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Hommage

Brigitte Bardot – Abschied von einer Ikone

Sie verkörpert Freiheit, Sinnlichkeit und Widerspruch wie kaum eine andere. Mit Brigitte Bardot verliert die Welt eine Frau, die Filmgeschichte prägt und ihr Leben später einer grösseren Sache widmet.

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Brigitte Bardot, in ihrer Filmrolle als Gräfin Irina Lazaar am Set für den Western von 1968 «Shalaco». (Photo by Jacques Haillot/Apis/Sygma/Sygma via Getty Images)

Brigitte Bardot, in ihrer Filmrolle als Gräfin Irina Lazaar am Set für den Western von 1968 «Shalaco». (Photo by Jacques Haillot/Apis/Sygma/Sygma via Getty Images)

Sygma via Getty Images

Brigitte Bardot steht im Zentrum einer Epoche, die sich neu erfindet. Sie betritt die Leinwand und verändert sie allein durch ihre Präsenz. In den 1950er- und 1960er-Jahren wird sie zum Gesicht eines neuen Frauseins: selbstbestimmt, ungezügelt, unangepasst. Ihr Spiel ist weniger Technik als Haltung, ihr Stil kein Kostüm, sondern Ausdruck innerer Freiheit. Millionen blicken auf sie, bewundern sie, projizieren Sehnsüchte auf sie. Der internationale Durchbruch macht Bardot zur globalen Ikone. Filme, Fotografien und Modebilder prägen das kollektive Gedächtnis. Sie beeinflusst nicht nur das Kino, sondern auch Mode, Popkultur und das Bild der modernen Frau. Doch der Ruhm fordert seinen Preis. Der permanente Blick der Öffentlichkeit, die Reduktion auf ein Symbol und der Druck der Erwartungen lasten schwer auf ihr.

Als TierschutBrigitte Bardot beim Besuch ihres Hunde-Tierheims «The Nice Dogs» in Carnoules am 7. Oktober 2001 in Paris. (Photo by Charly Hel/Prestige/Getty Images)

Brigitte Bardot beim Besuch ihres Hunde-Tierheims «The Nice Dogs» in Carnoules am 7. Oktober 2001. (Photo by Charly Hel/Prestige/Getty Images)

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Früh entscheidet sich Bardot für einen radikalen Schritt. Sie kehrt dem Film den Rücken und entzieht sich bewusst dem Glamour, der sie berühmt gemacht hat. Statt Applaus sucht sie Sinn, statt Aufmerksamkeit Verantwortung. Sie richtet ihr Leben neu aus und widmet sich mit kompromissloser Konsequenz dem Tierschutz. 1986 gründet sie die Fondation Brigitte Bardot, die sich international für den Schutz von Tieren einsetzt und bis zuletzt ihr zentrales Lebenswerk bleibt. Mit derselben Entschlossenheit, die einst ihre Filmrollen prägte, kämpfte sie für jene, die keine Stimme haben.

Lässt ihr Leben als Schauspielrein hinter sich und widmet sich mit ganzer Konsequenz dem Tierschutz. (Photo by Franco Origlia/Getty Images)

Lässt ihr Leben als Schauspielrein hinter sich und widmet sich mit ganzer Konsequenz dem Tierschutz. (Photo by Franco Origlia/Getty Images)

Getty Images

Auch abseits der Leinwand bleibt Bardot eine unbequeme Figur. Sie polarisiert, provoziert und scheut keine klaren Worte. Verehrung und Kritik begleiten sie bis zuletzt. Doch ihr Einfluss ist unbestreitbar. Sie öffnet Türen, verschiebt Grenzen und zwingt Gesellschaften dazu, sich mit Freiheit, Verantwortung und Moral auseinanderzusetzen.

Brigitte Bardots Liebe zu Tieren zeigt sich auch während ihrer Schauspielkarriere immer wieder. (circa 1960 Photo by Archive Photos/Getty Images)

Brigitte Bardots Liebe zu Tieren zeigt sich auch während ihrer Schauspielkarriere immer wieder. (circa 1960 Photo by Archive Photos/Getty Images)

Getty Images

Am 28. Dezember 2025 stirbt Bardot im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Saint-Tropez. Mit ihr endet ein Leben voller Intensität, Widersprüche und Konsequenz. Sie lebt weiter als Symbol einer Zeit, als Ikone jenseits des Films und als Erinnerung daran, dass wahre Grösse nicht im Gefallen liegt, sondern im Mut, unbeirrt den eigenen Weg zu gehen.

Von Valeska Jansen am 29. Dezember 2025 - 10:00 Uhr