Adel Abdel-Latif Tochter Soraya macht den Kickboxer ganz sanft

Er war mal Mister Schweiz, hat den Doktortitel und führt als Unternehmer zwei Firmen. Adel Abdel-Latif ist mit seiner Familie glücklich. Doch er will mehr: mit 42 den Kickbox-WM-Titel für Töchterchen Soraya!

Lachend tollt sie im Sechseinhalb-Zimmer-Haus in Küssnacht am Rigi herum. Die zweieinhalbjährige Soraya hüpft auf dem Rücken von Papa Adel Abdel-Latif, 42, streichelt seinen Kopf. Mama Alif Simone, 35, schaut vergnügt zu. «Die kostbarste Zeit meines Lebens darf ich mit meiner Familie verbringen», sagt der Vater stolz. «Adel ist ein liebevoller, zärtlicher Vater», sagt Gattin Alif Simone.

Zwei Stunden später: Der gleiche Mann fliegt mit grimmiger Miene durch die Luft. In voller Kampfmontur beim Training in Zürich. Was für Gegensätze, welch grosse Verwandlung! Dort der sanfte Vater, hier der knallharte Fighter. «Ich mag die Herausforderung des Kampfes seit 25 Jahren», sagt Adel. «Aber ich habe auch ein grosses, liebendes Herz. Das schliesst sich überhaupt nicht aus.»

Weit über 200 Wettkämpfe hat der Mister Schweiz von 1996 schon gewonnen. Nach neun Jahren Pause gab er ein Comeback, nahm 12 Kilo ab - und grüsst inzwischen als Welt-Nummer 1. Kommenden Samstag will er im Fight gegen Bernd Schäfer, 35, den Europameister aus Österreich, Kickbox-Weltmeister werden. «Das wird der Kampf meines Lebens», sagt Adel Abdel-Latif. Auf der Fahrt zurück in die Innerschweiz erklärt er, warum er sich das mit 42 noch antut. «Ich mache es für meine Tochter. Noch in der Kampfnacht will ich ihr den Weltmeistergürtel ans Bettchen legen. Als bleibende Erinnerung an ihren Vater.» Aber auch weil ihm der Sport viel bedeutet, hat er hart trainiert. «Ich bin topfit und bereit!»

Bereit war er schon immer. Und willens, etwas zu erreichen in seinem Leben. Vor 15 Jahren doktorierte Adel Abdel-Latif in Medizin, spezialisierte sich als Facharzt FMH für Radiologie. Heute ist er erfolgreicher Unternehmer. Seine beiden eigenen Firmen rekrutieren landesweit Ärzte und beraten Spitzenmanager sowie Chefärzte im Gesundheitswesen. Dieses Jahr schloss er das MBA-Managementstudium ab, ist neu auch Gastreferent als Verhandlungsexperte an der HSG in St. Gallen.

Wie hat er das alles geschafft? «Jeder kann seine Ziele erreichen», sagt Adel. «Man muss nur hart und diszipliniert arbeiten. Das tue ich 16 bis 18 Stunden am Tag.» Sagt es, und betritt wieder sein Haus. «Das Schönste ist immer, heimzukommen zur Familie», strahlt er. Die süssen Yorkshire-Hündchen Mimo und Chanel springen wild umher, Tochter Soraya (heisst auf Persisch Prinzessin) küsst ihren Vater auf die Wange. Zärtlich nimmt Gattin Alif Simone ihren Mann in die Arme.

Hat sie nie Angst um ihren Adel im Ring? «Nein», sagt sie lächelnd. «Ich habe nur immer Angst um seine Gegner.» Nach abgeschlossener Handelsschule arbeitete die Aargauerin im väterlichen Druckereibetrieb. Seit Jahren legt die «Queen of Hardstyle» als DJ Lady Tom vor Zehntausenden Fans in ganz Europa auf. «Nächstes Jahr kommt mein neues Album», freut sie sich. Soraya klatscht in die Hände. Bekommt sie bald ein Geschwisterchen? «Das hoffen wir», sagt Adel. «Wir nehmen es, wie es kommt», fügt seine Gattin an.

WM-Fight Superschwergewicht Adel Abdel-Latif vs. Bernd Schäfer am Samstag, 30. November, «Mövenpick» Regensdorf ZH. Ticket gibt es hier.

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