neugeborene schon am Geburts-Tag nach Hause zu bringen, wenn Mutter und Kind wohlauf sind. Ich hatte mich während meiner zweiten Schwangerschaft eigentlich auch für eine ambulante Geburt entschieden. Mein Sohn machte mir einen Strich durch die Rechnung, da er quer im Bauch lag und per Kaiserschnitt geholt werden musste. (Kleine Anmerkung: Nach einem Kaiserschnitt wäre ein solcher Auftritt der Herzogin kaum möglich gewesen. Da konnte ich mich sieben Stunden nach der Geburt noch nicht mal zur Seite drehen.)

Aber gerade als öffentliche Person muss man sich überlegen, was man damit für Signale sendet. Normale Frauen rücken nicht mit Hair- & Make-up-Artistin und Stylistin ins Spital ein. Normale Frauen laufen sieben Stunden nach der Geburt nicht im roten Kleidchen durch die Gegend. Weil normale Frauen zu diesem Zeitpunkt vor allem eines sind: Müde. Erschöpft. Und vor allem eines wollen: Ruhe. Und normale Babys auch.

Prinzessin Charlotte und Prinz George
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Auf dem Weg zum kleinen Prinzen-Bruder: Charlotte und George an der Hand ihres Vaters William auf dem Weg ins Spital.

Nun ist die Herzogin von Cambridge natürlich keine normale Frau. Trotzdem hätten ihr ihre Fans sicherlich noch ein paar Stunden mehr Ruhe gegönnt – ihr und dem kleinen Prinzen. Schliesslich campierten ja einige bereits seit Tagen vor dem Krankenhaus, da kommts auf einen mehr oder weniger nun auch nicht mehr an. Und es hätte gezeigt: Eine Geburt ist kein Spaziergang – nicht für die Mutter und vor allem nicht für das Baby.

Was die Royals mit diesem Auftritt wohl zeigen wollten: Sie «gehören» dem Volk. Das gilt auch für den neugeborenen Prinzen. Sein ganzes Leben lang. Umso mehr wäre ihm ein bisschen mehr Zweisamkeit mit seiner Mama (und dem Papa) am Anfang zu gönnen gewesen.

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