Nach zwei Castingshow-Pleiten Zürcherin lässt für Musik-Karriere Job & Freunde hinter sich

Für «MusicStar» war sie zu jung, bei «The Voice of Switzerland» schied sie in der ersten Runde aus. Jetzt lebt Anja Gmür in London, besucht dort eine renommierte Schule und arbeitet in Studios, in denen schon Queen, Michael Jackson oder Adele standen.
Anja Gmür Auf und Davon TV-Show Vox London Gesang Karriere
© VOX/Shinyside Media

Ihre Songs schreibt Anja Gmür selbst. «Meine Lieder sind ein offenes Tagebuch», gesteht sie. «Wer sie hört, weiss, was sich in mir abspielt.»

Anja Gmür ist angekommen. In London lebt die Schweizerin aus Rapperswil seit knapp zwei Monaten ihren Traum von einer grossen Gesangskarriere. Sie bekam einen Platz an der renommierten «Academy of Contemporary Music», die seit 2015 mit den «Metropolis»-Studios in einem Talentförderer-Projekt zusammenarbeitet. Die Studenten bekommen die Chance auf Aufträge in der Musikwelt, die sonst unerreichbar für sie wären. Und sie können Songs in Studios aufnehmen, in denen schon Michael Jackson, Queen oder Adele standen.

22 Jahre jung ist Gmür. Und schon lange weiss sie ganz genau, was sie will: singen. Dafür hat sie Ende letzten Jahres ihren sicheren Job als Bürokauffrau in Zug aufgegeben und Freunde und Familie hinter sich gelassen. «Klar, habe ich auch Heimweh. Aber ich musste diesen Schritt wagen», sagt sie SI online.

Seit ihrer Kindheit geht Anja ihrer Leidenschaft nach. 2008 meldete sie sich fürs Casting bei «MusicStar» an. Doch Juror Gölä sagte damals zu ihr: «Deine Stimme ist brillant. Aber wir denken, dass du noch zu jung für den ganzen Rummel um deine Person wärst.» Sie schied aus. Dann gab sie sich einen Künstlernamen. «Abby - so nannte man mich in der Schulzeit.» Heute heisst sie Anya Lou. Ein Reife-Prozess. «Ich bin älter geworden und finde Anya Lou etwas eleganter, aber ein paar alte Freunde nennen mich noch immer Abby.»

Als 2013 zum Casting für die erste Staffel von «The Voice of Switzerland» aufgerufen wurde, fühlte sich die gelernte Bürokauffrau parat. Doch auch dort kam sie über die Blind Auditions nicht hinaus. «Seither habe ich das Gefühl, allein mit meiner Stimme nicht überzeugen zu können.»


In London ist alles anders: «Dort sagen mir die Experten, dass gerade die Stimme meine Stärke ist, weil ich mit ihr Emotionen vermitteln kann.» Doch Gmür gibt sich auch selbstkritisch. «Ich entwickle mich noch. Das ist ein Prozess. Zum Titel ‹Superstar› ist es ein langer Weg, ich bin vielleicht eher noch ein ungeschliffener Diamant.» Und deshalb stehen ihre Bühnen in den nächsten Wochen und Monaten auch noch in Pubs. Grosse Stadien und Konzerthallen müssen noch warten.

Während ihres Starts in London hatte Anya Lou ein Kamerateam zur Seite. Sie und ihre Auswanderer-Story wurden vor kurzem in «Auf und davon» auf Vox gezeigt. Die Kameras sind inzwischen weg, ihren Traum lebt sie weiter. Bis Sommer dauert ihre Schule. Was dann passiert? Das steht noch in den Sternen. «In zwei Jahren hoffe ich aber, noch immer in London zu sein und an meinem Album zu arbeiten.»

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