«Wilder»-Star Sarah Spale «Nach dem Dreh war ich direkt wieder Mama»

Sarah Spale ist die Frau der Stunde: Mit ihrer Rolle als Kantonspolizistin Rosa Wilder in der SRF-Krimiserie «Wilder» spielt die Baslerin eine der grössten Rollen ihrer Karriere. Mit SI Online sprach die 37-Jährige über die anspruchsvolle Zeit des Drehs. Und darüber, wie ihre zwei kleinen Söhne damit umgehen, wenn Mama im Fernsehen einen Mörder jagt. 
Sarah Spale am Set von «Wilder»
© zvg

Sarah Spale in der Rolle als Rosa Wilder am Set der gleichnamigen Serie. Für die Schauspieler war der Dreh eine echte Herausforderung. «Schnee und Kälte waren sehr anstrengend. Aber ich bin zäh», sagt sie im Interview.

Sarah Spale, wie geht es Ihnen nach dem Start von «Wilder»?
Mir geht es sehr gut. Ich spreche ja mit meiner Familie und meinen Freunden schon fast seit zwei Jahren über «Wilder». Darum war ich ein bisschen nervös, wie sie auf meine Arbeit reagieren.

Wie haben Sie den Abend der Premiere verbracht?
Wir haben im engen Kreis daheim geschaut. Mein Mann, meine Kinder und ich.

Ihre Söhne sind sieben und drei Jahre alt. Verstehen sie, warum Mami im Fernsehen anders ist als daheim?
Mein Mann und ich haben mit ihnen über meinen Beruf gesprochen. Mein grosser Sohn versteht das mittlerweile ganz gut. Wir hatten vor einem Jahr die Situation, dass er mich auf dem Bildschirm weinen sah. Das hat ihn zuerst beschäftigt. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich nur im Film traurig bin.

Sie waren während des dreimonatigen Drehs fast durchgehend im Urnerboden im Kanton Uri. Wie haben Sie das mit der Familie vereinbart?
Mein Mann hat mir sehr geholfen und wir hatten während dieser Zeit einen «Manny» (Anm. d. Red.: Eine männliche Nanny). Er hat uns toll unterstützt. Ich bin sehr stolz auf meine Männer. Ausserdem bin ich so viel wie möglich heimgefahren, um bei den Kindern zu sein. Das Tollste war aber, dass meine Jungs einige Male mit aufs Set durften. Sie sassen im Helikopter und sahen, wie eine Action-Szene entsteht. Das war ein aufregendes Erlebnis.

Sarah Spale am Set von «Wilder»
© zvg

Der Dreh zur aufwendigsten Schweizer Krimiserie war actionreich und anspruchsvoll. 

Das klingt aber nach einer sehr familiären Atmosphäre.
Ja, die ganze Crew hat während des Drehs vor Ort gewohnt. Marcus Signer und ich hatten als Hauptdarsteller eine Mietwohnung im Dorf. Das schweisst zusammen. «Wilder» wäre nicht so gut geworden, wenn wir uns nicht alle so verstanden hätten.

In der Serie geben Sie und Marcus Signer sich ordentlich auf den Deckel. Wie war die Zusammenarbeit?
Er ist ein toller Schauspieler. Ich glaube, dass die Beziehung zwischen Rosa Wilder und Manfred Kägi (Marcus Signer) nicht so echt gewirkt hätte, wenn wir nicht miteinander ausgekommen wären.

Sind Sie auch mal an ihre Grenzen gekommen?
Körperlich bin ich sehr zäh, mental war es sicher schwieriger. Die Tage waren sehr intensiv, und ich glaube, ich war noch nie so müde. Aber das ist so bei solchen Projekten. Da reisst man sich zusammen und zieht es durch. Während des Drehs habe ich die Anstrengung gar nicht gross gemerkt, erst nachher.

Dann haben Sie anschliessend erst einmal entspannt?
Nicht gross. Man ist ja dann direkt wieder Mama und ich habe auch sofort meine Arbeit im Jugendzentrum wieder aufgenommen. Ich war also schnell wieder im Alltag. Das war wichtig für mich und hat mich schnell wieder zentriert.

Was macht «Wilder» so besonders?
Die Serie ist so vielschichtig und wahnsinnig mystisch. Das finde ich sehr spannend. Man entdeckt erst nach und nach, was sich unter dem Schnee verbirgt (lacht). Ausserdem hat es auch in den Nebenrollen tolle authentische Charaktere. Jeder hat sein Rucksäckli und dadurch menschelt es sehr. Das gefällt mir speziell.

Sie spielen die Ermittlerin Rosa Wilder. Wir würden Sie Rosa beschreiben?
Rosa ist zerbrechlich und sensibel. Sie ist aber auch sehr stark. Ihr ist es egal, dass Manfred Kägi (Marcus Signer) und die Männer des Dorfes sie in die klassische Frauenrolle drängen wollen. Sie macht einfach ihre Arbeit.

«Wilder»-Crew Sarah Spale, Laszlo Kish
© zvg

Die Atmosphäre am Set von «Wilder» sei familiär gewesen und habe massgeblich zum tollen Ergebnis beigetragen. Auf dem Bild sind ein Teil der Darsteller der SRF-Serie zu sehen (v.l.): Nina Mariel Kohler, Samir Fuchs, Jonathan Loosli, László I. Kish und Sarah Spale.

Wie viel Sarah Spale steckt in Rosa Wilder?
Auf den ersten Blick nicht viel: Rosa wuchs auf dem Dorf auf, ich in der Stadt. Ich habe Kinder, Rosa nicht. Aber wir sind uns dennoch in einer Sache sehr ähnlich: Wenn es schwierig wird, nehmen wir beide nicht die Hintertür.

Ist eine zweite Staffel von «Wilder» in Planung?
Soweit ich weiss, ist eine Fortsetzung in Diskussion. Ob es tatsächlich eine zweite Staffel geben wird, hängt davon ab, wie die Serie beim Publikum ankommt. Ich wünsche es mir sehr.

Würden Sie gern noch einmal in die Rolle der Rosa Wilder schlüpfen?
Ich kann dazu nur sagen, dass Rosa sicher noch nicht erschöpft ist. (lacht)

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