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#SUPPORTYOURLOCALBUSINESS

Vestibule in Zürich

Selten war Shoppen ein Akt der Nächstenliebe. Mit #SupportYourLocalBusiness möchten wir denen helfen, die ihre Tore vorerst schliessen mussten. Täglich stellen wir euch einen Shop oder Brand vor, zeigen, was Unterstützung heute bedeutet, und machen so gemeinsam einen Schritt in Richtung Zukunft. Heute verwandeln wir uns mithilfe von Laurence Antiglio und ihrer Boutique (endlich) in eine stilbewusste Pariserin.

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Im Herzen Zürichs steht nicht nur ein Baum im Raum, bei Vestibule schiessen auch jede Menge Trends aus dem edlen Boden.

Werner Gryffenberg

Von Isabel Marant bis Chloé – wer in der Schweiz auf der Suche nach dem berühmt-berüchtigten French Chic ist, der wird beim Zürcher Shop Vestibule ganz sicher fündig. In gleich doppelter Ausführung können wir uns im Kreis 1 und 8 inmitten von Newcomer-Labels, Klassikern und Basics austoben – bis unser Spiegelbild «tres chic à la parisienne» schreit. Das Sortiment besteht aber nicht ausschliesslich aus französischen Roben – Inhaberin Laurence Antiglio hat ein glückliches Händchen für taufrische Hype-Brands: So dürfen Staud, Totême oder By Far in ihren Kleiderzimmer-ähnlichen Läden nicht fehlen. Nur was, wenn Laurence ihre Türen bis auf ungewisse Zeit verriegeln muss?

Style: Laurence, Covid-19 ist wie ein Blitz eingeschlagen. Kann man für sowas überhaupt auch nur im Ansatz gewappnet sein?
Laurence Antiglio: Nein, eigentlich nicht. All unsere Pläne sind seit März total durcheinander gewirbelt worden. Man muss schnell umdenken und sich überlegen, was die Situation verlangt und was man machen kann, um bestmöglich darauf zu reagieren.

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Was macht dieser Ausnahmezustand mit euch? Wie verkraftet man die plötzliche Schliessung?
Zum Glück haben wir letzten Herbst unseren Onlineshop gelauncht. Wir haben unser Online-Angebot erweitert und die ersten drei Wochen nach der Schliessung praktisch nur Produktfotos geschossen und diese online gestellt. Wir waren eigentlich sehr beschäftigt – da war keine Zeit für Zwangsferien. Ich freue mich, dass wir diese Chance nutzen konnten. Aber ich durchlebte dennoch eine Achterbahn der Gefühle, von Schock über Ratlosigkeit bis Frust bis hin zu neuer Hoffnung war alles dabei. Ich musste akzeptieren, dass man die Situation nicht wirklich beeinflussen kann. Ich bin sehr «action driven», habe zuerst tausend Pläne gemacht und Ideen gehabt – bis ich dann realisiert habe, dass man auch mal abwarten und schauen muss, was passiert.

Muss jetzt ein Umdenken stattfinden? Wie geht man kreativ mit der Situation um?
Es ist DIE Gelegenheit für die ganze Modebranche, auf «Reset» zu drücken: Der Summer Sale sollte nicht vor dem Sommer anfangen, damit die Winterkollektionen nicht mehr im Sommer geliefert werden. Dieser Rhythmus ist meiner Meinung nach falsch, auch für die Kunden – warum sollte ich ein Sommerkleid, das ich erst im Mai tragen werden kann, im Januar kaufen? Labels und Geschäfte müssen das Angebot saisongemäss anpassen – sonst sind die Teile im Mai oft schon ausverkauft oder kommen im Juni in den Sale – bevor der eigentliche Sommer überhaupt angefangen hat. 
Was uns persönlich bei Vestibule angeht: Wir haben komplett auf den Onlineshop gesetzt. Unsere Kreativität hilft uns ausserdem bei der Kommunikation über Instagram und Newsletter, wir sind ständig mit unseren Kunden im Gespräch – online, via Telefon und Whatsapp. Wir haben tolle «Vestibulettes», die positiv und motiviert sind, unsere schönen Kollektionen über verschiedene Kanäle zu verkaufen.

Ein Blick in die Glaskugel: Was wird die Krise mit der Wirtschaft und somit mit euch machen?
Die behördlich angeordnete Schliessung trifft die Modeläden besonders hart – denn trotz der Anmeldung zur Kurzarbeit und den verhandelbaren Mieten für die Ladenlokale, ist der grösste Kostenpunkt die saisonale Ware. Diese Ware ist schon bezahlt und kann nicht mehr zurückgegeben werden. Sie hat ein «Ablaufdatum».  
Die Verkaufszeit ist stark beschränkt, wir können aus saisonalen Gründen unsere schönen Sommerkleidchen nicht mehr im Herbst verkaufen. Dadurch entstehen für uns grosse Verluste, die wir nicht wieder wettmachen können. Wir hoffen aber sehr, dass unsere Kunden nach der Wiederöffnung wieder Lust auf Shoppen haben und sich für die lokalen Geschäfte entscheiden. Wir werden weiterhin alles daran setzen, attraktive, sorgfältig ausgesuchte Produkte zu führen, die kreativ präsentiert werden.
Die Zukunft ist schwierig vorauszusagen. Wir hoffen, dass «buy local» und bewusstes Einkaufen (weniger, aber besser) wichtiger wird. Das ist unsere Chance. Wir verkaufen zwar auch internationale Brands, aber in kleinen Serien für eine lokale Kundschaft, die einen personalisierten Service schätzt. Unser Angebot ist modisch, aber hauptsächlich nachhaltig – unsere Brands produzieren liebevoll, in relativ kleinen Mengen.

Schöne Momente sind derzeit selten. Gab es die dennoch?
Es gibt ganz viele schöne Momente. Wir haben so viele positive Nachrichten von unseren Kunden erhalten. Sie kaufen nicht nur weiterhin online oder per Telefon, sie zeigen Solidarität und Mitgefühl. Das ist für uns extrem wichtig und motivierend und tut uns auch im Herzen gut. Mode ist unsere Leidenschaft und unsere Kundinnen möchten wir mit Herzblut bedienen, es ist schön zu sehen, dass es beidseitig ist.  

Wie kann man euch unterstützen?
Obwohl der Onlineshop unsere Verluste bei Weitem nicht kompensiert, freuen wir uns, dass die Kunden, die uns bis jetzt nur physisch kannten, umdenken, uns online folgen und uns unterstützen.
Abonniert unseren Newsletter, kauft bei uns online ein, teilt eure Trouvaillen und Lieblingsstücke euren Freundinnen mit! Und kommt uns nach dem 11. Mai besuchen, wir freuen uns, die Wiedereröffnung bald zelebrieren zu dürfen.
Danke auch für Eure Unterstützung, liebes Style Magazin. Dass die lokalen Geschäfte eine Stimme bekommen, hilft beim Umdenken und die Krise zu überstehen. Es kommt alles gut. Vielleicht anders, aber gut. Da sind wir dabei. 

Wir danken dir, liebe Laurence 💗

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Laurence Antiglio

Vestibule

Jetzt mal echt: Support Your Local Business!

Braucht auch euer Business Support?
Dann schickt eine Nachricht an styleonline@ringieraxelspringer.ch

Von Style am 27.04.2020
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