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  3. Mode Trend: Schlank aussehen trotz Oversize

Die Grösse spielt eben doch eine Rolle

Wie geht Oversize – ohne aus der Form zu geraten?

Gross, lang und dünn muss man sein, um nicht im Stoff zu ersaufen? Ohne auszusehen wie ein Zwerg im Sack? Halt, Stopp! Jeder, der will, kann mit Stil in übergrossen Klamotten schwimmen und sich behaglich umflattern lassen. Mode kennt keine Regeln – aber es gibt ein paar Richtlinien, die den Weg ins unendliche Oversize-Universum erleichtern.

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Maja Weyhe.

Instagram/majawhy

Oft heisst es ja, man trage ein Zelt. Nicht im Rucksack, sondern am Körper: Wenn der Mantel über die Schultern hinausragt als wären Stangen drin, der Stoff einen einpackt wie ein Mehr-Personen-Iglu, die Ärmel so weit wie Schlaghosenbeine sind. Es schlabbert, es zieht, es sieht gut aus – wenn man das Spiel mit Volumen und Silhouetten beherrscht. Zweifler trauen sich deshalb oft nicht ran an den Mix aus kastigen Blazern und flatternden Hosen, aus riesigen Pullovern, wallenden Röcken und überdimensionalen Jacken. Zu grosse Klamotten würden wahnsinnig auftragen, hört man unwissende Gegenstimmen flüstern. Dabei bedeuten breite Schultern (dank Polster) bekanntlich Power, ausladende Formen vermitteln Selbstsicherheit. 
Ex-Spice-Girl Victoria Beckham, die mit ihrem Fashion Brand inzwischen für minimalistischen Luxus steht, liess jüngst gegenüber der britischen Tageszeitung The Guardian verlauten: «Rückblickend ist die Tatsache, dass ich immer sehr enge, taillierte Kleidung getragen habe, als ein Zeichen von Unsicherheit zu deuten.» Inzwischen wisse sie, was ihr stehe, worin sie sich wohl und stark fühle. Und das sind... richtig, Oversize-Looks.

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Victoria Beckham: «Ich weiss inzwischen, was gut an mir aussieht und worin ich mich wohl und stark fühle.»

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Oversize ist keine Frage der Körperform

Es mag sein, dass an giraffenartigen Hüninnen alles ein bisschen besser aussieht. Muss aber nicht. Letztendlich ist alles eine Frage der Perspektive. Wer bestimmt schon, was an wem gut aussieht? Nur weil Models in der Regel (leider) noch immer spindeldürr sind, heisst das nicht, dass der kunterbunte Rest von uns ihnen nicht die Show stehlen kann. Ausserdem: Vielleicht wünschen sich die Giraffen nichts mehr als ein bisschen mehr Schmackes an den Fohlenbeinen.
Warum soll ein weites Hemd zur Baggy Jeans nur über knochigen Hüften richtig cool wirken? Warum soll jemand, der ein bisschen mehr auf den Rippen hat, nur Körperbetontes tragen dürfen? Diese Regeln machen schlichtweg keinen Sinn. Oversize kann schlank machen, unter Oversize kann man sich verstecken, wenn man will. Oversize ist bequem und macht folglich Spass.

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Tipp 1: Caro Daur trägt XXL all over ganz in Weiss – das staucht nicht.

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Mit Oversize auf die Streckbank

Wer dennoch fürchtet, im Stoff unterzugehen und einem Textilknäuel zu ähneln, dem sei gesagt: Sind riesige Looks in einem Guss aus einer Farbe konstruiert, streckt das optisch – sei es in edlem Beige, strahlendem Weiss oder dem Evergreen Schwarz. All-Over-Oversize-Anfänger dürfen ihre Beine selbstredend mit Absätzen verlängern.
Unterschiedlich lange Schichten geben Struktur und strecken: Da blitzt ein Hemdsärmel aus dem grossen Hoodie oder unter dem Blazer kommt ein langes T-Shirt raus. Fliessende Stoffe verstärken den Effekt: So macht ein XXL-Norwegerpulli natürlich kugeliger als eine Seidenbluse in Übergrösse.

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Tipp 2: Diese Dame schichtet fliessende Stoffe in weiten Schnitten übereinander. Die Silhouette bleibt trotz Oversize schmal.

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Auf den Schnitt kommts an

Es reden ja immer alle davon, am Schrank vom Boyfriend vorbeizuschleichen und sich dort für den perfekten Oversize-Look Hemden, Shirts und Jacken zu klauen. Vorausgesetzt, der Partner überragt einen. Nun ist drei Nummern zu gross aber nicht gleich coole Übergrösse. Kleidungsstücke, die gewollt überdimensional sind, sind länger und weiter, der Schnitt aber orientiert sich nach wie vor an der jeweiligen Konfektionsgröße. Genau das schafft die gewollte Silhouette – dann stimmen auch die Proportionen.

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Tipp 3: Bei grösseren Menschen nach Teilen suchen, dann linkisch zuschlagen.

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Bei Pullovern, Blazern und Shirts mag sich ein Bummel durch die Männerabteilung lohnen. Vor allem bei Anzügen und Hosen aber funktioniert reines Über-die-Verhältnisse-Tragen nur selten. Hier möchte die weibliche Figur miteinberechnet werden. Drum: Nicht verzagen, wenn nicht jedes XXL-Brocki-Teil passt. Manchmal muss so ein Schmuckstück für den perfekten Fit zum Schneider.

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Tipp 4: Angela Rozas Saiz und Aida Domenech tragen Oversize-Suits – mit Schnitten, die ihrer Konfektionsgrösse entsprechen, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht vermuten mag.

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Wem die Gefahr dennoch zu gross ist, der setzt einen Fokus

Es soll Menschen geben, die behaupten nach wie vor, sie hätten nicht die Figur für Looks, die rein gar nichts vom Körper zeigen. Da wir niemanden verurteilen wollen, lenken wir ein: Es reicht natürlich, sich auf eine Körperhälfte zu beschränken. Betont man den Oberkörper mit mächtig Volumen, wirken die Beine dünner. Wir reden von Leggings oder Miniröcken unterm XXL-Hoodie oder der Jacke mit Schulterpolstern. Weit geschnittene Hosen werden durch enge Oberteile oder Crop Tops feminin. Taille zu zeigen akzentuiert die Figur, wenn das denn ausdrücklich gewünscht wird. 

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Wir sehen ein, nicht jeder mag Oversize. Wir danken trotzdem für die Aufmerksamkeit.

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Von Style am 17.06.2020
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