«Ich will mich für die LGBTQ-Community stark machen» So lebt «SNTM»-Gewinner Saviour ganz privat

Nach seinem Sieg bei «Switzerland's next Topmodel» will es Saviour Chibueze Anosike wissen: Wovon der Bieler träumt, mit wem er das Badezimmerschränkli teilt und warum er sich für die LGBTQ-Community stark machen will.
Saviour Chibueze Anosike in seinem Bett
© Remo Nägeli

Auf seinem Bett verbringt Saviour viel Zeit mit YouTube-Clips schauen und im Internet surfen.

Er hat alles auf eine Karte gesetzt und gewonnen: Vor einer Woche wurde Saviour Chibueze Anosike zum ersten «Switzerland's next Topmodel» gekürt. Drei Tage nach dem Live-Finale in der Zürcher Maag Halle empfängt uns der 19-Jährige bei sich daheim in Biel. Oben am Hügel bewohnt Saviour eine kleine 3.5-Zimmer-Wohnung mit seinem Mami Franziska Anosike, 62. Heute ist auch Mila da. Das zweijährige Mädchen ist Saviours Nichte. Der Neffe Jaro, 5, ist noch im Chindsgi.

Saviour Chibueze Anosike mit Mami Franziska und Nichte Mila
© Remo Nägeli

Familienzeit: Saviour und sein Mami Franziska spielen mit Mila, der zweijährigen Tochter von Saviours Schwester. 

Für Saviour sind die zwei wie eigene Kinder. «Ich liebe sie über alles», sagt er. Zu seiner Halbschwester Ekua, 36, dem Mami der beiden, pflegt Saviour trotz des Altersunterschieds von 16 Jahren ein sehr enges Verhältnis. Die Familie ist Saviour heilig. Er selber ist ein Scheidungskind. Mami Franziska und Papa Emmanuel, 49, trennten sich vor fünf Jahren. Heute verbindet das Ex-Ehepaar eine Freundschaft. «Wir sind eine happy Patchwork-Family», sagt Saviour.

«Ich fühlte mich, als sei ich betrunken»

Es seien alle hinter ihm gestanden, als er sich im Februar 2018 bei «SNTM» beworben hat. Auf die Idee gebracht hat ihn eine 18-jährige Zürcherin, die Saviour auf Instagram folgt. Persönlich kennen tut er sie nicht. «Ich bin ihr aber sehr dankbar und habe mich intensiv bei ihr bedankt.» Nach der Anmeldung gings schnell: Saviour wird zum Casting eingeladen, kämpft sich von Runde zu Runde und schafft es bis ins grande Finale.

 

An die zwei Minuten vor der Verkündigung des Siegers erinnert er sich gut: «Es fühlte sich wie betrunken sein an. Du stehst da und weisst, jetzt kann es sein, dass sich dein ganzes Leben verändert.» Als er dann seinen Namen hörte, sei der emotionale Zusammenbruch gekommen. «Ich habe nur geweint und gelacht.»

Topmodel Manuela Frey und SNTM-Sieger Saviour kurz nach der Entscheidung
© David Biedert

Topmodel Manuela Frey und «SNTM»-Sieger Saviour kurz nach der Entscheidung.

Mit Freunden und der Familie feierte das Jungmodel bis morgens um vier Uhr. Nach dem Party-Spass ist Saviour jetzt bereit für den Ernst des Lebens. Sein karg eingerichtetes Kinderzimmer will der Informatiker nun gegen eine Model-WG in New York eintauschen. Als Sieger der ersten Staffel hat er nun einen Vertrag mit der Time Model Agency in Zürich unterschrieben. Gross werden will er aber im Ausland. Manuela Frey, 22, die «SNTM» moderiert hat und in New York wohnt, will Saviour helfen, Fuss zu fassen.

Seit 1,5 Jahren Single

Klappt es im Big Apple nicht, will es Saviour in London oder Mailand probieren. Angst, nach der Show in der Versenkung zu verschwinden, hat er nicht: «Ich habe schon immer mein Ding gemacht und bin sicher, dass alles aus einem Grund passiert.»

Zuhause bei Saviour Chibueze Anosike
© Remo Nägeli

Saviour Chibueze Anosike will nach seinem Sieg bei «Switzerland next Topmodel» in New York, Mailand und London durchstarten.

Abgesehen vom Modeln will Saviour seinen neuen Prominentenstatus dazu nutzen, sich für die LGBTQ-Szene stark zu machen: «Ich bin selber bisexuell», sagt er. Es sei in Biel nicht immer einfach gewesen vor dem Coming-out, das er vor rund einem Jahr hatte. Saviour hat schon früh gemerkt, dass er sich sowohl zu Frauen als auch zu Männern hingezogen fühlt. Mit seiner Ex-Freundin war er ein Jahr lang zusammen. Zu einer ernsthaften Beziehung mit einem Mann ist es noch nicht gekommen. Seit 1,5 Jahren ist der Bieler nun Single.

Saviour Chibueze Anosike und seine Kleider
© Remo Nägeli

In seinem kleinen Kinderzimmer hat Saviour nur die wichtigsten Kleider und Schuhe. Den Rest hortet der Bieler bei «Mami im Schrank».

«Viele unmoralische Angebote»

An Angeboten mangelt es dem Neo-Model nicht. «Ich erhalte viele unmoralische Angebote auf Instagram - und zwar von Frauen und Männern.» Obwohl ihm die Komplimente schmeicheln, will er sich zurzeit auf die Karriere fokussieren. «Die Liebe muss warten!»

Saviour Chibueze Anosike in Biel
© Remo Nägeli

Saviour ist in Biel geboren und aufgewachsen. «Obwohl ich mich hier sehr wohl fühle und Zuhause bin, will ich jetzt in die grosse weite Welt, um als Model durchzustarten.»

Bildergalerie - das Leben von Model-Mama Manuela Frey:

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