«Jeder Rappen zählt»-Moderatorin Besuch in Tina Nägelis Zuhause

Sie ist das Knallbonbon des SRF: Heute Freitag zügelt Moderatorin Tina Nägeli für «Jeder Rappen zählt» zum dritten Mal auf den Luzerner Europaplatz. Die «Schweizer Illustrierte» hat die Powerfrau vor ihrer Abreise in ihrem Zuhause in Zürich besucht.
Tina Nägeli SRF-Moderatorin
© Joseph Khakshouri

Passion: Ihre Musik hört Tina Nägeli vorerst zum letzten Mal im Wohnzimmer. Ab dem 15. Dezember 2017 moderiert sie in der «Jeder Rappen zählt»-Glasbox in Luzern.

Rosarot, eisblau, violett, grau. «Was hat die Frau für eine wahnsinnig komische Haarfarbe?» Tina Nägeli, 32, stellt Vermutungen an, was Passanten wohl durch den Kopf geht, wenn sie in Zürich ab und zu angestarrt wird. Dabei wechselt die SRF3-Moderatorin mit dem Pastellbob weniger oft die Haarfarbe, als man denken mag: «Würde ich sie selbst bleichen, hätte ich sicher keine Haare mehr auf dem Kopf. Jede Farbe wäscht sich schnell raus und hat so immer einen anderen Ton.»

Die neugierigen Blicke könnten auch daher rühren, dass Nägeli kein unbekanntes Radiogesicht mehr ist. Egal, ob sie den SRF3-Festivalsommer begleitet, als Gast «glanz & gloria» moderiert oder seit September Mona Vetsch, 42, hinterm Mikro der SRF3-Morgensendung beerbt: Nägeli fällt auf und unterhält die Hörer mit ihrem «Pfnüselküsten-Slang». Sie stammt aus Wädenswil und wohnt seit einigen Jahren mit ihrem Freund Markus, 30, in Zürich. 

Der letzte Kaffee im warmen Zuhause

In der Küche kämpft sie gerade mit der störrischen Kaffeemaschine, drückt wild Knöpfe. Endlich: Die Adrenalinbrause fliesst. Vor Freude quäkt Nägeli kurz wie Mickymaus. «Das rutscht mir oft raus, wenn ich fröhlich bin», sagt sie und lacht. Vorerst ist es ihr letzter feiner Kaffee, bevor sie für sieben Tage in der «Jeder Rappen zählt»-Glasbox mit Fabio Nay, 28, und Stefan Büsser, 32, moderieren wird.

Trotzdem freut sich Tina Nägeli auf die WG mit den beiden Jungs. Und mit Studiogästen improvisiert sie gern. «Wenns menschelt, ist eben nichts berechenbar. Ich liebe das. Ich bin sehr neugierig, planen liegt mir nicht.»

Tina Nägeli SRF-Moderatorin
© Joseph Khakshouri
Winterkaffee: Auf ihrem Balkon gönnt sich die sonst so rastlose SRF3-Moderatorin eine kleine Pause und notiert 
ihre Ideen.

Die Spendenaktion läuft bis am 21. Dezember

Vom 15. bis 21. Dezember gastieren die Moderatoren auf dem Luzerner Europaplatz. Das Publikum vor Ort und am Radio wird bestimmt gut unterhalten: «Würde man mit einer Stoppuhr messen, ob Büssi oder ich mehr redet, wäre es sicher ein Kopf-an-Kopf-Rennen.»

Dieses Jahr sammeln sie für die Schul- und Berufsbildung von Kindern und Jugendlichen. Das liegt der Tina am Herzen. «Wer nicht lesen und schreiben kann, hat Schwierigkeiten, Lebensträume zu verwirklichen. Kinder haben ein Recht darauf, sich Wissen anzueignen.» 

«Mir fehlte ein einziger Punkt!»

Nach der Matur wollte Nägeli Kinderärztin werden, durfte aber wegen des Numerus clausus nicht studieren. «Mir fehlte ein einziger Punkt!» Sie fing sich schnell, begann ein Romanistikstudium in Zürich, um Französischlehrerin zu werden. «Kinder haben einen so unverbrauchten Blick auf die Welt. Der tut uns allen gut. Sie haben Gedanken, die Erwachsene verlernt haben.»

Dass Nägeli jetzt Hörer statt Schüler unterhält, verdankt sie ihrer Mutter, die die Tochter vor 12 Jahren zu einem Tag der offenen Tür beim SRF mitnahm. Bei Nägeli war es Liebe  auf den ersten Ton. Im Job verbindet sie nun ihre zwei Talente: Quasseln und Musik.

Tina Nägeli SRF-Moderatorin
© Joseph Khakshouri

Sprachtalent: Früher wollte sie Französischlehrerin werden, heute faszinieren sie nordische Sprachen wie Isländisch.

«Mich zieht es immer in den Norden»

Ihre Liebe zur Musik lebt sie auch zu Hause aus! «Zum Glück habe ich tolerante Nachbarn», erklärt sie mit Blick auf ihre grossen Boxen. Im Regal zeugen Reiseführer vom Fernweh der Moderatorin. «Island» steht gleich auf mehreren Buchrücken. Schon zweimal besuchte Nägeli die Insel mit der innovativen Musikszene. Ihr letzter Trip ging nach Kopenhagen. «Mich zieht es immer in den Norden», sagt sie.

Auf dem Tisch stapeln sich Sprachlernbücher: «Finnisch», «Dänisch» und «Isländisch-Deutsch». Tina Nägeli schaut in dem Miniwörterbuch gleich nach, was Plattenspieler auf Isländisch heisst: «Plötuspilari.» Und Musik? «Tonlist.» Gar nicht mal so schwer!

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