Diskussion um Homo-Ehe Tamynique bringen Fahrt in die «Arena»

Dominique Rinderknecht und Tamy Glauser füllten die «Arena» nicht nur mit Glamour, sie argumentierten souverän zum Thema Homo-Ehe und sie brachten eine gute Portion Humor mit. Und wir lernen, welche Prise ihnen angeblich fehlt, um Kinder adoptieren zu dürfen.
Dominique Rinderknecht Tamy Glauser
© Instagram

Sie kann auch politisch: Dominique Rinderknecht (l.) diskutierte mit Unterstützung ihrer Freundin Tamy Glauser in der «Arena» mit.

Bei Sendungsbeginn herrscht erst einmal Verwirrung. Sind wir bei «Glanz & Gloria» oder bei der politischen «Arena»?

Jonas Projer, 36, stellt das berühmteste Lesbenpaar der Schweiz vor: Dominique Rinderknecht, 28, und ihr Schatz Topmodel Tamy Glauser, 33. Der Moderator fragt sie über ihr Kennenlernen und ihre Beziehung aus. Doch wir sind wirklich bei der «Arena». Das Thema: «Sollen Tamynique heiraten dürfen?»

Darum wechselt Projer schon rasch wieder in seine gewohnt kritische Rolle und fragt nach, warum «Tamynique», wie das Paar sich selbst nennt, ihre Liebe so offen zelebriert. Sieht er eine geheime Agenda dahinter?

Jonas Projer
© SRF/Oscar Alessio
Jonas Projer zeigte sich in der jüngsten «Arena» people-affin.

Weit gefehlt. Es geht nur um Leidenschaft. «Wir können einfach nicht anders», sagen Rinderknecht und Glauser einstimmig. Die Studiozuschauer haben das mitbekommen. Vor Sendestart küssen und streicheln sich die beiden unentwegt. Als ein politisches Statement wollen sie ihre öffentliche Liebelei nicht sehen. «Doch wenn es etwas bewirkt, dann ist das ja was Schönes.»

Angriffslustige Rinderknecht

Doch jetzt wirds ernst. Wer geht nun nach vorne ans Pult zu den Diskutanten? «Die Schönere», sagt Tamy und zwinkert ihrer Domi zu. Eine gute Entscheidung. Rinderknecht bringt Tempo in die Sendung. Dem EVP-Politiker Ruedi Löffel, 56, fällt die Ex-Miss schon in seinem ersten Satz ins Wort. Sie zeigt sich angriffig, unterbricht immer wieder und stellt kritische Fragen.

Die Argumentationen folgen dann die ganze Sendung über mehr oder weniger den üblichen Mustern: Die eine Seite meint, die Ehe soll für Mann und Frau vorbehalten bleiben, weils so natürlicher sei und Kinder zwei heterosexuelle Elternteile brauchten. Die andere Seite argumentiert mit der gesellschaftlichen Entwicklung, dass Kinder nur Liebe und Geborgenheit brauchen, und dass Homosexuelle dies auch bieten können.

Schaut man genau hin, sieht man im Hintergrund Tamy Glauser auf ihrem Platz hin- und herrutschen. Die Argumente der Gegner bringen sie innerlich in Rage, wie sie nach der Sendung offenbart. «Am liebsten wäre ich manchmal aufgesprungen.» Aber sie überliess den Kampf grösstenteils ihrer Dominique. «Sie hat das super gemacht, ich bin so stolz auf sie», so das Model.

Tamynique Insta-Account
© Instagram/tamynique

Setzen sich gern für LGBT-Rechte ein: Dominique Rinderknecht (l.) und Tamy Glauser.

«Die Prise Geheimnis»

Doch so ernsthaft die Diskussion ist, es gibt immer wieder Lacher. Die konservative Regula Lehmann der Stiftung Zukunft CH fragt Ex-Miss Rinderknecht, ob sie die Rolle eines Papis ausfüllen könne: «Total! Auch ich kann einem Buben die Funktionalität seines Geschlechts erklären», antwortet diese selbstbewusst.

Als Lehmann die Ehe mit einem Appenzeller Käse vergleicht, wirds noch heiterer. Wie der Käse habe die Ehe zwischen Mann und Frau «eine Prise Geheimnis». Und das fehle Homo-Paaren. Worauf Glauser von hinten in die Runde ruft: «Hey, bei einem Geheimnis weiss man ja nicht, was drin ist», bei einer gleichgeschlechtlichen Beziehung hingegen schon, so ihr Argument.

Eine Nacht mit Harry und Meghan

In der zweiten Hälfte entgleitet die Sendung in eine Grundsatzdiskussion darüber, ob Leihmutterschaft ethisch vertretbar ist oder nicht. Grosse Uneinigkeit. Was zu einer üblichen Sendung «Arena» gehört. Doch als die Gegner der Homo-Ehe eine Leihmutterschaft mit Menschenhandel vergleichen, wird es Glauser zu viel. «Da hat es mir schlichtweg die Luft abgestellt.» Doch auch da nimmt sie sich zurück und überlasst das Argumentieren ihrer Freundin. Die genoss das Politisieren, wie sie gesteht. «Ich würde sofort wieder teilnehmen.»

Dafür sorgt das Model für den letzten Lacher der Sendung. Die Schlussfrage von Jonas Projer zielt auf die morgige Hochzeit zwischen Prinz Harry, 33, und Meghan Markle, 36. Was würde sie dem Brautpaar schenken? «Eine Nacht mit mir und Domi in Paris.» Rinderknecht ergänzt nur: «Bin dabei!»

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