Das Buttermeitli zeigt ihr Mutterglück Ein drittes Kind für Model Sarina Arnold?

Acht Jahre Altersunterschied liegen zwischen ihren Kindern Felice und Lean. Für Sarina Arnold stimmt dieses Timing perfekt. Das Model erzählt, warum das so ist, was sie am Familienleben liebt und wann mit Kind Nummer drei zu rechnen ist.
Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
© Sina Luginbühl

Mami aus Leidenschaft: Sarina Arnold, 37, mit Söhnchen Lean Luis, 2, und Tochter Felice Alyssa, 10.

Eben erst ist die Familie aus den Sommerferien auf Mallorca zurückgekehrt, schon sitzt Sarina Arnold, 37, wieder im Flugzeug – unterwegs zur Arbeit. Im Schnitt zwei Wochen pro Monat ist sie als Model unterwegs. Und das seit über 20 Jahren.

Mit 16 siegte sie am prestigeträchtigen Modelwettbewerb Elite Model Look und eroberte als Buttermeitli die Herzen der Schweizer. Mit 16 steigt sie denn auch zum ersten Mal in ein Flugzeug. Als Kind fuhr sie jeweils mit ihren Eltern und Geschwistern im Auto in die Sommerferien – nach Bellaria in Italien. Und Sarina Arnolds Kinder? Die Urnerin winkt mit der Hand ab: «Die Zeiten haben sich geändert. Felice sass schon zigmal in einem Flieger.»

Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
© Sina Luginbühl

Happy Baby: Nach der Geburt von Felice, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt kam, weiss Sarina Arnold eine unbeschwerte Babyzeit umso mehr zu schätzen.

Sarina Arnold, wird den Kindern heute zu viel geboten? Gibt es Dinge, die Sie mit Lean, 2, bewusst anders machen als mit Felice, 10?
(Lacht.) Das kann sein. Aber ich gebe zu, ich verwöhne beide Kinder gern.

Wie verwöhnen Sie die zwei?
Mit Dingen, die sie gerne machen oder unternehmen. Ich liebe es, zu sehen, wie sie sich freuen und es schätzen.

Ihr Ehemann ist diesbezüglich strikter?
Auf jeden Fall. Raphael ist strenger. Ich müsste wohl etwas mehr Nein sagen.

Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
© Sina Luginbühl

Eheglück: Sarina und Raphael sind seit zehn Jahren verheiratet. Das feierten sie als Familie im Februar auf den Malediven.

Mit der Ankunft ihres Brüderchens ging die Zeit als Einzelkind für Felice zu Ende. Eine grosse Umstellung, oder?
Sehr. Doch sie lernt, sich anzupassen, und erlebt, wie es ist, wenn das Programm für alle stimmen muss. Manchmal fällt es ihr leichter, dann wieder schwerer.

Wie äussert sich das «schwerer»?
Sie schmollt und schletzt die Tür.

Und wer diskutiert es mit ihr aus?
Da gibt es nichts zu diskutieren. Es ist einfach so. Fertig. Ist der Sturm vorüber, taucht sie wieder auf und schliesst sich uns an. Die Zeit der ungeteilten Aufmerksamkeit ist für Felice vorbei.

Eine Zeit aber, die Sie alle gebraucht haben.
Allerdings. Schliesslich erleben wir mit Lean zum ersten Mal eine unbeschwerte Babyzeit. Wir können uns auf die üblichen Sörgeli konzentrieren und müssen nicht ständig zum Arzt rennen.

Ich finde den Altersunterschied von acht Jahren grossartig 

Trotzdem sind acht Jahre ein ziemlicher Altersunterschied.
Klar, mit Felice konnten wir bereits ins Kino. Lean will wieder auf den Spielplatz. Doch wenn Felice in der Schule ist, haben Lean und ich Zeit für uns alleine. Das geniesse ich sehr.

Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
© Sina Luginbühl

Grosses Schwesterherz: Lange wünschte sich Felice ein Geschwisterchen. Jetzt wird Lean von ihr liebevoll umsorgt.

Wie gerne teilt Lean sein Mami?
Er ist ein Mami-Titti und somit schnell eifersüchtig. Doch Felice weiss, dass ich abends, wenn Lean schläft, Zeit für sie habe. Und sie schätzt es sehr, wenn ich ab und zu einen Nachmittag organisiere, der nur uns beiden gehört. Ansonsten geht sie nun automatisch mehr zum Papi.

Felice war immer ein ruhiges Mädchen, das sich zu beschäftigen wusste. Wie steht es um Lean?
Er ist sehr aktiv. Immer muss was gehen. Ein Puzzle zu machen, interessiert ihn nicht. Er will raus, fährt Trotti, braucht Action. Fussball, Bagger – all diese Klassiker für Jungs kommen bei Lean sehr gut an. Und sieht er ein Auto, dreht er fast durch. Reden kann er noch nicht, darum macht er die Motorengeräusche nach.

Welche Automarken faszinieren ihn?
Porsche und Cabriolets ziehen ihn magisch an. Dann fuchtelt er wie wild und sagt «To». Sein Wort für Auto. Überhaupt kommuniziert er in Abkürzungen: Ma (für Mami), Pa (Papi), Is (Felice).

Was, wenn man ihn nicht versteht?
(Lacht.) Dann wird er richtig wütend und knurrt. Die einzigen zwei Wörter, die er am Stück spricht, sind: «Da is.» Was so viel heisst wie «da ist». Mit Sprechen war Felice definitiv früher dran.

