Salzgeber & Buchli Sie sorgen für Glamour im Sport

Das Moderatoren-Duo der Credit Suisse Sports Awards 2012 ist eitel - und steht dazu. Mit der «Schweizer Illustrierten» sprechen Rainer Maria Salzgeber und Steffi Buchli über Mode, schrille Outfits und Tattoos.

RAINER MARIA SALZGEBER & STEFFI BUCHLI ÜBER IHRE EXTRAVANTEN OUTFITS:
Salzgeber: Ich habe Hosen in jeder Farbe. Knallgelb, Blau, Orange...
Buchli: Rainer ist ein Avantgardist. Er hat Violett und Senfgelb kombiniert, als noch niemand diesen Mut hatte!
Salzgeber: Jawoll, und weisse Sakkos trug ich schon vor zehn Jahren. Da sagten die Leute: «Spinnst du eigentlich?!» Na ja, manchmal denkt man heute schon: «O Gott, wie konnte ich nur?!»
Buchli: Ich höre auch oft Sprüche, bin aber resistent dagegen. Ich ziehe nicht etwas an, um allen zu gefallen. Rainer, wie viele Schuhe hast du eigentlich?
Salzgeber: Das darf ich nicht sagen, das wird falsch interpretiert. Ich kann nichts wegwerfen. Meine Frau sagt immer, sie kann meinen Kleiderraum im Keller nicht mehr betreten.
Buchli: Ich durchforste nach jeder Saison einmal meine Schränke, sortiere aus und verschenke Kleider an Kolleginnen. Ich bin keine Sammlerin.

...ÜBER IHR MODISCHES MITSPRACHERECHT BEIM SCHWEIZER FERNSEHEN:
Buchli: Manchmal sehen die Stylisten etwas und schlagen das vor. Aber man kann auch selber etwas mitbringen oder mit ihnen Kleider aussuchen gehen. Man findet immer einen Konsens.
Salzgeber: Ich erinnere mich noch, als ich vor etwa 15 Jahren zum ersten Mal mit einem Stylisten einkaufen gehen durfte - ein absolutes Novum. Der gute Clifford Lilley kaufte mir Dinge, die er am liebsten selber getragen hätte. Er war schon damals modisch der Zeit voraus. Ich kam voller Stolz heim, mit engen Röhrlihosen und so. Chantal sagte, bring den Krempel sofort zurück, das kannst du ja niemals tragen!
Heute ist alles professioneller.
Ich wage mal zu behaupten, dass die Moderatorinnen und Moderatoren des Schweizer Fernsehens heute im europäischen Vergleich sehr gut angezogen sind. Unsere deutschen Kollegen dagegen tragen teilweise viel zu grosse Sakkos. Gerhard Delling hatte noch nie eine Anzugjacke an, die passte!
Buchli: Es ist ein wichtiges Thema. Und der Grat ist schmal. Im TV sollte es relativ satt sitzen, aber nicht zu eng.
Salzgeber: Wenn du als Mann nur ein kleines Schulterpolster trägst, siehst du aus wie Schwarzenegger. Es wirkt alles breiter und massiver. Gilbert Gress sagt immer: «Herr Salzgeber, leggen Sie kein Weiss an, das macht dick.» (Lacht.)

...ÜBER EITELKEIT:
Buchli: Wenn jemand beim Fernsehen arbeitet und sagt, er sei uneitel, dann zweifle ich manchmal. Denn faktisch ist das erste Bild nach dem Signet ein Moderator, und der wird angeschaut. Da muss alles sitzen, sonst nützt die beste Moderation nichts.
Salzgeber: Mich regt dieses Kokettieren auf: «Eigentlich wollte ich ja gar nie zum Fernsehen, aber man hat mich gedrängt...» Steht doch hin und sagt: «Hey, ja, ich bin so, und ich habe alles darangesetzt, das zu werden!» Das finde ich glaubwürdiger.
Buchli: Die Eitelkeit wird mit unserem Job nicht kleiner. Wenn man weiss, dass viele Leute zuschauen, ist es ja klar, dass man eine gute Falle machen will. Einkaufen gehe ich dagegen relativ relaxt.

...ÜBER STYLING-GRENZEN:
Salzgeber: Unsere Experten machen nicht alle Gags mit. 2011 wollte ich Leopardenschuhe anziehen zum weissen Sakko. Das fanden sie «too much». Ich glaubte es ihnen. Die kommen ja draus. Buchli: Mit deinem Sofaüberzug hast du schon den Vogel abgeschossen...
Salzgeber: So was musst du tragen können. Mutig sein ist nur das eine. «Anziehen, nicht verkleiden» ist mein Motto.
Buchli: Schauen dich die Leute auch immer so böse an, wenn du Imitationen trägst? Ich ernte oft böse Blicke wegen meinen Schlangenlederstiefeln, obwohl die natürlich nicht echt sind.
Salzgeber: In Luzern trug ich mal einen Pelzkragenmantel. Plötzlich standen fünf Aktivisten hinter mir und riefen: «Pelz ist Mord! Pelz ist Mord!» Ich musste sogar das Etikett herausholen und beweisen, dass es weder Nerz noch Hase ist. Ich trage nie echten Pelz!

...ÜBER TATTOOS:
Salzgeber: Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber: Mir gefallen die nicht! Es gibt schon Leute, die das gut tragen - wie du, Steffi... (lacht)
Buchli: Jetzt hast du die Kurve gerade noch gekriegt. Du bist ja oft im Fussballmetier unterwegs, und da hat von 22 Spielern die Hälfte fast keinen freien Platz mehr auf der Haut. Verrückt, so jung! Bald kommt Cloé mit der Idee.
Salzgeber: Je mehr man seinen Kindern etwas verbietet, desto interessanter finden sie es. Aber für eine Tätowierung ist sie mit elf Jahren definitiv zu jung.

Das vollständige Interview finden Sie in der «Schweizer Illustrierten» Nr. 49 vom 3. Dezember - oder auf Ihrem iPad.

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