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Beauty-Rätsel aufgelöst

Was genau ist (und kann) eigentlich Hyaluron?

Es ist in Tagescremes, Kontaktlinsen, Kapseln, Seren, … und macht offensichtlich flawless. Aber ähm … Weiss überhaupt jemand, wer oder was dieses Hyaluron ist?

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Feuchtigkeit bis zum Umfallen – einer der vielen Vorteile der Hyaluronsäure.

© Jonathan Knowles 2017

Ganz ehrlich: wir nicht. Darum haben wir bei Dr. med. Inja Allemann nachgefragt. Ihres Zeichens Fachfrau für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie, Lasermedizin, Venerologie und Dermatologie und ein Drittel vom Team des Medical Campus rivr in Zürich.

Style: Was viele wahrscheinlich nicht wissen – unser Körper selbst produziert Hyaluron. Wie viel, wie, wo und warum ist das so?
Dr. med. Inja Allemann: Die Hyaluronsäure ist ein natürlich vorkommender Mehrfachzucker (Polysaccharid), genauer ausgedrückt ein sogenanntes Glykosaminoglykan. Es wird von körpereigenen Zellen gebildet und findet sich fast überall im menschlichen Körper in grösseren Mengen. Vor allem in der Haut, in der Gelenksflüssigkeit, den Bandscheiben und im Glaskörper des Auges. Durch ihre komplexe räumliche Struktur hat Hyaluronsäure die spezielle Eigenschaft, relativ zu ihrer Masse sehr grosse Mengen an Wasser binden zu können. So trägt sie zum Beispiel als Schmiermittel zur reibungsfreien Mechanik und Stabilität der Gelenke bei. In der Haut sorgt Hyaluronsäure für die natürliche Elastizität und Straffheit des Bindegewebes.
Im Alter verringert sich der natürliche Anteil der Hyaluronsäure. Mit 50 Jahren haben wir nur noch die Hälfte der ursprüngliche Hyaluronsäuremenge in unserem Körper. Im Bereich der Haut trägt dies zu verminderter Elastizität und Faltenbildung bei – die Geschmeidigkeit unserer Haut vermindert sich.  

Warum ist Hyaluronsäure von Tagescreme bis Kontaklinse in so vielen Produkten enthalten?
Das ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass Hyaluronsäure eine sehr effektive Feuchtigkeitsspeicherung erreichen kann und kaum Nebenwirkungen auftreten.

Was gibt es für Behandlungen mit Hyaluron?
Im Bereich der ästhetischen Medizin ist sicherlich die Injektion von Hyaluronsäure die bekannteste Anwendung. Diese dient zum Auffüllen von Falten und zum Wiederherstellen von verlorenem Volumen, hauptsächlich im Gesicht. Auch werden Lippen mit Hyaluronsäure konturiert und aufgepolstert. Somit kann eine Soft-Wirkung erzielt werden. Interessant ist jedoch, dass auch zusätzlich die Kollagensynthese angeregt wird.
Hyaluronsäure kann aber auch beim Mikroneedling hinzugefügt werden, um die Haut zusätzlich mit Feuchtigkeit zu versorgen. Wenn Hyaluronsäure in Hautpflegeprodukten enthalten ist, so unterstützt sie durch die physikalische Wasserbindungskapazität die Feuchtigkeitsversorgung der Haut. 

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Was ist der Unterschied zwischen Hyaluron und Botox?
Das sind zwei komplett unterschiedliche Substanzen mit komplett unterschiedlichen Wirkungen. Botox sollte man eigentlich Botulinumtoxin nennen, denn Botox ist ein Markenname der Firma Allergan. Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, also ein Nervengift, welches vom Bakterium Clostridium Botulinum gebildet wird. Es wird in der Medizin seit über 30 Jahren für verschiedenste Krankheitsbilder eingesetzt. In der ästhetischen Medizin wird es hauptsächlich zur Glättung von mimischen Falten, das heisst von Stirnfalten, Zornesfalten und Krähenfüssen angewendet. 

Welche Bedenken gibt es bei der Anwendung von Hyaluron?
Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Hyaluronsäure sind äusserst selten. Dies ist darauf zurückführen, dass sie natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt. Sehr selten kann es nach der Injektion von Hyaluronsäure zu Unverträglichkeitsreaktionen in der Haut kommen. 

Danke ♡

Von Laura Scholz am 15.04.2019
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