Walter Roderer (†) Seine Weggefährten erinnern sich

Der Tod des Volksschauspielers bewegt die Schweiz - und insbesondere seine Freunde. SI online hat mit Menschen, die Walter Roderer nahestanden, gesprochen.

Freddy Burger, Manager:
«Bei der Premiere des Zirkus Knie habe ich ihn vermisst, und es hat mich überrascht, dass er auch am Sonntagabend bei der Verleihung des Schweizer Filmpreises nicht da war. Es muss ihm zu dem Zeitpunkt schon schlecht gegangen sein. Scheinbar ist er ja wunderbar eingeschlafen. Wenn man so gehen darf, ist das doch ein Geschenk. Wir hatten fast ein Vater-Sohn-Verhältnis. Von 1987 bis 1994 war ich sein Manager - also sein Partner in seiner erfolgreichsten Zeit als Volksschauspieler. Ich habe alle seine Geburtstage organisiert und mich bis heute um seine Angelegenheiten gekümmert.»

Pepe Lienhard, Musiker und Freund:
«Wir verlieren einen grossen Schauspieler. Walter hatte seinen eigenen Stil, er blieb sich immer treu.»

Monika Kaelin, Entertainerin und Prix-Walo-Organisatorin:
«Walter hat insgesamt drei Prix Walo gewonnen: 1983, 1988 und 2006. Zurzeit stecke ich gerade in den Vorbereitungen für die nächste Verleihung und hatte deshalb noch vor gut einer Woche mit ihm Kontakt. Wir haben am Telefon etwas geplaudert, er hat sich so auf den Anlass gefreut. Hazy Osterwald, Stephanie Glaser und jetzt auch Walter Roderer - grosse Künstler sind innert kürzester Zeit gestorben. Das ist traurig. Walter lernte ich 1976 im Bernhard-Theater, bei der Premiere des Musicals ‹Z wie Züri› kennen. Seither pflegte ich einen engen Kontakt mit ihm - auch mit ‹Ruthli› (Roderers verstorbene Frau und Berufskollegin Ruth Jecklin, Anm. der Redaktion). Ich habe mich immer sehr gefreut, die beiden zu sehen. Walter war ein fröhlicher Mensch, kommunikativ und immer interessiert. Komischerweise habe ich vergangene Nacht schlecht geschlafen, bin mehrmals aufgewacht. Als ob ich es spürte.»

Hansjörg Bahl, Schauspieler und Bühnenkollege:
«‹Rodi› war für mich der grösste ‹Bünzli› - und doch war er keiner, weil er dazu stand. Er liebte seine Schweiz wie ein Wahnsinniger und eckte mit seinen Ansichten oft an. Er war aber ein herzensguter und ehrlicher Mensch. Auf der Bühne war er ‹pingelig›, ein grosser Perfektionist. Eine Vorstellung hat zu funktionieren wie ein Uhrwerk, das lernte ich von ihm. Wer es gut mit ihm hatte, fand einen hervorragenden Freund in ihm. Am 16. Februar, an der Permiere von ‹La Cage aux Folles›, habe ich ihn letztmals gesehen. Er war wie immer - ich bin wirklich überrascht, dass er nun von uns gegangen ist. Sein Ziel war, hundert Jahre alt zu werden. Das hat er leider nicht mehr erreicht.»

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