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  3. Jake Dyson: Als dem Staubsaugerprinz ein Licht aufging

Erfinder und Unternehmer Jake Dyson

Der Staubsaugerprinz tritt ins Rampenlicht

Jake Dyson tritt immer mehr aus dem Schatten seines Vaters, Firmengründer James. Den Weg an die Konzernspitze beleuchtet er sich gleich selbst – mit einer ausgeklügelten Lampe.

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Jake Dyson brachte die Sparte Leuchten ins britische Familienunternehmen.

ZVG

Diesem Mann ging ein Licht auf: Jake Dyson, 46 Jahre alt, Tüftler und Unternehmer. Sprössling des legendären Beutellos-Staubsauger-Erfinders James Dyson, 73. In der britischen Technologiefirma wird der «Staubsaugerprinz» dereinst wohl neuer starker Mann des Familienunternehmens sein.

Ein Posten, den er aber nicht wie andere «Söhne von» einfach geschenkt bekommen will: Denn Dyson junior arbeitete sich ganz Prinzen-unlike von der Pike auf hoch. Er jobbte nach seinem Uni-Abschluss zunächst als Innenarchitekt, gestaltete als solcher Bars und Restaurants. Und hatte dort – weil genervt von kurzlebigen LED-Modellen – einen Geistesblitz: Eine Lampe musste her, die nicht schon nach kurzer Zeit den Geist aufgibt.

 

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Vom Aufwachen mit einem künstlichen Sonnenaufgang im Schlafzimmer, über das Arbeiten mit einem leistungsstarken Arbeitslicht, über die Aufwertung von Innenräumen durch die Zusatzbeleuchtung bis hin zur abendlichen Entspannung mit einem beruhigenden Umgebungslicht wird mit der «Dyson Lightcycle Morph» ein Licht-Tagesablauf simuliert.

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Gedacht, getan. Dysons Tüftlerehrgeiz war geweckt – und wurde nach viel Denkarbeit von Erfolg gekrönt: Dyson findet heraus, dass die Überhitzung das Problem der LEDs ist und integriert ein Kühlsystem namens «Heat Pipe Technologie» in seine Lampen. Das funktioniert so, dass ein vakuumdichtes Kupferrohr die Wärme ableitet. Im Inneren verdampft ein Tropfen Wasser und leitet während des Kondensierens die Wärme entlang des Rohres ab, bevor er durch Kapillarwirkung wieder zu den LEDs zurückkehrt. Dadurch entsteht ein ununterbrochener, energiefreier Kühlungskreislauf.

Jake macht sich als Lampenentwickler selbstständig, will sich zuerst die Sporen abverdienen. Erst vor sieben Jahren tritt er schliesslich in die Teppichetage der Familienfirma ein. Er etabliert sein Leuchtenbusiness als eigenständige Konzernsparte zwischen Vaters Staubsaugern, Föhnen, Haartrocknern, Händetrocknern und Raumluftrocknern.

Und wenn es um «sein» Baby geht, ist der Big Boss in spe immer noch ganz der «Daniel Düsentrieb»: Bedächtig, aber mit viel Begeisterung erläutert er kürzlich die Vorteile seines neusten Wurfs, der «Dyson Lightcycle Morph»-Leuchte, im Rahmen einer Präsentation. Eine Lampe, die das Tageslicht in einer Wohnung auf vier verschiedene Arten wiedergeben soll. «Als indirektes Licht, als Arbeitsplatz-, Objekt- oder Umgebungslicht», so Dyson. «Eine Leuchte, die das natürliche Tageslicht misst und es intelligent für verschiedene Verwendungszwecke umwandelt. So bekommen Benutzer das richtige Licht zur richtigen Zeit.» Das soll auch helfen, die Belastung der Augen zu reduzieren und die Sehleistung zu unterstützen.

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Vater James Dyson gründete das britische Familienunternehmen 1993. Berühmt ist die Firma besonders für seine beutellosen Staubsauer.

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James ist stolz auf Jake

Vater James dürfte sich glücklich schätzen, einen derart hellen Kopf als Nachfolger in petto zu haben. In einem Interview zeigt er sich denn auch stolz auf seinen Sprössling. «Mein Sohn ist viel schlauer als ich. Hochkompetent, er liebt Technologie, versteht viel von Business und Marketing», so Dyson senior. «Er hat alles, was ich hatte, und mehr, weil er erfinderischer ist.» 

Doch noch ist die Stabsübergabe aber nicht erfolgt, Vater James ist immer noch am Ruder und rückte kürzlich wieder selbst in den Fokus – wegen der Folgen des Coronavirus. James Dyson kündigte an, statt Staubsauger derzeit lieber Beatmungsgeräte herzustellen, die in den Spitälern für die Corona-Patienten dringend gebraucht werden. Sein Haus entwickelte zusammen mit dem Technologieunternehmen TTP im Auftrag der britischen Regierung Beatmungsgeräte für Covid-19-Patienten – in nur zehn Tagen. James und Jake Dyson, Vater und Sohn, sind in Sachen Erfindungsreichtum beide nicht von schlechten Eltern.

Von Tom Wyss am 16.05.2020
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