Das persönliche Interview mit Burlesque-Tänzerin Zoe Scarlett «Ich esse wie ein Scheunendrescher»

Sie zog aus, um sich auszuziehen. Und zieht so alle Blicke auf sich: Als Pin-up-Girl und Burlesque- Tänzerin ist Zoe Scarlett heute eine gefragte Künstlerin. Trotzdem hätte sie gern Angelina Jolies Lippen und Gisele Bündchens Beine. Ansonsten steht die Baslerin auf Elvis, Ami-Schlitten und Tattoos.
Zoe Scarlett ohne Freund Burlesque Pinup rote Haare
© Marco Nietlisbach

Zurzeit tourt Zoe Scarlett durch Deutschland. Ende Mai aber zeigt sie in ihrer Heimatstadt Basel, was sie als Burlesque-Tänzerin drauf hat.

Schweizer Illustrierte: Was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Zoe Scarlett: Eine türkisfarbene Lotusblüte. Sie symbolisiert für mich etwas Heiliges, Reinigendes und Feminines.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu de­signen: Aus welchen Städten, Dör­fern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Ein Schuss Las Vegas, eine Prise Paris - das Ganze eingerahmt von Schweizer Bergen.

Wie hätten Sie als Bub geheissen?
Colin! Aber mal ehrlich: Colin Scarlett klingt nicht so geil wie Zoe Scarlett, oder?

Welches Gemüse gehört verboten?
Keines. Ich bin totaler Gemüse-Fan. Kein Vegi, aber ein Fast-Vegi. Zwischendurch habe ich auch mal gern einen Burger.

Und was für eine Frucht wären Sie?
Eine Ananas.

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, da­mit Sie massiv glücklicher wären?
Um null Prozent - ich hab den geilsten Job der Welt.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt?
Geh nie mit fremden Leuten mit!

Wann haben Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes verschenkt?
Letzten Dienstag. Ein Freund hatte Geburtstag, und ich fertigte für ihn eine Collage mit Fotos unserer gemeinsamen Zeit an.

Wo am Körper tuts Ihnen weh?
Nirgends. Ich bin kerngesund und überhaupt nicht wehleidig.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen?
Nein, gar nicht. Wenn ich nichts mehr mag, mag ich nichts mehr. Ausserdem: Ich esse ja Portionen wie ein Scheunendrescher.

Welche Musik soll an Ihrer Beerdi­gung gespielt werden?
Da läuft Rockabilly! Und Frank Sinatras «My Way».

Können Sie sich vorstellen, Sterbe­hilfe in Anspruch zu nehmen?
Absolut.

Über welche Tat oder Aussage von Ihnen wird man noch lange nach Ihrem Ableben reden?
(Lacht.) Weder über das eine noch das andere. Aber sie werden über Zoe Scarlett sagen: Das war doch die, die sich auf der Bühne aus- gezogen und damit auch noch Geld verdient hat.

Ich habe den geilsten Job der Welt

Die bisher beste Idee Ihres Lebens ?
Pin-up-Girl zu werden.

Und die dümmste?
Da ist nichts, was ich bereuen würde. Es gibt vielleicht einige Sachen, die in den Augen anderer dumm erscheinen, aber für mich passts.

Welchen Wunsch haben Sie end­gültig begraben?
Einen Affen als Haustier zu halten. Das ist bei uns in der Schweiz leider verboten.

Was würden Sie Ihren Kindern mit auf den Weg geben wollen?
Wenn ihr von etwas träumt, lasst euch von niemandem davon abhalten, diesen Traum wahr werden zu lassen.

Angenommen, der liebe Gott wür­de Sie neu erschaffen: Mit den Ei­genschaften welcher Berühmthei­ten soll er Sie ausstatten?
Mit den Lippen von Angelina Jolie, den Beinen von Gisele Bündchen und Elvis’ musikalischem Können.

Welches Buch hat Ihr Leben massiv beeinflusst ?
«Dein Leben im Licht» von Doreen Virtue.

Was wird man in 100 Jahren über die aktuelle Epoche sagen?
Was waren das für Volldeppen.

An meiner Beerdigung soll Rockabilly und Frank Sinatras «My Way» gespielt werden

Welche Pille gehört erfunden?
Eine gegen den berühmten Kater.

Ihr Spitzname als Kind?
Zözi. Viele rufen mich bis heute so...

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus.
Zugekleistert mit «Beverly Hills, 90210»-Plakaten, vor allem von Jason Priestley. Auf ihn fuhr ich voll ab. Ich kaufte mir die «Bravo» nur, um an seinen lebensgrossen Posterschnitt zu kommen.

Falls Ihr Leben verfilmt wird, wel­che Schauspielerin soll die Haupt­rolle spielen?
Keine Ahnung, aber sie müsste jung, sexy und knackig sein.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern ?
Die Industrie macht, angefangen bei Nutella über Bodylotion bis hin zu Waschmittel, überall Palmöl rein. Solche Produkte sollte ich verbannen.

Bei wie viel Franken pro Liter Ben­ zin wäre für Sie die Schmerzgren­ ze erreicht?
Die ist bei mir mit meinem Ami-Schlitten, einem Ford Mustang V8, schon längst erreicht.

Haben Sie ein Tattoo?
Eins? Ich kann sie gar nicht mehr zählen an Arm, Fuss, Innenschenkel und am Rücken.

Der beste Ratschlag, den Sie be­kommen haben?
No risk, no fun.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz?
Klar. Raffy.

Wer ist Ihr bester Freund?
Martin Dürrenmatt! Wenn ich die Namen meiner Freundinnen verraten würde, würden die mich killen. Ich nenne sie meine Bellas.

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut?
Über ein hawaiianisches Tiki-Mug-Becher-Set.

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