Lean hat unsere Familie extrem bereichert

Lean macht es mit seinem Lachen wett!
Stimmt. Er ist ein Strahlemann. Auf Spaziergängen winkt er jedem zu. Und freut sich mit allem, was er an Gestik zu bieten hat. Im Vergleich zu Felice nimmt es Lean generell mit Gemütlichkeit. Worin sind sich die beiden gleich? In ihrer Sturheit. Beide sind im Sternzeichen Widder und trotzen gewaltig, wenn ihnen etwas nicht passt.

Sie haben sich sehr auf das Familienleben zu viert gefreut. Worauf konkret?
Lean ist eine Bereicherung für uns alle. Ich bin viel unterwegs. Schon als junges Mädchen stand für mich das Heimkommen und die Familie an erster Stelle. Mir gefällt dieses Miteinander. Den ganz normalen Familienalltag finde ich – auch wenn er mich manchmal zur Weissglut bringt – etwas vom Schönsten überhaupt. Das ist es, was das Leben für mich lebenswert macht.

Welches ist Ihr Ritual als Familie?
Die gemeinsamen Mittagessen. Raphael arbeitet als Leiter des Immobilienunternehmens Wüst und Wüst Zürich in Küsnacht und kommt jeden Mittag zum Essen nach Hause. Das kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Ich geniesse es sehr.

Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
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Alles Familie: Die blonden Haare von Sarina, die braunen Augen von Raphael und das Lachen von Felice: Lean passt perfekt ins Bild.

Und wie läuft der gemeinsame Mittagstisch ab?
Felice erzählt von der Schule. Jeder erzählt. (Lacht.) Ausser ich. Ich bin damit beschäftigt, Lean zu überlisten, wenigstens ein Nüdeli zu essen. Entdeckt er das winzige Stück Zucchetti in der Sauce, pickt er es raus. Und Fleisch, egal in welcher Form, isst er gar nicht.

Wie halten Sie es mit den Tischmanieren?
Keine Ellbogen auf dem Tisch. Mund zu beim Kauen. Darauf lege ich Wert. Auch darauf, dass meine Kinder gegenüber ihren Mitmenschen offen und tolerant sind. Anderssein nicht fürchten, sondern akzeptieren. Felice erzähle ich von meinem Engagement in Kirgistan (www.stiftungzuversicht.ch). Auch die Dokfilme darüber habe ich mit ihr angeschaut. So sieht sie, dass man vor Ort etwas erreichen kann.

Was hat sich verändert, seit Sie bei der Stiftung im Einsatz stehen?
Die Spitäler sind gut ausgebaut und die einheimischen Ärzte ausgebildet. Am meisten freut mich, dass es nun fast keine Jugendlichen und Erwachsenen mehr gibt, die operiert werden müssen. Ein Leben mit nicht operierter Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte (LKGS) ist sehr schwer.

Leider kommen in Kirgistan immer noch viele Kinder mit einer LKGS zur Welt.
Das stimmt. Aber sie werden heute gleich als Baby operiert. Ihnen und ihren Familien wird somit sehr viel Leid erspart.

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass in sechs Jahren Felice das Alter erreicht, in dem Sie Ihre Modelkarriere gestartet haben?
Ui, nein! Das ist ja beängstigend. Wir alle wissen, wie schnell sechs Jahre um sind. Es ist nicht selbstverständlich, dass mich meine Familie damals so unterstützt hat. Das bin ich mir bewusst.

Nach 20 Jahren weiss ich genau, dass ich bringen kann, was der Kunde wünscht

Sie modeln seit bald 22 Jahren. Noch immer Ihr Traumjob?
Ja! Auch wenn das Reisen und die Shootings intensiver geworden sind. Meine Erfahrung ist heute von Vorteil. Nach 20 Jahren weiss ich genau, dass ich bringen kann, was der Kunde wünscht.

Würden Sie nochmals damit beginnen wollen?
Nein. Ich hätte keine Lust mehr dazu. Nicht etwa weil es intensiver geworden ist. Doch mit Social Media hat die Eigenvermarktung einen zu hohen Stellenwert erhalten – jede ist noch cooler, schöner und glücklicher. Wie sehr muss das ein junges Model belasten.

Seit fünf Jahren designen und vertreiben Sie unter Jewels For You Ihre eigene Schmuckkollektion. Hätten Sie damit früher beginnen sollen?
Nein, die Familie war mir immer wichtiger. Und eine Schmuckmarke aufzubauen, braucht viel Zeit und Energie. Heute freue ich mich riesig, zu sehen, welch tolle Frauen meine Stücke tragen.

Sarina Arnold mit Familie SI Shooting Ausgabe 34/2018
© Sina Luginbühl

Zeitlos schön: Über 20 Jahre arbeitet Sarina Arnold als Model. Seit 2013 vertreibt sie ihren eigenen Schmuck.

Als Model sind Sie oft länger fort. Wie verabschieden Sie sich von den Kindern?
Ich beginne meist zwei Tage vorher, davon zu reden. Felice kennt es zwar, ist aber trotzdem traurig. Sie fragt, warum ich kein Homeoffice machen kann. Und Lean, der macht «ffffffff». Was so viel heisst wie: Mami ist im Flugzeug.

Sind Sie fort, schaut Ihr Mann zu den Kindern?
Ja. Wenn er arbeitet, hat er gewöhnlich Unterstützung von einer Nanny.

Sonst würde es nichts mit Kind Nummer drei?
(Lacht.) Stimmt genau! An Raphael bleibt sehr viel hängen, und eigentlich will er kein drittes Baby. Aber solange ich nicht 40 bin, ist dieses Thema nicht abgeschlossen.

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