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Dieser Mikrotrend macht der Jeansjacke ernsthafte Konkurrenz

Ganz schrecklich in Mode oder ganz fürchterlich untragbar. Die Hochs und Tiefs dieses Stoffes wechseln schnell – und oft unerwartet. Jetzt ist er wieder da.

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Cord ist entweder ganz schrecklich in Mode oder ganz fürchterlich untragbar. Der Wechsel erfolgt oft unberechenbar schnell: Hatte man morgens noch das Gefühl, in einer unglaublich lässigen Cordhose aus dem Haus zu gehen, möchte man das Material abends schon nicht mehr anschauen. Aber das samtähnliche Gewebe ist jetzt wieder da. 

Geschichtsträchtig


Mit seinen Längsrippen scheint es auf den ersten Blick nicht zur High Fashion zu passen, dabei kommt es von dort. Cord gehörte einmal zum Kleidungsstil der Oberschicht. Der Name stammt aus dieser Zeit, als der Stoff im Französischen als corde du roi und im Englischen als cord of the King bezeichnet wurde. Ab dem 16. Jahrhundert wurde er in England als Kombination aus Wolle und Baumwolle produziert. Während des 17. und 18. Jahrhunderts schätzten französische und britische Aristokraten das samtähnliche Gewebe. Da Cord sehr widerstandsfähig ist, bevorzugte der Adel beim Sport Cordkleidung. Ende des 18. Jahrhunderts kamen in Manchester schliesslich Webstühle auf, mit denen der Stoff in riesigen Mengen hergestellt wurde. Von da an entstanden immer häufiger Kleidungsstücke für robustere Zwecke, und Cord galt bald als typischer Arbeiterstoff. In den Neunzigern schliesslich war er nur noch an sozialdemokratischen Schriftstellern zu sehen. Und jetzt tragen ihn die Blogger, hängt er überall in den Läden. In Jackenform.

Im Übrigen ist ein Kleidungsstück aus Cord fast nie eine Fehlinvestition. Der Stoff ist langlebig und man kann ihn jederzeit aus dem Schrank holen, wenn er wieder mal in Mode kommt.

Von Rahel Zingg am 10. August 2017