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Öko-Shampoo im Selbsttest

Redaktorin Denise wird silikonfrei

Dass silikonhaltige Shampoos schlecht für die Umwelt sind, weiss inzwischen so ziemlich jeder. Aber ist der Wechsel auf eine ökologischere Alternative gerade bei langem Haar wirklich so einfach? Spoiler: Ist es nicht. Online Editor Denise unterzog sich dem Selbsttest.

Silikonfreies Shampoo im Selbsttest

Ob diese Mähne inzwischen wohl silikonfrei ist?

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Wattepads, Feuchttücher, Silikone – die Kosmetikindustrie liefert so einiges, das unserer Umgebung dauerhaft Schaden zufügt. Woran ich circa 20 Jahre meines Lebens keinerlei Gedanken verschwendet habe, beschäftigt mich dafür jetzt umso nachhaltiger. Nachdem ich Peelings mit Micro-Plastik, Wattepads oder Reinigungstücher ohne mit der Wimper zu zucken aus meiner Beauty-Routine verbannen konnte, stellte ich mir neulich die Frage: Kann ich ganz ganz vielleicht auch auf mein heissgeliebtes Shampoo verzichten?

Dazu muss ich erwähnen, dass mein Haupthaar mir heilig ist. Für keine andere Stelle meines Körpers betrieb ich je auch nur ansatzweise so viel Pflegeaufwand. Bedauerlicherweise stets mit silikonhaltigen Produkten.

Naja, aber ein Wechsel auf eine umweltfreundlichere Alternative kann so schwierig ja eigentlich gar nicht sein – davon ging ich zunächst einfach mal ganz blauäugig aus. Dann beging ich einen verheerenden Fehler. Ich bat meinen Coiffeur um Rat.

Ja, den, der mir mein Lieblingsshampoo vor Jahren empfohlen hatte. Seine «überraschende» Antwort? Silikonfreie Shampoos wären bei meiner Haarstruktur eher nicht zu empfehlen. Und da ich meinen Schopf tatsächlich nicht gerade als pflegeleicht bezeichnen würde, bekam ich Panik. Er erklärte mir, dass sich die Silikone aus meinen Anti-Frizz-Produkten schützend um die Haarschuppen legen. Und genau das verhindert die von mir unerwünschte krause Mähne. Na wunderbar. Mein Coiffeur schaffte es tatsächlich mir eine solche Angst einzujagen, dass ich die Idee silikonfrei zu werden, zunächst auf Eis legte. Ich erwähnte ja bereits: Meine Haare sind mir wichtig.

 

Das Schicksal forderte mich heraus

Dann geschah das, was man wohl Schicksal nennt. In der Redaktion flatterte ein Päckchen mit umweltfreundlichen Shampoos ein. Ich zögerte. Vielleicht würden meine Kolleginnen sie ja gern ausprobieren – wollten sie nicht. Na gut, dann musste ich wohl (endlich) dran glauben.  

Und los ging es. Ich schmiss meine treuen Wegbegleiter schweren Herzens aus der Dusche und seifte meinen Kopf stattdessen mit dem neuen, umweltfreundlichen Produkt ein. Es war anders – direkt.  Es roch anders, es schäumte weniger und irgendwie fühlten sich meine Haare schon unter der Brause rauer an als sonst. Ich kletterte unsicher aus der Dusche und griff zur Bürste. Eigentlich kämme ich gern, diesmal nicht. Die Borsten wollten einfach nicht so sanft durch meinen Schopf gleiten, wie ich es gewohnt war. Trotzdem hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Im trockenen Zustand würde ich ja bestimmt keinen Unterschied merken. Leider tat ich es doch. Von dem versprochenen Anti-Frizz-Effekt merkte ich nichts. Was sich auf meinem Kopf befand, gefiel mir nicht. Es war glanzlos und spröde.

Durchhalten lohnt sich

Als ich am nächsten Tag von meinem enttäuschenden Erlebnis berichtete, versuchte eine meiner Kolleginnen, mich zu ermutigen. Sie erklärte mir, dass sich das Haar zunächst an den «Silikon-Entzug» gewöhnen müsse und dann alles besser werde. Da sie ebenfalls mit einer dicken, welligen Mähne auf die Welt kam, vertraute ich ihr und machte weiter.

Und was soll ich sagen? Sie hatte Recht. Von Woche zu Woche wurde das Wasch-Erlebnis zufriedenstellender. Inzwischen, knapp drei Monate später, sind meine Haare wieder ganz die alten. Nein, stimmt nicht – sie sind sogar besser! Ich muss sie nur noch ein- bis zweimal die Woche unter den Duschkopf halten (Wer es noch nicht wusste, das ist gut für die Haare), sie sind unbeschwerter. Von Frizz keine Spur mehr! Achja, dazu kommt natürlich noch das gute Gewissen den Ozeanen und den Meerestieren gegenüber. Ob ich mich in Arielle verwandelt habe? Glaube schon. Meinem Coiffeur habe ich übrigens nie wieder einen Besuch abgestattet. Meine Haare schneide ich inzwischen nämlich selbst.

Also Leute, auch die kleinste Veränderung bewirkt am Ende ganz schön viel. Wenn ich auf Silikon im Shampoo verzichten kann, dann könnt auch ihr das. Los!

Ihr wollt mein persönliches Haarwunder der Natur? Da!

Von Denise Kühn am 26. Juli 2019