Christian Franzoso und Peter Loukopoulos Verliebte Jungs

Zwei Männer, eine Zukunft! TV-Mann Christian Franzoso und Peter Loukopoulos sind seit vier Jahren ein Paar. Christian: «Peter wäre ein wunderbarer Vater!»

Eine gewisse Ähnlichkeit lässt sich nicht leugnen: Christian trägt einen sexy Dreitagebart, Peter auch. Christian schaut Peter mit diesen braunen Latin-Lover-Augen an, Peter ebenfalls. Und auch in Sachen Frisur (raspelkurz) und Haarfarbe (kastanienbraun) ticken Christian Franzoso, 35, und Peter Loukopoulos, 34, unisono.

Dann hat es sich mit dem Spiegelbild. Der Basler Moderator von «glanz & gloria weekend» und sein australischer Lebenspartner wohnen zurzeit noch in einer kleinen Wohnung im Zürcher Kreis 4, bis sie etwas Grösseres (in Basel) gefunden haben. Christian ist emotional, Peter rational. Christian ist romantisch, Peter pragmatisch. Christian spricht Baseldytsch, Peter Australisch-Deutsch. Sie sind so verschieden wie Sonne und Mond. Ein Sommerabend bei Chardonnay, Melone und Parmaschinken. Ein Schwatz über Hochzeitspläne und Wäschebügeln.

Hand aufs Herz: War vor unserem Besuch eine Putzfrau am Werk?
Peter: No way! Wir haben keine. Putzen entspannt. Christian ist fürs Badezimmer zuständig …
Christian: … und Peter ist der Bügelspezialist.

Und wer trifft die wichtigen Entscheidungen?
Peter: Wenn was ansteht, dann diskutieren wirs aus, bis wir eine Lösung finden.

Und haben Sie schon entschieden, wo Sie in Zukunft wohnen wollen?
Christian: Wahrscheinlich in Basel. Meine Mutter lebt dort, und wir möchten in ihrer Nähe sein. Sie hat Peter sofort in ihr Herz geschlossen und nennt ihn nur noch «Amore».
Peter: She is great! She is wie eine Mum für mich.

Christian, haben Sie Peters Familie schon kennengelernt?
Wir wollten im September nach Australien fliegen, aber am ersten Tag unserer Ferien in Portugal im April starb Peters Vater. Peter musste notfallmässig zu seiner Familie fliegen.
Peter: Ich wollte nicht, dass Christian meine Familie in dieser schwierigen Zeit kennenlernt. Schliesslich sollte so ein Treffen unter fröhlichen Bedingungen stattfinden.

Gab es eigentlich nie Probleme mit dem Coming-out?
Christian: Nein! Meiner Mutter (Christians Eltern leben getrennt. Anm. der Red.) habe ich es mit zwanzig gesagt.
Peter: Auch bei meinen Eltern gabs no drama.

Christian, Sie sind seit zwei Jahren der Prominenten-Experte bei «g?&?g weekend». Patrick Rohr, der Talk-Allrounder; Sven Epiney, der TV-Superstar, Kurt Aeschbacher, die lebende TV-Legende; Marco Fritsche, der smarte Tausendsassa: Es scheint so, als wären schwule Männer die besseren TV-Moderatoren.
Sie haben Roman Kilchsperger, Sascha Ruefer, Nik Hartmann und Beni Thurnheer vergessen. Die sind heterosexuell. Ich glaube nicht, dass die sexuelle Präferenz Einfluss auf den Erfolg eines TV-Moderators hat. Und es ist auch nicht so, dass wir einen geheimen Homo-Bund im Leutschenbach haben (lacht).

Christian Franzoso, Sie und Peter scheinen sehr glücklich zu sein. Wollen Sie Ihre Partnerschaft nicht eintragen lassen?
Christian: Wir haben kürzlich darüber gesprochen. Peter sagte, dass ich offiziell auf den Knien um seine Hand anhalten muss (lacht).
Peter: Mit oder ohne Kniefall, irgendwann müssen wir das machen. Auch, damit wir abgesichert sind, falls was passiert.

Planen Sie es noch dieses oder nächstes Jahr?
Christian: Beides liegt im Bereich des Möglichen.

Immer mehr homosexuelle Paare denken darüber nach, Kinder zu adoptieren oder Kinder mit Leihmüttern zu zeugen. Wie sieht es bei Ihnen aus?
(Christian denkt lange nach.) Nur so viel: Wenn Kinder, dann nur mit Peter! Er wäre ein wunderbarer Vater.

Warum?
Weil er einfühlsam, humorvoll, verständnisvoll ist. Und weil er nie schlecht über andere Menschen spricht. Ausserdem bringt er immer zu Ende, was er anpackt.
Peter: Hey, you are sweet.

Peter, was gefällt Ihnen besonders an Christian?
He is all the s’s: sexy, smart, sensuous (sexy, intelligent, sinnlich).

Während des Gesprächs braut sich über Zürich ein Gewitter zusammen. Plötzlich ist es zappenduster. Christian knipst das Licht «seiner» Lieblings­lampe, Baujahr 1971, an und zeigt uns einen Büro-Rollschrank aus den 30er-Jahren, ebenfalls ein Lieblingsstück: «Ich mag Möbel mit Patina. Ich kann stundenlang in Antiquitäten-Shops herumstöbern.» Peter hingegen shoppt praktisch. «Als ich vor zwei Jahren als Sozialpsychologe für ein Jahr ins südschwedische Linköping zog, deckte ich mich bei Ikea ein.» Sideboard, Tisch und Sofa zeugen von Peters Affinität für schwedische Einrichtungsgegenstände. Mid-Century-Patina und skandinavische Nüchternheit. Christians und Peters Möbel harmonieren in der picobello aufgeräumten Wohnung.

Peter, wie ist es, mit einem Partner befreundet zu sein, den man beim samstäglichen Einkaufsbummel überall erkennt?
Wenn wir an der Migros-Kasse anstehen, schauen die Leute schon neugierig. Aber alles in allem sind die Schweizer, im Gegensatz zu den Australiern oder Amerikanern, sehr, sehr diskret. That’s why I love Switzerland! ?

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